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Radioembolisation zerstört wirksam Krebszellen in der Leber

von Red
8. Februar 2021
in Gsiberg
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Mikroinvasive Therapiemethode zur Behandlung von bösartigem Leberkarzinom erstmals in Vorarlberg möglich

Für Patientinnen und Patienten mit Tumoren der Leber gibt es ein Verfahren, die sogenannte Radioembolisation, das helfen kann den Tumor zu verkleinern und die Lebensqualität zu steigern. Diese Behandlung wurde im Dezember 2020 im Landeskrankenhaus Feldkirch eingeführt. „Die Therapiemethode ist eine mikroinvasive Technik, mit der wir bösartige Lebertumoren behandeln können, bei denen andere therapeutische Verfahren wenig Aussicht auf Erfolg haben“, erklärt Primar Univ.-Doz. Dr. Alexander Becherer, Leiter der Abteilung Nuklearmedizin. Er wandte diese Methode schon 2004 als Erster in Österreich an. Nun holte er sie in enger Zusammenarbeit mit dem Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie (IDIR) nach Vorarlberg.

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Die Radioembolisation – auch bekannt als selektive interne Radiotherapie (SIRT) – ist eine mikroinvasive Technik zur Behandlung von bösartigen Lebertumoren. Leberkrebs verläuft in den meisten Fällen zunächst symptomfrei und wird deshalb häufig erst im weit fortgeschrittenen Stadium festgestellt. In dieser Situation kann der Tumor operativ nicht mehr vollständig entfernt werden. Hier kann eine Radioembolisation helfen: „Zwar kann sie den Krebs nicht heilen, sie beeinflusst jedoch bei geeigneter Anwendung die Lebensqualität und die Lebenserwartung der Patientinnen und Patienten positiv“, betont Primar Univ.-Doz. Dr. Alexander Becherer.

Sanfte Methode

Die SIRT ist eine spezielle Form der internen Bestrahlung, die im Inneren des Tumors wirkt. Sie beruht auf einem Verschluss (= Embolisation) der kleinen tumorversorgenden Gefäße mit radioaktiven Partikeln. Zur verpflichtenden Voruntersuchung wird unter lokaler Betäubung über die Leistenarterie ein dünner Katheter in die Leberarterie eingeführt und eine radioaktive Testsubstanz in die Leberarterie eingespritzt. Anschließend wird ihre Verteilung im Körper sichtbar gemacht und geprüft, ob sie ausschließlich im Tumor ankommt und wieviel davon für die optimale Wirkung verwendet werden muss. Die eigentliche Behandlung funktioniert genauso wie die Voruntersuchung, allerdings wird dieses Mal eine Substanz mit Wirkung auf die Tumorzellen eingesetzt. „Der Gefäßkatheter wird von der Radiologie gelegt, die Nuklearmedizin verabreicht über diesen Katheter die Partikel mit dem radioaktiven Isotop Yttrium-90 in die Gefäße, die den Tumor versorgen“, sagt Becherer. Einerseits wird die Tumordurchblutung über diese Gefäße unterbunden, andererseits der Tumor von innen heraus radioaktiv bestrahlt. „Die Strahlung beschränkt sich weitgehend auf den Tumor und schont gesundes Gewebe. Die Behandlung ist gut verträglich und sehr komplikationsarm“, erklärt der Nuklearmediziner. Nach der Therapie bleiben die Patientinnen und Patienten eine Nacht zur Beobachtung auf der Station. „Die Strahlenwirkung hält kontinuierlich noch über ein- bis eineinhalb Wochen an“, schildert Becherer.

Interdisziplinäres Tumorboard entscheidet

Sowohl Leberkrebs als auch Lebermetastasen können mit einer SIRT behandelt werden. Die Entscheidung, ob diese Methode zur Anwendung kommt, wird im Tumorboard getroffen. Die behandelnde Abteilung stellt die erkrankte Person vor und die anwesenden Tumorspezialisten entscheiden gemeinsam über die Therapie. Wird eine SIRT empfohlen, können die Betroffenen ab sofort in Feldkirch behandelt werden und müssen nicht mehr in ein anderes Bundesland reisen.

Statement:

„Es freut mich sehr, dass wir nun für eine ausgewählte Gruppe an Krebspatienten eine zusätzliche Behandlungsmethode im Land Vorarlberg anbieten können. Dank dem Einsatz von Prim Becherer und Prim Cejna, können wir nun im Rahmen unserer onkologischen Fallbesprechungen gemeinsam Patienten für die Radioembolisation evaluieren und diese innovative Behandlungsoption unseren Patienten gezielt anbieten.“

Prim. Priv.-Doz. Dr. Thomas Winder, PhD, Leiter der Inneren Medizin II (Onkologie, Hämatologie, Gastroenterologie, Infektiologie)

Tags: Feldkirch
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