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Liechtenstein präsentiert KI-Strategie – Anspruch hoch, Umsetzung offen

von BRAN
22. April 2026
in Liechtenstein, Politik, Wirtschaft und Recht
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v. l. n. r.
Dr. Juliane Marold, Amt für Personal und Organisation,
Fabian Schmid, Amt für Informatik,
Brigitte Haas, Regierungschefin,
Dr. Clara Guerra, Stabsstelle für Digitale Innovation. Fotos: Arno Georg Brändle

v. l. n. r. Dr. Juliane Marold, Amt für Personal und Organisation, Fabian Schmid, Amt für Informatik, Brigitte Haas, Regierungschefin, Dr. Clara Guerra, Stabsstelle für Digitale Innovation. Fotos: Arno Georg Brändle

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Die Regierung Liechtensteins hat ihre KI-Strategie für die Landesverwaltung in Vaduz vorgestellt. Ziel ist eine modernere, effizientere und bürgernahe Verwaltung durch den gezielten Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Gleichzeitig zeigt sich: Zwischen Anspruch und konkreter Umsetzung bestehen noch deutliche Lücken.

Von Arno Georg Brändle

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Die Strategie basiert auf vier Leitprinzipien: KI soll verantwortungsvoll, menschenzentriert, transparent sowie effizient und innovativ eingesetzt werden. Der Mensch bleibe dabei stets in der Entscheidungsverantwortung. Organisiert wird die Umsetzung entlang der Handlungsfelder Mensch, Organisation, Governance und Infrastruktur.

Ein zentrales Ziel ist es, Prozesse zu optimieren, Mitarbeitende zu entlasten und Dienstleistungen für die Bevölkerung zu verbessern. Gleichzeitig betont die Regierung, dass der persönliche Kontakt zwischen Verwaltung und Bevölkerung auch in Zukunft erhalten bleiben soll.

Ausgangslage: Nutzung unkoordiniert und intransparent

Die Strategie benennt auch die aktuellen Schwächen klar: KI wird bereits eingesetzt, allerdings unkoordiniert, mit unterschiedlichen Reifegraden und ohne zentrale Übersicht. Genau hier soll die Strategie ansetzen.

Auch Risiken werden offen angesprochen: mangelnde Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, Datenschutzfragen, rechtliche Unsicherheiten sowie technische Risiken.

Datensicherheit im Fokus

An der Medienorientierung betonte Regierungschefin Brigitte Haas mehrfach die Bedeutung der Datensicherheit. Diese habe höchste Priorität. Die Strategie selbst unterstreicht diesen Anspruch mit Vorgaben zu Datenschutz und Kontrolle.

Konkrete technische Lösungen – etwa lokale oder vollständig abgeschottete Systeme – wurden jedoch nicht vorgestellt.

Kosten: Keine klare Antwort, keine Einsparungen erwartet

Offen blieb auch die Frage nach den Kosten. Konkrete Zahlen konnte die Regierung nicht nennen.

Klar wurde jedoch: Einsparungen sind durch den Einsatz von KI nicht das primäre Ziel. Vielmehr sei mit einer Verlagerung von Aufgaben und Kosten zu rechnen. KI werde Prozesse verändern, aber nicht zwingend günstiger machen.

Transparenz: Anspruch und Realität klaffen auseinander

Ein kritischer Punkt zeigte sich bei der Transparenz. Offiziell wird diese als zentral bezeichnet. Tatsächlich existiert bereits eine interne Transparenzdatenbank über eingesetzte KI-Systeme.

Diese ist jedoch nicht öffentlich zugänglich.

Für die Bevölkerung bleibt damit unklar, wo und wie KI konkret eingesetzt wird – ein Widerspruch zum formulierten Anspruch.

Immerhin: Bei konkreten Anwendungen soll Transparenz sichtbar werden. Chatbots der Verwaltung müssen klar als solche gekennzeichnet sein, sodass Nutzerinnen und Nutzer wissen, dass sie mit einer Maschine kommunizieren.

KI nur für einfache Anfragen

Die Regierung zieht zudem eine klare Grenze beim Einsatz von KI im direkten Kontakt mit der Bevölkerung:

Chatbots sollen nur für einfache Standardanfragen («08/15-Anfragen») eingesetzt werden.

Sobald es um komplexere oder sensiblere Anliegen geht, soll konsequent auf menschlichen Kontakt verwiesen werden – etwa via Telefonnummer oder E-Mail. Der direkte Austausch zwischen Menschen bleibt damit zentraler Bestandteil der Verwaltung.

Schule bleibt aussen vor

Unklar blieb die Rolle der KI im Bildungsbereich. Auf Nachfrage wurde lediglich auf die Plattform „Fobizz“ verwiesen, die Schülerinnen und Schülern zur Verfügung steht.

Eine umfassende KI-Strategie für Schulen existiert derzeit nicht. Ob und wann eine solche kommt, konnte nicht beantwortet werden.

Dynamisches Dokument ohne klaren Endpunkt

Die Regierung versteht die KI-Strategie als dynamisches Dokument. Sie soll laufend angepasst und spätestens bis 2030 grundlegend überarbeitet werden.

Fazit

Liechtenstein legt mit der neuen KI-Strategie ein strukturiertes Grundlagendokument vor. Die zentralen Herausforderungen sind erkannt, die Ziele klar formuliert.

Offen bleibt jedoch die Umsetzung:

  • keine klaren Kosten
  • keine sichtbare Transparenz nach aussen
  • keine Strategie für Schulen

Die Strategie ist damit ein erster Schritt – aber noch kein operativer Plan.

Tags: LiechtensteinPolitikVaduzWirtschaft
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