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Briefe von Gerd: Lieber Neubeginn, liebe Krise!

von GEEN
23. Juni 2020
in gsi.kolumne
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Ab und zu kommt man im Leben an Wegkreuzungen und muss einen anderen Weg nehmen, als man in seiner Lebensplanung, in seinem Traum, in seiner Vision vorgesehen hatte. Man wollte geradeaus weitergehen, aber der gerade Weg ist verschlossen – es gibt nur den Weg nach links oder rechts – zurück ist sowieso keine Alternative – also kurz gesagt – es ist Zeit für einen Neubeginn.

Und genau darüber möchte ich heute einen „Brief von Gerd“ schreiben: Neubeginn. Die wenigsten schaffen es, Ballast abzuwerfen und ganz neu anzufangen. Es braucht Mut. Viele scheitern an Selbstzweifeln, Bequemlichkeit und Angst.

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Wie gelingt ein Neubeginn? Ein paar Beispiele gefällig? Hier sind sie:

Der Finanzmakler Gauguin warf mit 42 Jahren seinen Job hin und beschloß von nun an als Maler zu leben, trotz zu erwartender Armut – heute sind seine Bilder Millionen wert. Die alleinerziehende, arbeitslose Mutter Joanne K. Rowling schrieb ein Kinderbuch über den Zauberlehrling Harry Potter – heute ist sie reicher als die Queen.

Nicht jeder Neubeginn verändert das Leben so radikal. Aber jede Krise – Trennung, Jobverlust oder einfach Unzufriedenheit mit jahrelanger Routine – enthält auch eine Chance. Sie ist ein heimlicher Aufruf, die Lebensumstände zu ändern. Ein Appell, dem nur wenige folgen. Warum ziehen es die meisten vor, im Elend zu verharren?

Es ist die Angst vor dem Unbekannten. Das „Alte“ ist bekannt und man hat sich arrangiert.

Der nächste Punkt ist die Trägheit. Der Weg des geringsten Widerstandes besteht darin, alles so zu lassen wie es ist. Veränderung erfordert Mühe. Eine Trennung zieht zum Beispiel Wohnungswechsel und neue Partnersuche nach sich. So unbefriedigend der gegenwärtige Zustand auch sein mag – man sieht erst, was man verliert, wenn man es wirklich verliert. Dann – diese Unentschlossenheit. Jeder Neuanfang stellt ein Experiment dar. Verschiedene Wege sind möglich, welcher ist der Beste? Das Zögern zwischen mehreren Alternativen verhindert den entschiedenen Aufbruch zu neuen Ufern. Also – jedenfalls nicht stehenbleiben – weitergehen – neue Wege beschreiten. Stehenbleiben heisst sterben – und das ist keine gute Lösung des Problems.

Die Krise kann ein Weg in die Freiheit sein. Die Krise kann ein Wegweiser hin zur Erfüllung unserer wahren Sehnsucht sein. Krisen führen uns an unsere Grenzen und über diese hinaus, sie konfrontieren uns mit der Angst und lehren uns, mit dieser umzugehen.

Der Weg der Heilung und Zuversicht beginnt mit dem Annehmen dessen, was uns widerfahren ist. Diese innere Annahme führt uns dahin, die Vergangenheit, wie schmerzlich sie auch war, würdigen zu können und sie dann ruhen zu lassen.

ABER um den Weg aus der Krise zu finden, bedarf es des Mutes zur Veränderung, es bedarf der Ehrlichkeit, uns selbst und anderen gegenüber sowie der Bereitschaft zum Auflösen alter Muster und Verhaltensweisen. In dieser Zeit ist es unabdingbar, dem eigenen inneren Führer zu vertrauen, die innere Ordnung wiederherzustellen, Grenzen zu setzen und Vertrauen in das Leben zu erlernen. Schlussendlich ist die Aufgabe der Krise,  uns menschlich reifen und seelisch wachsen zu lassen, unsere individuelle Verwirklichung voranzutreiben und uns in die Freiheit zu führen. Daher meine ganz persönliche Sicht auf diesen, anderen Weg… Brief von Gerd – sei dein eigener Herr!

Brief von Gerd – Liebe Krise, Liebe Hindernisse!

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