Home-Schooling aus Elternsicht: Cordelia Nachbaur im Interview

Home-Schooling aus Elternsicht: Cordelia Nachbaur im Interview
 

Wie ergeht es Eltern mit ihren Kindern, die sich dieser Tage im Home Schooling, also im Fernunterricht befinden? Cordelia Nachbaur (55) aus Feldkirch stand Gsi.News Rede und Antwort.

Wie geht es Ihnen als Mutter beim Thema Fernunterricht? Was sind klare Vor-, welches eher Nachteile dabei?
Cordelia Nachbaur: Mir persönlich geht es als Elternteil einer 18-jährigen Tochter im Maturajahr der HAK in Bezug auf Distance-Learning gut, da in diesem Alter ja keine Lernhilfe durch Eltern erforderlich ist.

Was sind aus Ihrer Sicht klare Vor-, welches eher Nachteile dabei?
Nachbaur: Als Vorteil neben der Kontaktreduktion und dem damit verbundenen Ansteckungsrisiko ist, dass der Schwerpunkt des Lernens auf den acht Schularbeitenfächern liegt und das Zeitmanagement jedem selbst überlassen bleibt. Natürlich ist es auch für ältere Schüler anstrengend, mehrere Stunden aneinander aktiv an Onlineeinheiten teilzunehmen und im Anschluss daran Arbeitsaufträge zu erledigen. Nachteilig ist sicherlich, dass das Lernen großteils isoliert stattfindet und sowohl Austausch als auch Vergleich innerhalb der Klasse fehlen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Zeitspanne des Distance-Learnings nicht klar vorgegeben ist.

Im Vergleich zum ersten Lockdown: Was läuft nun besser als beim vor einigen Monaten, als alle quasi „ins kalte Wasser“ geschmissen wurden?
Nachbaur: Im Vergleich zum Frühjahr ist der Umgang mit den neuen Möglichkeiten der Wissensvermittlung vertrauter und alltäglicher geworden.

Wo besteht dringender Verbesserungs- bzw. Handlungsbedarf, gerade seitens Infrastruktur, Schule oder Regierung)?
Nachbaur: Es wird erwartet, dass Eltern eine optimale Infrastruktur wie leistungsstarke Endgeräte, schnelle Internetverbindung, Drucker sowie einen Platz zum ruhigen, stundenlangen Arbeiten zur Verfügung stellen. Über Nacht benötigt fast jedes Familienmitglied ein eigenes Endgerät und Schule und Büro finden plötzlich im privaten Wohnzimmer statt.

Werden neue Themen behandlet? Und benutzen alle Lehrpersonen nun den gleichen Kanal, über den einheitlich gearbeitet wird und nicht die einen E-Mail oder WhatsApp und die anderen MS Teams oder Zoom?
Nachbaur: Die Lehrpersonen meiner Tochter benutzen denselben Kanal und es werden auch neue Themen in den ca. 17 online abgehaltenen Wochenstunden vermittelt. Die Erarbeitung komplexer neuer Inhalte ist sicherlich herausfordernd, da es im Präsenzunterricht leichter ist, direkt auf die spontanen Probleme der Lernenden einzugehen, das Tempo situationsbezogen anzupassen und die neuen Lerninhalte mit den bereits vermittelten zu verknüpfen.

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