Im Zuge der Zentrumsentwicklung in Meiningen soll wieder ein traditionelles Dorfgasthaus entstehen. Realisiert werden soll diese Vision durch eine Genossenschaft. Unterstützung ist herzlich willkommen.
Die Ausgangslage in Meiningen macht den Handlungsbedarf deutlich: Seit beinahe zwei Jahren gibt es nach der Schließung des Gasthauses „Tannenhof“ kein klassisches Dorfgasthaus mehr. Mit dem angekündigten Aus des Nahversorgers Walser folgt ein weiterer Einschnitt in die Lebensqualität der Dorfbewohner. Der unter breiter Bürgerbeteiligung erarbeitete Räumliche Entwicklungsplan (REP) der Gemeinde setzt genau hier an. Die Ansiedlung eines neuen Nahversorgers im kommenden Jahr ist bereits in der finalen Planung, weitere Schritte wie die Gestaltung eines Dorfplatzes und zusätzliche Maßnahmen zur Belebung des Zentrums sollen folgen.
Ein Dorfgasthaus lässt sich jedoch aus finanziellen Gründen nicht allein durch die Gemeinde realisieren. Deshalb haben Thomas Muther, Ulrich Feistenauer und Florian Wilhelm die Initiative ergriffen und ein Genossenschaftsmodell entwickelt. Bürger, Betriebe und Vereine können sich beteiligen, Anteile erwerben und damit aktiv zur Entstehung eines neuen sozialen Treffpunkts im Dorf beitragen.

© Franz-Felix Juen, Noah Winkler/ Plan: Ulrich Feistenauer
„Frenerhus“ als idealer Standort
Geplant ist die Umsetzung des Gasthauses im über 100 Jahre alten Frenerhaus, direkt neben der Kirche und gegenüber dem Pfarrhof. Direkt angrenzend soll der neue Dorfplatz als Treffpunkt für Jung und Alt entstehen.
Das „Frenerhus“ ist derzeit im Besitz der Gemeinde. Ziel der Genossenschaft ist es, die Nutzung im Baurecht zu sichern und den Umbau zu finanzieren. In weiterer Folge tritt sie als Verpächterin des Gastronomiebetriebs auf. Dabei steht der Gemeinschaftsgedanke im Mittelpunkt: Alle Genossenschafter können mitbestimmen, Verantwortung wird gemeinsam getragen – und das Dorfgasthaus bleibt im Besitz der Allgemeinheit.
„Wir wollen im Dorf wieder jassen gehen können“
Ausgangspunkt für die Initiatoren war die Frage, wie das Dorfzentrum langfristig belebt und ein Ort geschaffen werden kann, der Gastronomie, Begegnung und Gemeinschaft verbindet. „Uns war wichtig, keinen kurzfristigen Gastronomiebetrieb zu denken, sondern einen Ort, der dem Dorf gehört und nachhaltig wirkt“, erklärt Thomas Muther: „Ein Dorfgasthaus ist mehr als ein Lokal – es ist ein sozialer Raum, der Menschen zusammenbringt. Wir wollen einen Ort schaffen, an dem man wieder im Dorf jassen gehen kann, sich nach Feierabend auf ein Bier trifft und am Wochenende mit der Familie essen geht.“
Sanierung mit Augenmaß
Geplant ist keine Neubebauung, sondern die behutsame Weiterentwicklung bestehender Strukturen. Der historische Charakter des Frenerhauses soll erhalten bleiben und durch zeitgemäße Nutzungsmöglichkeiten ergänzt werden. Vorgesehen sind klassische und gemütliche Gaststuben, ein öffentlicher Gastgarten neben dem öffentlichen Dorfplatz sowie flexibel nutzbare Räume für unterschiedliche Anlässe.
Anteile zu je 500 Euro
Voraussetzung für die Gründung der Genossenschaft und damit für die Umsetzung ist eine ausreichende Beteiligung. Ein Genossenschaftsanteil beträgt 500 Euro, pro Person können bis zu 20 Anteile erworben werden. Neben finanzieller Unterstützung ist auch ehrenamtliches Engagement willkommen. Auch Sponsor sind herzlich eingeladen, das Projekt zu unterstützen.
Die nächsten Schritte
Ziel ist es, bis Herbst 2026 Genossenschaftsanteile im Umfang von mindestens 500.000 Euro zu sammeln. Wird dieses Ziel erreicht, ist die Gründung der Genossenschaft bis Ende 2026 vorgesehen. In Abstimmung mit der weiteren Entwicklung des Dorfzentrums erscheint eine Umsetzung bis 2030 realistisch.
Aktuell ist bereits etwas mehr als die Hälfte dieses Betrags zugesagt – ein wichtiger Meilenstein. Gleichzeitig ist allen Beteiligten bewusst, dass die zweite Hälfte die größere Herausforderung darstellt. Umso mehr ist das Projekt auf weitere Unterstützerinnen und Unterstützer angewiesen, die sich beteiligen und die Idee eines gemeinschaftlichen Dorfgasthauses mittragen.
Weitere Schritte
Im Laufe des Jahres 2026 sind weitere Informationsveranstaltungen, Beteiligungsmöglichkeiten und konzeptionelle Vertiefungen geplant. Die Bevölkerung – insbesondere auch die Jugend – soll weiterhin eng eingebunden und das Projekt gemeinsam weiterentwickelt werden. „Das Frenerhaus soll ein selbstverständlicher Teil des Dorflebens werden“, so Muther. „Ein Ort, an dem man sich trifft – heute, morgen und auch in Zukunft.“











