Musik und Tanz locken zahlreiche Kulturbegeisterte in die Feldkircher Altstadt
Mit ihrer ersten Sommerausgabe haben die Montforter Zwischentöne – kurz MOZ genannt – in der zweiten Juni-Woche ein neues Kapitel in ihrer Festivalgeschichte aufgeschlagen. Eine Woche lang verwandelte sich die Stadt Feldkirch in einen lebendigen Resonanzraum für Musik, Tanz, Begegnung und überraschende Perspektiven. Der Plan, dabei möglichst viele Menschen an außergewöhnlichen Orten, auf Straßen und Plätzen mit Performances zu überraschen und durch die Stadt mitzunehmen, sei sehr gut aufgegangen. Das teilt das Festivalteam um das Künstlerische Leitungsduo Silvia Salzmann und Folkert Uhde in einer entsprechenden Presseinformation mit.
Besondere Aufmerksamkeit erhielten demnach vor allem die Interventionen unter dem Titel „in the blink of an eye“. Übergangsorte der Stadt – Durchgänge, Unterführungen, Mauern und Plätze – wurden zu temporären Bühnen. Da tauchte an der einen Stelle der Kammerchor Feldkirch mit Chorwerken auf, an einem anderen Platz improvisierte ein Instrumental-Trio bestehend aus Akkordeonist Raphael Brunner, Flötist Juan Diaz und Posaunistin Maxine Troglauer und in manchem Tunnel verschmolz das Tanzensemble bestehend aus Marina Rützler, Maartje Pasman, Fabian Tobias Huster, Sebastien Kapps, Joni Österlund und Silvia Salzmann zu einer eindrucksvollen menschlichen Pforte. Eines wurde bei all dem schnell deutlich: Bei dieser besonderen Stadtführung bestand keine Gefahr, dass Langeweile aufkommen kann.

Yasmo und die Klangkantine im Palais Liechtenstein. Fotografen: Florian und Sarah Mistura
Immer wieder blieben Passanten stehen, die nicht wie das bereits mitlaufende Publikum gezielt zu der kostenlosen Veranstaltung gekommen waren, und ließen sich von Tanz, Musik und Performance in den Bann ziehen. „Genau diese Verbindung von Kunst, Stadt und Gemeinschaft möchten wir in den kommenden Jahren weiterentwickeln. Die MOZ leben davon, dass Menschen nicht nur zuschauen, sondern Teil des Geschehens werden“, bilanziert Silvia Salzmann. Und auch Folkert Uhde meint: „Die schönsten Festivalmomente lassen sich nicht planen. Sie entstehen, wenn Menschen gemeinsam unterwegs sind, innehalten, zuhören und sich überraschen lassen – genau das macht die MOZ aus.“Pl
Ein besonderer Höhepunkt des Festivals war zudem „Die Nacht (ist nicht allein zum Schlafen da)“ im Palais Liechtenstein. Der vielschichtige Abend verband Improvisation, Tanz, Partizipation und Konzert zu einem ebenso überraschenden wie mitreißenden Gesamterlebnis. Nach den „Improsessions“ vom Ensemble Plus und dem Tanzensemble sowie der ebenso humorvollen wie verbindenden „Koreoke“ mit Mirjam Steinbock, bei der das Publikum zu Musikvideos von Filmklassikern tanzte, verwandelte sich der Innenhof mit dem Konzert von „Yasmo & die Klangkantine“ in einen pulsierenden Treffpunkt des Festivals. Bei bestem Wetter blieb das Publikum weit über das offizielle Programm hinaus vor Ort. Es wurde getanzt, gefeiert und diskutiert.

Fotografen: Florian und Sarah Mistura
„Die außergewöhnliche Atmosphäre und die große Resonanz haben noch einmal verdeutlicht, wie sehr Formate gefragt sind, die künstlerische Qualität mit Leichtigkeit, Gemeinschaft und echter Festivalstimmung verbinden“, meint Folkert Uhde. „Wir danken allen Künstler:innen, Partner:innen und vor allem dem Publikum, das diese Festivalwoche erst zu einem ganz besonderen Erlebnis hat werden lassen, und freuen uns auf die Fortsetzung des Festivaljahres im Herbst“, kündigt Silvia Salzmann an. So steht die Festivalausgabe für den Herbst, in dem Feldkirch vom 7. bis 29. November wieder zu einem Raum für musikalische, tänzerische und künstlerische Entdeckungen werden soll, bereits fest. Auch Teile der Interventionen von „in the blink of an eye“ sollen dann als filmisches Bühnenbild in einem zweiten Teil, der Produktion „in the blink of an eye“ im Montforthaus, wiederzuentdecken sein.

Fotografen: Florian und Sarah Mistura











