In seinem Portal „Soziale Wahrheit“ (Truth Social) leistet sich Donald Trump eine Anspielung auf einen Gegenpapst zu Leo XIV. wie einstmals in Avignon. welcher Berater hat das Risiko auf sich genommen, den Papst, der sich wenig überraschend für Frieden, gegen Allmachtsphantasien, für das Beenden der Kriege ausspricht, frontal anzugreifen? Andererseits, was weiß Donald vom abendländischen Schisma im 14. Jahrhundert?
Von Dr. Albert Wittwer
Weiter begibt sich Donald erneut auf Glatteis. „Trump warf seinem Landsmann vor, sich selbst und der Kirche mit seiner „laschen“ Haltung zu schaden: „Leo sollte sich als Papst zusammenreißen, seinen gesunden Menschenverstand einsetzen, aufhören, der radikalen Linken nach dem Mund zu reden, und sich darauf konzentrieren, ein großer Papst zu sein, kein Politiker“.
Wenig überraschend reagiert der Papst auf den Angriff mit einem Zitat aus der Bergpredigt, „Selig die Friedfertigen“.
Darauf antwortet Vance: „Der Papst soll sich auf moralische Fragen konzentrieren.“ Jetzt wissen wir es: Angriffskriege haben mit Moral nichts zu tun. Wir haben es geahnt. Donald inszeniert sich derweil als Erlöser, auf den Vorwurf der Blasphemie angesprochen erklärte er seine Darstellung auf dem einem barocken Altarbild nachempfundenen KI-Bild als „Heiler“.
Ein Ablenkungsmanöver, nicht zuletzt für ihn selbst, von einem völkerrechtswidrigen Angriffskrieg, der zudem vom Kongress nicht genehmigt ist und schon viele zivile Opfer gefordert hat. Eine US-Inflationsrate, die direkt die Verbraucherpreise hochtreibt, von aktuell 3,2 % – im Euroraum sind es 2,5 %. Die US-Handelsbilanz mit 150 Milliarden Dollar: tiefrot. Staatsverschuldung USA 150 % des Bruttoinlandproduktes, vergl. Österreich 81 %.
Zweifellos hat Donalds wiederholte schwere Aggression die anderen Diktatoren auf der Welt – von Kim bis Vladimir – gestärkt bis rehabilitiert. Die Staaten der Europäischen Union büxen derweil dankenswerterweise wieder aus. In Ungarn hat die demokratische Opposition mit einer Zweidrittelmehrheit einen deutlichen Wahlsieg errungen. Dies trotz der Orban-hörigen öffentlich-rechtlichen Medien und unbeschadet des riesigen Einflusses der aus staatlichen Geldern schwer reich gewordenen Orban-Verwandtschaft und Entourage.
Der Papst reist derweil lieber nach Algerien als an die amerikanische Ostküste oder gar Mar-al-Lago. Wie lange halten das die Republikaner noch durch? Die könnten davon doch inzwischen geheilt sein!
Anmerkungen:
„Ist dies schon Wahnsinn, so hat es doch Methode“ (Original: „Though this be madness, yet there is method in’t“), William Shakespeares, „Hamlet“ (2. Aufzug, 2. Szene). Der Charakter Polonius sagt dies über Hamlet, dessen bizarres Verhalten er beobachtet, wobei er erkennt, dass hinter der (vorgetäuschten) Tollheit eine tiefere Absicht steckt. Also eine Strategie. Kann das jemand erkennen?
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