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Frastanzer Gemeindevertretung sagt klar Nein zum geplanten Reststoffkraftwerk Rondo

von Seb
18. April 2026
in Politik, Wirtschaft und Recht
A A
Gemeindevertretung-Abstimmung. Foto: Marktgemeinde Frastanz

Gemeindevertretung-Abstimmung. Foto: Marktgemeinde Frastanz

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Die Marktgemeinde Frastanz hat sich deutlich gegen das geplante Reststoffkraftwerk der Rondo Ganahl AG ausgesprochen. In der Sitzung vom 16. April 2026 beschloss die Gemeindevertretung einstimmig eine negative Stellungnahme im laufenden Umweltverträglichkeitsverfahren.

Grundsätzlich bewertet die Gemeinde positiv, dass das Unternehmen weg von fossilen Brennstoffen will. Dennoch müsse jedes konkrete Projekt genau geprüft werden. Laut Bürgermeister Walter Gohm gehe es darum, mögliche Auswirkungen auf den Lebensraum sorgfältig abzuwägen.

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Kritisch sieht die Gemeinde vor allem den geplanten Standort. Das Kraftwerk soll direkt an Wohngebiete angrenzen. Zudem liegt das Natura-2000-Gebiet „Frastanzer Ried“ nur rund zwei Kilometer entfernt. Dort befindet sich auch ein wichtiges Grundwasserschutzgebiet für die Trinkwasserversorgung. Die Gemeinde befürchtet negative Folgen für Umwelt und Wasser.

Ein weiterer großer Kritikpunkt ist der Verkehr. Täglich wären laut Unterlagen bis zu 37 Lkw-Fahrten notwendig – also 74 zusätzliche Fahrbewegungen. Schon jetzt ist die Verkehrssituation rund um den Bahnhof Frastanz angespannt. Mehr Schwerverkehr würde die Lage verschärfen und auch die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer beeinträchtigen. Dazu kommen mehr Lärm und Luftbelastung.

Angesichts der Größe des Projekts fordert die Gemeinde zwingend einen Bahnanschluss. Auch mögliche Kooperationen mit anderen Betrieben in der Region sollen geprüft werden.

Zweifel gibt es außerdem an der Dimension der Anlage. Neben rund 11.000 Tonnen eigener Reststoffe müssten etwa 110.000 Tonnen zusätzlich beschafft werden. Diese Mengen sind laut Einschätzung regional nicht verfügbar. Das würde zusätzliche Transporte und Importe bedeuten und widerspricht aus Sicht der Gemeinde einer regionalen Kreislaufwirtschaft.

Auch wenn gesetzliche Emissionsgrenzwerte eingehalten werden sollen, warnt die Gemeinde: Grenzwerte allein garantieren nicht automatisch, dass ein Projekt langfristig verträglich für Mensch und Umwelt ist.

Kritisch bewertet wird zudem die Höhe des geplanten Gebäudes. Mit bis zu 45 Metern würde es nicht den Vorgaben des örtlichen Bebauungsplans entsprechen und das Ortsbild deutlich verändern.

Trotz der Ablehnung betont die Gemeinde die Bedeutung der Rondo Ganahl AG als wichtigen Arbeitgeber in der Region. Auch das Ziel der Energieautonomie in Vorarlberg bis 2050 wird weiterhin unterstützt.

Die Entscheidung sei sachlich und gemeinsam getroffen worden, so die Gemeindevertreter. Es gehe nicht um Einzelinteressen, sondern um Verantwortung für den Lebensraum.

Zusätzlich stellt die Gemeinde Forderungen an das Land Vorarlberg. Gefordert wird ein übergeordneter Energie- und Wärmeraumplan. Außerdem ist die Gemeinde der Meinung, dass Anlagen zur Verbrennung von Reststoffen nicht von privaten Unternehmen betrieben werden sollten, sondern von Energieversorgern.

Tags: FrastanzPolitikWirtschaft
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