Skigebiete und Corona: Müssen die Skigebiete zu bleiben?

Skigebiete und Corona: Müssen die Skigebiete zu bleiben?
 

Deutschlands Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bayerns Ministerpräsident Markus Söder fordern eine europaweite Schließung der Skigebiete.

„Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schließen könnten“, sagte Merkel im Bundestag. „Es sieht leider nicht so aus, wenn man die österreichischen Verlautbarungen hört, dass uns das so einfach gelingen könnte, aber wir werden es noch einmal versuchen.“

Frankreich prescht in der Thematik schon vor. Die Skilifte sollen an den Weihnachtsfeiertagen geschlossen bleiben. Die Orte selbst sollen hingegen offen sein. Premierminister Jean Castex meinte dazu in einer Pressekonferenz: „Natürlich wird es für jeden möglich sein, in die Ferienorte zu gehen, um die reine Luft unserer schönen Berge, die Geschäfte, die geöffnet sein werden – außer Bars und Restaurants – zu genießen. Alle Skilifte und öffentlichen Einrichtungen werden für die Öffentlichkeit geschlossen sein.“

Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte will Italiens Skigebiete aufgrund der Corona-Pandemie mindestens bis zum 10. Januar geschlossen halten. Dafür erhielt er aber Kritik von anderen italienischen Politikern.

Österreichs Regierung sieht dies anders. Tourismus­ministerin Elisabeth Köstinger betonte in einem spiegel.de Interview: „Winterurlaub in Österreich wird sicher sein. ­Unsere Betriebe haben ­Sicherheitskonzepte für den Skiurlaub, Après-Ski wird es heuer nicht geben.“ Vorarlbergs Tourismus Landesrat Christian Gantner sieht dies genau so: „Eine Wintersaison wird es geben, wenn auch eine andere.“

Bundeskanzler Sebastian Kurz möchte die Frage nach der Öffnung der Skigebiete mit den Infektionszahlen kombinieren. Er meinte: „Das hängt immer mit den Infektionszahlen zusammen und zwar den Infektionszahlen bei uns in Österreich.“ „Ich kann Ihnen nur sagen, wenn jemand alleine laufen geht im Moment, dann ist das ähnlich gefährlich, wie wenn jemand alleine eine Skitour geht“, so Kurz weiters. „Wenn jemand einen Lift verwendet, dann ist das ähnlich, wie wenn er ein öffentliches Verkehrsmittel verwendet. Anhand dieser Gesichtspunkte muss man Entscheidungen treffen.“

Für Österreichs Tourismus wird die Vorgehensweise der anderen EU Staaten über die Wintersaison entscheiden. Österreich hatte 2019 52 Millionen Besucher aus dem Ausland, während selbst nur 3 Millionen Österreicher Skifahren.