I am Mother

I am Mother
 

Amazon-Prime Science Fiction Empfehlung von Thomas Bertram

Der Film „I am Mother“ – „Ich bin/heiße MUTTER“ zeigt eine teils verstörende, teils fast idyllische Dystopie. Idyllisch: die kleine namenlose „Tochter“ wird in einem großzügigen Bunkersystem mit schier unbegrenzten Ressourcen von einem liebevollen Androiden „Mutter“ großgezogen und wir verfolgen das mit. Der Säugling, das Kleinkind, das Kind, schließlich die Jugendliche, man könnte an eine glückliche Kindheit denken, es fehlt an nichts, Mutter ist wirklich liebevoll und besorgt. Natürlich gibt es Regeln, es muss gelernt werden, es wird getestet.

Verstörend: Offensichtlich hat ein Ereignis (Krieg? Seuche? …) die gesamte Menschheit dahingerafft und hier in dieser Bunkeranlage soll eine neue Menschheit entstehen, über 20.000 Embryos warten auf ihre Geburt und ihr von Mutter gehütetes Aufwachsen. „Draußen“ ist alles giftig.

In dieser Realität wächst Tochter heran, bis sie eines nachts von einem Geräusch geweckt wird. Sie findet und fängt eine kleine Maus, das bisher einzige Lebewesen. Ist es von draußen gekommen? Ist es dort also gar nicht tödlich? WAS ist draußen? Da Mutter Nacht für Nacht ihre Akkus aufladen muss, kann Tochter verbotene Ausflüge machen und findet eine verwundete Frau vor der Eingangsschleuse. Sie redet scheinbar wirres Zeug von „Bulldozern“ (=Androiden), die alle Menschen jagen und töten.

Mit Mutter konfrontiert schießt sie ohne zu zögern, verfehlt aber die Hauptplatine. Mutter ist nicht nachtragend „Meine Aufgabe ist es, die Menschheit zu schützen!“ beteuert sie, trotzdem verweigert die Frau jede Hilfe und will lieber an der Blutvergiftung sterben. Tochter übernimmt schließlich die Notoperation. Doch was die Frau dann zu erzählen hat, gefällt ihr gar nicht und die Saat des Misstrauens wird gelegt, von der Frau gegenüber Mutter ebenso wie von Mutter gegenüber der Frau.

Wer lügt hier? Mutter? Die Frau? Beide? Und warum? Die Flucht der beiden Menschen aus dem Bunkersystem gelingt, doch zu den anderen Menschen in den Mienen wird Tochter nicht gebracht. Ein dramatisches Ende kündigt sich an. Und erneut stellt sich die Frage, wer hier wen und zu welchem Zweck belogen hat. Der Schluss ist dann doppelt unerwartet.

Rose Byrne schlüpft in das komplette Androidenkostüm und kann dennoch liebevoll einen Säugling halten. Hilary Swank spielt die Frau von draußen sehr prägnant. Und Clara Ruggard als „Tochter“ ist einfach eine Wucht, gehorsam und aufmüpfig. Grant Sputore hat eine hervorragende Regiearbeit abgeliefert. Die Welt wird immer undurchschaubarer, je mehr er im Film Tochter davon entdecken lässt.

One thought on “I am Mother

  1. Für mich war der Film sehr gut aber nicht logisch. ACHTUNG SPOILER – das der Roboter am Schluss sich um die Menschheit kümmert ist doch einfach blöd.

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