Der Teufel ist wieder da

Der Teufel ist wieder da
 

Lucifer Staffel no 5 – amazon Prime

Von Thomas Bertram

Wer die ersten 4 Staffeln von Lucifer auf Amazon Prime gesehen hat, wird sich bestimmt gefreut haben, dass es jetzt die 5te Staffel zu schauen gibt. Ohne Mehrkosten, einfach so. Wer das bisher verpasst hat, sollte sich nach der Lektüre des nächsten Absatzes fragen, ob das eine Serie für ihn bzw. für sie sei.

Staffeln 1-4 in ganz kurzer Kurzform (immer noch ziemlich lang): Der Teufel wandelt leibhaftig auf Erden, aber nicht etwa um die Menschen reihenweise für die Hölle zu rekrutieren, sondern einfach nur, um selbst Spaß zu haben. Und so ist Lucifer Morningstar (gespielt von Tom Ellis) ein reicher Nachtclubbesitzer in Los Angeles. Zufällig wird er in Mordfälle verwickelt und entdeckt eine gewisse Sympathie für die Ermittlerin (Laureen German). Er hilft ihr fortan bei den Recherchen, wobei seine Methoden oft eher ungewöhnlich sind. Wenn er Verdächtige nach dem fragt, was sie sich am meisten wünschen, kommt manchmal ein Tatmotiv aber genauso oft auch ein Unschuldsbeweis hervor. Nebenbei legt Lucifer so ungefähr alles flach, was nicht bei drei auf dem Baum ist, Männer wie Frauen verfallen seinem Charme, nur eben Chloe Decker, die Detektivin nicht. Und ganz schlimm, in ihrer Nähe ist er nicht mehr unverwundbar. Da gibt es tolle Szenen, wie er einfach durch einen Kugelhagel auf Verbrecher zugeht, um sie sich zu greifen. Sein Bruder Amenadiel (D.B. Woodside) kommt ebenfalls auf die Erde, um ihm klarzumachen, dass er gefälligst die Hölle zu bewachen hat. Im Laufe der 4 Staffeln lernen wir noch Kain kennen, Lucifers Mutter (!!) und Eva. Die vierte Staffel endet damit, dass der Fürst der Finsternis seinen Dämonen seine höllische Gestalt zeigt, sie zurück in Hölle schickt und ebenfalls dorthin muss, um sie vor erneuten Übergriffen auf inzwischen geliebte Menschen abzuhalten.

Damit war die Geschichte eigentlich zu Ende erzählt, aber der Erfolg und natürlich auch ein wenig das Geld riefen nach einer Fortsetzung. Und so erscheint ein neuer Lucifer auf der Bildfläche, nur ist er ein Hochstapler, sein Zwillingsbruder. Der kann sogar lügen, was Lucifer nie getan hat. Wie das zu einem Engel passt, haben die Drehbuchschreiber nicht erklärt. Zwei Folgen lang stiftet er Verwirrung im Leben von Lucifers Freundeskreis. Anfangs kann er sogar die Dämonin und ehemalige Leibwächterin von Lucifer Mazikeen (Lesley-Ann Brandt) täuschen. Amenadiel holt Lucifer zurück, um dem Treiben ein Ende zu setzen, „darf“ dafür jetzt die Hölle bewachen. Der Zwillingsbruder enthüllt Chloe das Geheimnis ihrer Geburt -sie ist ein Geschenk Gottes, ein Geschenk für Lucifer. Daran hat sie ganz schön zu knabbern. Zwei Folgen lang schien es, als ob Staffel 5 eher eine ironische Abrechnung mit den ersten Staffeln wird, aber das war schnell vorbei. Nebenbei werden natürlich Mordfälle gelöst, aber es geht bei den Protagonisten auch weiter in die Tiefe. Zudem werden biblische Anspielungen genial in den Plot eingebaut. Wenn Lucifers Verschwinden in der ersten Folge von Nichteingeweihten mit: „Der soll doch in der Hölle schmoren“ kommentiert wird, dann ist das für die beiden Menschen, die seine Identität kennen, gar nicht lustig. Oder wenn Amendiel mit Chloe zusammen in einem Kloster ermittelt und alle Nonnen nur ihn, den Engel sehen und auch nur mit ihm reden.

Insgesamt ist dieser Lucifer ernster geworden, was der Serie guttut. Absolut sehenswert, wenn ich die ganze Staffel durchhabe, melde ich mich abschließend wieder.

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