Kino in Zeiten von Corona

Kino in Zeiten von Corona
 

Von Thomas Bertram

Corona-bedingt fällt so vieles aus, gibt es so manche Einschränkungen und natürlich gibt es die Selbstbeschränkung. Wie steht es denn mit dem Kino? Lange Zeit geschlossen, dann erlebte zumindest das Autokino ein kleines Revival, dann erste Schritte mit bekannten Filmen zu geringen Eintrittspreisen. Doch damit überleben weder Großkinos noch kleine Lichtspielhäuser.

Disney hat gleich zwei Kinofilme gar nicht auf die Leinwand gebracht, nach Artemis Fowl jetzt Mulan als Realfilm, 007 ist auf den November verschoben und ob Avatar tatsächlich noch 2020 starten wird, steht derzeit in den Sternen. Glücklicherweise trauen sich einzelne Verleiher, Blockbuster gezielt ins Kino zu bringen. Allgemein gilt: Abstand halten, Maske auf bis zum Sitzplatz, viele freie Plätze, kein Gedränge aufkommen lassen.

Nun konkret zu dem, was ich erlebt habe: Drei Karten für das IMAX wurden online erworben. Ein Kontaktbogen musste ausgefüllt werden, wurde aber nicht überprüft sondern in einen Kasten geworfen. Es war sehr wenig Publikum vor Ort, die wenigen, die an der Kasse standen, hielten leider definitiv einen zu geringen Abstand. Doch der gestaffelten Anfangszeiten gab es keinerlei dichtes Gedränge. Trotz des geringen „Andrangs“ waren mehrere Theken für Popcorn usw. besetzt, so bildeten sich so gut wie keine Schlangen. Hier wurden die Abstände sehr gut eingehalten.

Natürlich waren die gemütlichen Lounge-Ecken zum Hinlümmeln und Abhängen nicht zugänglich. Du gehst rein, kaufst dir evtl. noch etwas für den Film, und dann ab zu deinem Platz. Da kannst du dann die Maske abnehmen. Ach so, vorher für alle Fälle (der Film geht mit Werbung und Vorfilmen drei Stunden) noch einmal das WC aufsuchen. Zwei von drei Urinalen waren abgeklebt, um Abstände zu gewährleisten, die Handtrockner waren natürlich außer Betrieb, stattdessen lagen Papierhandtücher in ausreichender Menge bereit. Alles war sauber.

Vor Beginn des Filmes wurde man auf der Leinwand an einige Regeln erinnert: Wer den Platz verlässt, setze bitte seine Maske wieder auf, keine freie Platzwahl, um die Mindestabstände zu gewährleisten. Das Kino, das ich besuchte, hielt 110 von 247 Plätzen gesperrt. Das sind dann natürlich auch verlorene Einnahmen bei höherem Personalaufwand für zusätzliche Reinigung und Desinfektion. Auch deshalb wurden die Kinobesucher höflich gebeten, keinen Müll an den Plätzen zu hinterlassen. Brav haben wir am Ende des Filmes unsere Becher und Tüten sachgerecht entsorgt und zumindest mehrere andere taten dies auch. Dieses rücksichtslose Hinterlassen von Müll am Platz ist sowieso eine Unsitte, die mich schon immer genervt hat.

Ich fühlte mich sicher, deutlich besser geschützt als etwa in Bahnen oder Bussen und auch besser als in Gaststätten. Von daher; Daumen hoch für das Kino! Lasst euch nicht entmutigen, geht hin. Die großen wie die kleinen Häuser benötigen zahlungskräftige Kundschaft, erstere um große Produktionen zu veröffentlichen, letztere um ihre Kinokunst weiterhin anbieten zu können. Denn Kinofilme kann man auf der großen Leinwand im abgedunkelten Kinosaal wirklich genießen.

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