Susis Gedankenwelt #39: Alte Hasen und leckere Schnitten

Susis Gedankenwelt #39: Alte Hasen und leckere Schnitten
 

Kennen Sie das, wie Sie sich mit etwas Süßem – korrigiere – mit Ihrer Lieblingsmarke selbst belohnen? Im Fall unserer Kolumnistin Susi ist dieser wertvolle Motivationskick gerade nicht verfügbar, somit sieht sie sich gezwungen, auf die Suche nach einem ähnlich schmeckenden Produkt zu machen. Und nebenbei erwähnt erfahren wir wertvolle Tipps zur Vorbeugung gegen Winterdepression und Migräneattacken. Doch lesen Sie am besten selbst:

„Mama, bringst uns du ins Bett?“

„Na, hüt macht des dr Papa.“

„Warum?“

„Weil i noch dringend was schrieba muss.“

Genau. Kolumne Nr. 39 –  und da muss ich jetzt etwas schreiben, OHNE meine Motivation: Prinzenrollen. Und jetzt steh ich im kleinen Abstellraum und durchforsche wie wild alle Regale, diverse Körbchen, Tupperdosen und dergleichen, um irgendetwas annähernd ähnlich Süßes zu finden. Und ich stelle mit großem Entsetzen fest: Wuah! Der Abstellraum gehört aber sowas von dringend mal wieder ausgemistet. Alte Löffeleier mit Ablaufdatum Ende Juni (Schoki hält sicher ewig – außer mein Papa findet sie.) und Osterhasenschokolade, einzelne Salzstängel und Erdnüsse liegen herum – definitiv ungenießbar. Und immer haben wir Chips von Feierlichkeiten übrig, die mindestens schon ein halbes Jahr abgelaufen sind.

 Ja, werte Leserinnen und Leser, Spuren der Unordnung zeigen sich schön langsam, weil die ehemals ober-pingelige Hausfrau, natürlich gutaussehend und topgestylt, und zweifach-Mutter ja durch ihren Wiedereinstieg in das Berufsleben die Ordnungsmoral eher in den Hintergrund verschoben hat, und stattdessen stundenlange Waldspaziergänge in den kalten Herbsttagen zur Vorbeugung gegen die Winterdepression und Migräneattacken vorzieht. Und die Kinder finden ja allerhand Interessantes Unbekanntes im Wald („Mama, was is des?“ – „Keine Ahnung, kriach ned dauernd im Dreck herum.“ ). Und jetzt wird natürlich einfach schnell eingekauft, alles hineingeschmissen in das Abstellräumchen und dann ratzfatz die Tür zu, damit nichts mehr herausfallen kann.

Und wenn in der morgendlichen Eile wieder alle darauf vergessen, die Abstellkammer zu schließen, hilft mir wieder – freundlich wie sie ist – unsere Hündin. Die unteren Regale (Jack Russel Widerristhöhe 25 cm) hat sie mir netterweise schon des Öfteren ausgemistet.  

Und jetzt merke ich gerade, eigentlich wollte ich mich über etwas ganz was anderes ärgern. Nämlich über Männer. Das ist schon längst mal überfällig. Letztens doch glatt einer zu mir: „Frauen haben eh immer was zum Aussetzen. Die sind nie zufrieden. Können sie einfach gar nicht. Aber was weiß ich schon von Frauen. Die Sprache der Frau ist ein Rätsel.“ Ja! Was weiß der denn schon von Frauen. Wir könnten schon, wir wollen nur nie zufrieden sein. Hihi. Oder so. Die Leiden des Mannes, oder die Leiden des jungen Werthers. „Oh, Lottes schwarze Augen!“ Wobei ich jetzt auch grad gar nicht mehr weiß, wovon dieses Buch eigentlich handelt. Zu lange her, aber alle 23 Schüler hatten zufällig die gleiche Inhaltsangabe geschrieben. Schlaue Füchse waren wir damals mit 17!

Und während ich nun hier schreibe, stelle ich fest, dass die Haselnussschnitten auch schon im September abgelaufen sind. Na bravo! (Ma(e)nner mag man eben, auch wenn sie nicht mehr jung und knackig sind.)

Einen schönen Sonntag wünscht euch die Susi!

P.S.: Schöne Grüße an das kleine Geburtstagkind in Rankweil!

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