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inatura veröffentlicht die neue Rote Liste der Libellen Vorarlbergs – 62 Libellenarten nachgewiesen

von BK
15. Juli 2026
in Gsiberg
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Fotonachweis: inatura: sympetrum-fonscolombii_2017-06-02_5969-mirrored_jgf

Fotonachweis: inatura: sympetrum-fonscolombii_2017-06-02_5969-mirrored_jgf

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Rote Listen informieren nicht nur über den Gefährdungsgrad einzelner Tier- und Pflanzenarten. Sie sind auch ein Gradmesser für den Zustand unserer Umwelt im Allgemeinen. Und sie machen deren Veränderungen sichtbar. Die kürzlich durch die inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn online veröffentlichte Rote Liste der Libellen Vorarlbergs ist hier keine Ausnahme.

Die reinen Zahlen sind ernüchternd: In Vorarlberg sind aktuell 62 Libellenarten nachgewiesen. Davon wird nur ein Drittel als ungefährdet eingestuft, 16 % sind in der Vorwarnstufe, und beinahe die Hälfte der Arten (47 %) ist in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet. Zu zwei Arten liegen so wenige Meldungen vor, dass eine Gefährdungseinstufung nicht möglich ist. Gegenüber einer alten Aufstellung aus dem Jahr 2001 wurden zwar 19 Arten in ihrer Gefährdung herabgestuft, aber bei 13 hat sich der Gefährdungsgrad erhöht. Zwei Arten entpuppten sich als einstige Fehlbestimmungen, und fünf Arten erweitern den Libellenreichtum Vorarlbergs.

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Ein Vierteljahrhundert nach der Veröffentlichung einer ersten Bestandsaufnahme der Libellen Vorarlbergs war es an der Zeit, diese in ihrer Gefährdung neu zu bewerten. Denn in diesen wenigen Jahren haben sich die Rahmenbedingungen deutlich gewandelt. Die Veränderungen des Klimas ermöglichen es wärmeliebenden Arten, sich in Vorarlberg anzusiedeln. Gleichzeitig engen neue Konzepte der Landnutzung den Lebensraum alteingesessener Arten massiv ein. Was 2001 plausibel erschien, hat heute längst keine Gültigkeit mehr.

Für die neue Rote Liste der Libellen standen Werner Holzinger und Brigitte Komposch-Holzinger (Ökoteam Graz) rund 10.800 Datensätze zur Verfügung, darunter Beobachtungsdaten der inatura aus den letzten Jahrzehnten sowie neue Erhebungen durch das Projektteam selbst. Ungünstige Witterung schränkte das ohnehin limitierte Zeitfenster für die Nachsuche im Gelände ein. Historische Angaben wiederum mussten anhand des spärlichen Sammlungsmaterials überprüft werden. Daten von Citizen-Science-Plattformen flossen ebenso in die Studie ein.

Haben sich auch die Lebensbedingungen etlicher Arten verschlechtert, so hat Vorarlberg auch Besonderheiten zu bieten: Die Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) ist in Österreich aktuell nur in Vorarlberg zu finden. Das historische Vorkommen in Nordtirol ist nach menschlicher Umgestaltung des Lebensraums erloschen. Gegen Westen existieren lediglich kleine, isolierte Vorkommen in Liechtenstein, am Bodensee und im Thurgau. Und von der Großen Moosjungfer (Leucorrhinia pectoralis) fand sich in der Sammlung der inatura nur ein einziger historischer Beleg ohne Fundortangabe. In jüngster Vergangenheit konnte diese Art im Moorgebiet Turbastall bei Schlins und im Fohramoos entdeckt werden.

Die Erstellung Roter Listen durch die inatura Erlebnis Naturschau Dornbirn ist in der Naturschutzverordnung des Landes Vorarlberg gesetzlich verankert. Eine vergleichbare Verpflichtung gibt es in keinem anderen Österreichischen Bundesland.

Die Rote Liste Libellen ist ausschließlich digital als PDF-Datei erhältlich:

Komposch-Holzinger, B. & Holzinger, W. E. (2026): Die Libellen Vorarlbergs (Insecta: Odonata): Verbreitung und Gefährdung. – Rote Listen Vorarlbergs, 13: 173 S.; Dornbirn (inatura).

Download unter:

https://www.inatura.at/forschung-und-wissen/rote-listen/rote-liste-libellen

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