und warum ein zweistelliger Body Count nicht als Arbeit gerechnet wird.
“Mamaaaaaaaa! Mamaaaaa”
“JAAAAAAA? I BIN IM KELLER WÄSCHE WASCHEEEEEEEEN!“
„MAMAAAA, woascht du, wo min Bikini isch? Es ist sooo heiß.“
„Mama, woascht du, wo mine kurze blaue Hosa isch?“
„Alles noch im Koffer!“
von Lydia Gaßner:
Alles Easy – Tschisi das mit den Kindern beim Heimkommen vom Urlaub! Im Urlaub 40 Grad, im Haus 40 Grad. Easy Tschisi. Wie das Eis, Tschisi. Ich weiß nicht, ob Sie es noch kennen, ich habe es extra noch schnell gegoogelt. Cremig gelb, ein Käse mit Vanillegeschmack. Ja, stellen Sie sich vor, wie das gewesen wäre, Ano 1995 auf der Fahrt um 3 Uhr Nachts nach Italien zum Strand – mit Google Maps in der Hand! („Mama, was hat die Oma da in der Hand?“ – „Ja, die Straßenkarte.“) Ja, stellen Sie sich vor – mit Klimaanlage. Ja, stellen Sie sich vor – die Kleinen hinten mit Tablet und Kopfhörer ganz ruhig. Und natürlich beim Nachhausekommen, ja stellen Sie sich vor, da wird der Koffer von selbst ausgeräumt und alles wieder verstaut. Und die Wäsche, ja stellen Sie sich vor, die Wäsche wäscht sich von selbst und wird zusammengelegt, wie von einem Eishockeyspieler bei Off Campus, oben ohne natürlich. Und dann stellen Sie sich vor, die Urlaubsfotos mit dem hübschen Poolboy sind dann gleich als digitaler Fotoalbum am Tisch. Nicht wie damals, 4 Wochen später, unscharf und verwackelt.
Aber gut, Männer kann man sich bei 40 Grad überall vorstellen, vor allem wenn vor ihnen die Frauen spärlich gekleidet wippend vorbei gehen und ins Wasser springen. Die stellen sich dann wieder gleich zu viel vor, frage nicht.
Mann kann sich auch bei 40 Grad in Salzburg viel vorstellen – auch kostenlose Kinderbetreuung. Weil das machen alle Frauen gerne. Und wärend ich meinen vertrauten Kaffee trinke und dem Staubroboter so zusehe, wie er sich über den Teppich kämpft, frage ich mich, wieso eigentlich hauptsächlich Frauen in sozialen Berufen arbeiten. In der Pflege, im Kindergarten, in der Schule, im horizontalen Gewerbe. Wobei – Arbeit ist es ja keine, rechnen Sie mal! Das können Sie gar nicht rechnen! Eine Berufung und ein Geschenk ist das, wenn einem Fremden der Popo gesäubert wird und die Kleinen mit dem Rotz in der Hand mit dir Laternen basteln. Und wenn ein Kunde da, ungewaschen und die wildesten Fantasien ausleben will. Da überlegt sich der Staat dreimal, ob da überhaupt etwas bezahlt werden soll, die Fauen beschützt werden sollen, oder ob nicht ein feuchter Händedruck vom Herrn Chef reicht. Da steht die Verantwortung gegenüber dem Land schon im Vordergrund. Weil schon Frau-sein eine Berufung ist, eine Brutmaschine, eine Kochmaschine, eine Sexmaschine – außer Feministinnen, Prostituierte und Bitches, die sind sowieso schuld, die lüsternen Frauen mit ihrem zweistelligem Body Count, den sie sich ohne anstrengender Arbeit geleistet haben, die sind unten durch. Da lockt das ewige Weibsbild.
In diesem Sinne wünsch ich besonders allen Frauen einen schönen Sonntag und viel Spaß bei der 5. Wiederholung von Off Campus 😉 oder bei einer Krimiserie mit dem sexy Mörder. Ein bisschen was vorstellen dürfen Sie sich schon bei über 30 Grad im Schatten.












