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Ein Leben für die Kunst – Gerhard Montibeller und der Malgrund Satteins

von BAKI
21. Dezember 2025
in Gsiberger, Kultur
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Gerhard Montibeller vor eines seiner Bergbilder. Foto: Bandi Koeck

Gerhard Montibeller vor eines seiner Bergbilder. Foto: Bandi Koeck

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Wenn man Gerhard Montibeller begegnet, den alle nur „Monti“ nennen, spürt man sofort: Hier spricht nicht nur ein Maler, hier spricht ein Mensch, der Kunst lebt – gesellig, neugierig, humorvoll und zutiefst verbunden mit den Menschen um ihn herum. Der bekannte Vorarlberger Kunstmaler ist nicht nur für seine Bilder, sondern vor allem für seine Fähigkeit bekannt, andere für Kunst zu begeistern. Seit einem Vierteljahrhundert prägt er mit dem Malgrund Satteins einen Ort, an dem Kreativität, Austausch und Gemeinschaft selbstverständlich zusammengehören.

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Die Kunst im Blut

Montibellers Weg zur Malerei begann früh – fast zwangsläufig. Er wuchs in einer Malerfamilie auf, sein Vater Angelo arbeitete im Atelier im Feldkircher Kanalareal. Der Geruch von Terpentin, Ölfarben und Leinwand wurde für den jungen Gerhard zu einer Art Heimat. Schon als Kind war das Atelier Spielplatz und Schule zugleich. Farben, Papiere, Staffeleien – alles war da, alles durfte ausprobiert werden.

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Zunächst führte ihn sein beruflicher Weg allerdings zur Fotografie. Dort lernte er Bildaufbau, Komposition und das bewusste Sehen – Fähigkeiten, die später seine Malerei entscheidend prägen sollten. Intensiv zu malen begann er vergleichsweise spät, erst mit rund 50 Jahren. Doch was spät begann, entwickelte eine umso größere Kraft. Heute, mit fast 80 Jahren, blickt Montibeller auf ein beeindruckendes künstlerisches und kulturelles Lebenswerk zurück.

Der Malgrund – aus einer Idee wird ein Ort

Die Initialzündung für den Malgrund kam nicht im Atelier, sondern durch die Begegnung mit anderen Künstlerinnen und Künstlern. Gemeinsames Arbeiten, Diskutieren und Lernen – diese Erfahrung wollte Montibeller nach Vorarlberg holen. Zusammen mit Gleichgesinnten gründete er eine Malgruppe, aus der schließlich der Malgrund entstand.

Nach mehreren provisorischen Ateliers fand der Verein 2005 seine dauerhafte Heimat im ehemaligen Konsumgebäude am Kirchplatz in Satteins. Dort entwickelte sich der Malgrund rasch zu einem kulturellen Fixpunkt: freies Malen, Kurse in unterschiedlichsten Techniken, Workshops, Ausstellungen und Gemeinschaftsprojekte. Unter dem Dach des Malgrunds entstand zudem die Frastanzer Kunstakademie, die heute ein umfangreiches Kursprogramm mit renommierten Dozentinnen und Dozenten anbietet.

Kunst als Gemeinschaft

Was den Malgrund besonders macht, ist nicht nur das Programm, sondern die Atmosphäre. Jeden Montag treffen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Essen und anschließendem freien Malen. Menschen aus ganz Vorarlberg – und weit darüber hinaus – kommen nach Satteins, um hier zu arbeiten, zu lernen und sich auszutauschen. Besucherinnen und Besucher reisen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Liechtenstein und sogar aus entfernteren Ländern an.

Auch Kinder und Jugendliche finden im Malgrund ihren Platz: Aktionen wie das beliebte Sonnenmalen oder die Gauki-Wochen verbinden Kunst spielerisch mit Gemeinschaft und hinterlassen sichtbare Spuren – bunte Sonnen in Gärten weit über Satteins hinaus.

Montibeller als Künstler

Neben seiner organisatorischen Arbeit ist Montibeller vor allem eines: Maler. Seine Werke reichen von Aquarell über Acryl bis Öl. Besonders bekannt sind seine Bergbilder. Mit augenzwinkerndem Humor kommentiert er Fragen nach der „Besteigung“ seiner Motive: Man müsse einen Berg nicht erklimmen, um ihn malen zu können. Entscheidend sei der Blick, nicht die Höhe.

Seine Ausstellungen – von „Monte Mountains“ über thematische Gemeinschaftsprojekte bis hin zu großformatigen Arbeiten – zeugen von Experimentierfreude und Lust am gemeinsamen Gestalten. Immer wieder gelingt es ihm, andere mitzunehmen, einzubinden und zu ermutigen, neue Wege zu gehen.

25 Jahre Malgrund – ein rundes Jubiläum

2025 feiert der Malgrund Satteins sein 25-jähriges Bestehen. In diesen Jahren wurden tausende Menschen erreicht: durch Kurse, Workshops, Ausstellungen, Kunstaktionen im öffentlichen Raum und internationale Begegnungen. Fahnen mit Originalkunstwerken im Ortsbild, großformatige Gemeinschaftsbilder und immer neue Projekte zeigen, wie lebendig dieser Ort geblieben ist.

Gerhard Montibeller ist dabei mehr als ein Obmann oder Initiator – er ist Herz und Motor des Malgrunds. Solange ihm die Kunst Freude macht, wird er sie weiter teilen. Und genau das ist vielleicht sein größtes Verdienst: Kunst nicht als elitäres Gut zu verstehen, sondern als Einladung an alle.


Factbox

Name: Gerhard „Monti“ Montibeller
Geburtsjahr: 1946
Wohnort / Wirkungsstätte: Satteins (Vorarlberg)
Künstlerische Techniken: Aquarell, Acryl, Öl, Zeichnung
Schwerpunkte: Landschaften, insbesondere Bergmotive, Gemeinschaftsprojekte
Gründung Malgrund: ca. 2000
Standort Malgrund: Seit 2005 am Kirchplatz in Satteins
Mitglieder Malgrund: rund 20–25
Besonderheit: Verbindung von freiem Malen, Kursbetrieb, Galerie und sozialer Gemeinschaft
Jubiläum: 25 Jahre Malgrund (2025)

Tags: GsibergerJubiläumKulturMalereiPersonPodcastPortraitSatteins
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