Gedenken an Walter Gau

Gedenken an Walter Gau
 

In unserer neuen Rubrik möchten wir Hinterbliebenen die Möglichkeit geben, ihren Verstorbenen auf besondere Weise zu Gedenken. Dem Menschen, der aus dem Leben gerissen wurde, soll auf sehr persönliche Art gedacht werden, sein Lebenslauf und Lebenswerk in steter Erinnerung gehalten werden. Der Anfang macht der Altenstädter Walter Gau.

Walter Gau wurde am 2. Juni 1956 in Feldkirch geboren. Mit seinen Brüdern wuchs er in einem behüteten Elternhaus mit Mama Sieglinde und Papa Josef auf. Seine schulische Ausbildung hat er mit der Matura 1976 abgeschlossen. Seine berufliche Laufbahn hat Walter im Landes- und
Bezirksgericht in Feldkirch begonnen, dann aber rasch in die Versicherungsbranche gewechselt. Zuerst bei der Ankerversicherung, dann bei der Vorarlberger Landesversicherung. 1990 hat Walter zu einem Versicherungsmakler gewechselt.

Nachdem Walter viele Erfahrungen in der Versicherungsbranche gesammelt hatte, hat er sich 1994 entschlossen, ein eigenes Maklerbüro
zu eröffnen. Die Firma Supergau war geboren. Walter hat uns oft erzählt, wie er die Firma von Grund auf aufgebaut hat. „Von nichts kommt nichts“, so einer seiner Leitsprüche. Trotz Firmenübergabe im Jahr 2019 an seinen Sohn Michael war Walter dennoch jeden Tag im Büro anzutreffen. Ein Leben ohne seine Firma konnte er sich nicht vorstellen. Auch seine Tochter
Sandra und seine Frau Caroline arbeiten seit etlichen Jahren in der Firma Supergau. Walters Büro und Team lag ihm immer sehr am Herzen.

Walter war durch und durch ein Optimist. Sowohl privat als auch beruflich gab es kein Problem, für das er keine Lösung gefunden hat. Nur zu oft hörten wir den Spruch: „verkopf di ned, des machama scho“. Seine ehrliche, offene, ruhige und hilfsbereite Art machten ihn zu einem besonderen Menschen.Er legte immer viel Wert auf sein lässiges Aussehen und hatte mit fast allen seinen Kunden ein freundschaftliches Verhältnis. Auf Walter konnte man sich immer verlassen, das Wort Handschlagqualität hatte bei ihm noch eine Bedeutung. Mit seinem Charme und Charisma konnte er seine Mitmenschen mitreißen und begeistern. 

Walter war sowohl eine Periode politisch engagiert (Landtagsabgeordneter von 1999 bis 2004) als auch in Vereinen tätig. Von 2000 bis 2004 war er Präsident des EHC Feldkirch, seit 2008 ist er Mitglied des Lion Clubs in Feldkirch. In seinen Jugendjahren war Walter mit Begeisterung als Ski-Lehrer und bei der Wasserrettung tätig. 

Im Jahre 1979 heiratete Walter seine erste Liebe Hildegard. Aus der Ehe mit ihr ergingen zwei Kinder. Sandra und Michael waren sein ganzer Stolz. 

Vor Jahren lernte er dann seine zweite Frau, Caroline kennen. Sie war ihm nicht nur im Büro eine sehr große Stütze,sondern auch privat haben sie unzählige größere Reisen und schöne Momente zusammen erlebt. Seit 2016 sind Walter und Caroline verheiratet, mit ihr wollte er seinen Lebensabend verbringen. 

Die Musik begleitete Walter durch sein ganzes Leben. Das Singen und Gitarre spielen war bereits in Jugendjahren seine große Leidenschaft. Mit seiner Jugendband hatte er unzählige Auftritte und träumte damals oft von einer Musikerkarriere. Um sein damaliges Ziel Profimusiker zu werden umzusetzen, hat er kurzfristig sogar die Schule unterbrochen. Dies zum Leidwesen von Papa Pepi, der darüber alles andere als erfreut war. Obwohl es mit der Profikarriere nicht geklappt hat, war das Singen und Komponieren ein fester Bestandteil in Walters Leben. 

In seiner Freizeit war Walter entweder auf dem Golfplatz anzutreffen, fuhr gerne mit seinem Rennrad oder frönte im Winter das Skifahren. Sport war für Walter ein wichtiger Ausgleich! 

Nicht nur im Büro sondern auch in seiner Freizeit verbrachte Walter sehr gerne seine Zeit mit seinen Kindern Sandra und Michael. Auch seinen Schwiegersohn Andreas und seine Schwiegertochter Claudia hatte er fest in sein Herz geschlossen.

Im Mai 2018 wurde das erste Kind von Michael und Claudia geboren. Johanna war von Anfang an sein größter Schatz. Wann immer er konnte, verbrachte er seine Zeit mit ihr. Man konnte spüren, wie dabei sein Herz aufblühte. 

„Großvater es isch min neua Rang, es bisch dis leaba lang“ wie es in seinem für Johanna komponiertem Lied heißt.  

Obwohl Walter immer gesund lebte und sehr sportlich war, hatte er die letzten Jahre immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Er erlitt einige Unfälle und schwere Operationen, welche er aber durch seine optimistische und kämpferische Art immer gut weggesteckt hat. Walters Motivation war immer, einmal mehr aufzustehen als hinzufallen. 

Im Februar 2020 wurde bei Walter zufällig eine Krebserkrankung diagnostiziert. Er unterzog sich einer sofortigen, sechs- monatigen Chemotherapie, welche er gut überstanden und das Leben weiterhin genossen hat. 

Vor vier Wochen, mit Ende der ersten Chemotherapie wurde ein weiterer bösartiger Tumor festgestellt. Walter hat bis zum Schluss gekämpft und die Hoffnung auf Heilung nie aufgegeben. Leider hat er am Donnerstag, 20.08.2020 den Kampf gegen den Krebs verloren. Walter ist friedlich eingeschlafen. 

„I did it my way.”

Walter Gaus Lebensmotto
© Manu Elpaul

Walter hat schon vor einiger Zeit begonnen, für SUPERGAU die Weichen für die Zukunft zu stellen. Das in Frastanz beheimatete Unternehmen und die
Geschäftsführung hat er 2019 an seinen Sohn Michael übertragen. Er hat sein berufliches Leben mit seinen Visionen, Zielen und Ideen sehr geprägt. Michael konnte in der gemeinsamen Zeit viel von ihm lernen und wurde sehr gewissenhaft von Walter auf die neue Aufgabe vorbereitet. Es war ihm ein Anliegen seine großen Erfahrungen an seinen Sohn weiterzugeben, mit dem Auftrag, diese fortzuführen.

2 thoughts on “Gedenken an Walter Gau

  1. Ja ein Lebemensch warst Du lieber Walter! Das sollte man sich von Dir abschauen….
    Was Du ausserdem noch sehr gut gemacht hast: Du hast den „Schuss“ gehört….! Nach dem Herzinfarkt hast Du Dein Leben komplett verändert und wurdest zum Gesundheitsmensch….
    Ich denke an Dich und wünsche Dir nur das ALLERBESTE!!! Andreas

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