Von Fasching über Holzkunst und Schildkröten zu Volleyball – Ein Leben voller Bewegung, Kreativität und Leidenschaft
Es gibt Menschen, bei denen man sich fragt, wie sie all ihre Interessen, Hobbys und Tätigkeiten eigentlich unter einen Hut bringen. Gerwin Mayerhofer aus Muntlix gehört zweifellos zu dieser Sorte. Stillstand scheint für den 1963 geborenen Zwischenwässler ein Fremdwort zu sein. Ob Volleyball, Fasching, kunstvolle Holzarbeiten, Schildkrötenzucht, Snowboarden oder ausgedehnte Aufenthalte in Thailand – Gerwin ist ein Mensch mit vielen Leidenschaften, der seine Zeit am liebsten aktiv, kreativ und in Gesellschaft anderer verbringt. Ein echter Allrounder eben, der nicht nur Ideen hat, sondern sie auch in die Tat umsetzt.
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Seine Leidenschaft für den Sport begann früh. Selbst stand Gerwin zunächst als Volleyballspieler auf dem Feld der Turnerschaft Rankweil. Als die Herrenmannschaft mangels Spielern nicht mehr zustande kam, verlagerte sich sein Engagement zunehmend auf die Nachwuchsarbeit. Neben seiner Tätigkeit als Englisch- und Sportlehrer an der Hauptschule und späteren Mittelschule Rankweil-Ost betreute er Mädchenmannschaften in der Schülerliga. 1992 übernahm er die Volleyballsektion der Turnerschaft und entwickelte sie Schritt für Schritt zu einer erfolgreichen Abteilung mit Mannschaften in verschiedenen Altersklassen und bis hin zur Damenlandesliga.
Zehn Jahre später folgte der nächste große Schritt: 2002 gründete er den eigenständigen Raiffeisen VBC Rankweil. Bis heute ist Gerwin dem Verein eng verbunden. Er leitet regelmäßig das Training der Hobbygruppe, begleitet Mixed-Mannschaften zu Meisterschaftsrunden und hilft bei zahlreichen Veranstaltungen mit. Ob Beachvolleyballturnier, Hobbyturnier oder Preisjassen – auf seine Unterstützung ist Verlass. Eine besondere Rolle übernimmt er bei der traditionellen Nikolausfeier, bei der er selbst in das Nikolauskostüm schlüpft. Dass Sport für ihn weit mehr bedeutet als Training und Wettkampf, zeigt sich gerade hier: Gemeinschaft, Geselligkeit und das Miteinander gehören für ihn ganz selbstverständlich dazu.

Und wo Volleyball ist, darf der Fasching nicht fehlen. Bereits 1992 begann Gerwin gemeinsam mit Vereinsmitgliedern, Familienangehörigen und Freunden, bei Faschingsumzügen mitzumachen. Was zunächst mit selbst gebauten kleinen Faschingswagen begann, entwickelte sich zu einer langjährigen Tradition. Nachdem die ersten Wagen immer wieder auf- und abgebaut werden mussten, wurde schließlich ein eigener Wagen angeschafft, der seit mehr als 20 Jahren im Einsatz ist. Gerwin kümmert sich um Gestaltung, Dekoration und technische Ausstattung. Das Grundgerüst bleibt, das Erscheinungsbild wechselt: Alle paar Jahre wird ein neues Motto umgesetzt.
Die Liste der bisherigen Verkleidungen ist entsprechend bunt: Bergbauern, Hexen, Geister, Kannibalen, Mexikaner, Aloha Hawaii und zuletzt die Rocklegenden von KISS. Die Ideen entstehen in einer kleinen Runde, in der Gerwin maßgeblich mitmischt. Besonders schön ist dabei, dass der Fasching für ihn kein eigenständiger Vereinszweck ist, sondern eine zusätzliche Möglichkeit, Menschen zusammenzubringen. Sechs bis sieben Umzüge stehen regelmäßig auf dem Programm – von Vorarlberg über Liechtenstein bis in die Schweiz. Auch der traditionelle Besuch an der Mittelschule Rankweil-Ost mit dem Faschingswagen ist geblieben. So hat ihn seine frühere Wirkungsstätte auch nach der Pensionierung nicht ganz losgelassen. Für den nächsten Auftritt ist übrigens nochmals KISS vorgesehen.

Wer Gerwin allerdings nur auf dem Sportplatz oder beim Fasching erlebt, kennt längst noch nicht alle Facetten dieses umtriebigen Mannes. In seiner Garage hat er sich eine kleine Werkstatt eingerichtet, in der aus Holz und anderen Materialien allerlei kreative Kunsthandwerksstücke entstehen. Die Begeisterung dafür wurde ihm gewissermaßen in die Wiege gelegt: Sein Vater war gelernter Tischler, und schon in seiner Kindheit gehörten Holz und Werkzeug zum Alltag. Später entstanden gemeinsam mit dem Vater Dekorationsstücke für die Handarbeitsrunde seiner Frau Erika, die alle zwei Jahre einen Basar veranstaltete.




Mit dem Eintritt in die Pension bekam dieses Hobby noch einmal ordentlich Auftrieb. Gerwin meldete ein Kunsthandwerk-Gewerbe an und verwandelte die Garage kurzerhand in einen kleinen Hofladen. Dort gibt es Geschenke und Dekorationen für die verschiedensten Anlässe und Jahreszeiten – von sommerlichen Accessoires über Herbst- und Halloween-Dekorationen bis hin zu weihnachtlichen Kreationen. Besonders unkompliziert ist das Verkaufskonzept: Der kleine Laden ist täglich von 9.30 bis 22 Uhr geöffnet und funktioniert als Selbstbedienungsladen mit Kassa. Auch auf Weihnachtsmärkten in der Region ist Gerwin mit seinen Arbeiten regelmäßig vertreten. Seine Kreativität endet also nicht an der Werkbank, sondern findet ihren Weg direkt zu den Menschen.

Eine ganz besondere Liebe gilt außerdem den Schildkröten. Schon als Bub hatte Gerwin eine Schildkröte. Nach einer längeren Pause, in der Familie und Beruf im Vordergrund standen, entdeckte er Mitte der 1990er-Jahre seine Begeisterung für diese Tiere wieder. Aus zwei ursprünglich angeschafften Schildkröten ist im Laufe der Jahre eine stattliche Familie geworden. Zu Spitzenzeiten waren es rund 70 Tiere, aktuell leben 59 Schildkröten in seinem Garten.
Die älteste ist mittlerweile stolze 41 Jahre alt, die jüngsten sind gerade einmal drei. Ein Teil der Tiere stammt aus eigener Nachzucht. Dafür hat Gerwin eigens verschiedene Gehege eingerichtet und sorgt mit zwei großen Gemüsegärten und ausreichend Grünflächen auch für die passende Versorgung. Besonders faszinieren ihn die Ruhe und Gelassenheit der Tiere. Während rund um ihn herum oft einiges los ist, lassen sich die Schildkröten nicht aus der Ruhe bringen. Im Winter gönnen sie sich eine mehrmonatige Winterruhe, im Sommer steht einmal täglich Füttern auf dem Programm. Natürlich gehören Pflege und Instandhaltung der Gehege dazu – aber auch das ist für Gerwin Teil der Freude an diesem Hobby.

Wenn in Vorarlberg der Winter Einzug hält, zieht es Gerwin und seine Frau Erika allerdings regelmäßig in wärmere Gefilde. Ihr Sohn Ralf lebt seit 2011 auf der thailändischen Insel Koh Samui. Seit der Pensionierung nutzen die beiden die Zeit, um der kalten Jahreszeit für rund sechs Wochen zu entfliehen. Nach dem letzten Faschingsumzug werden die Koffer gepackt, und schon geht es Richtung Thailand. Mittlerweile waren sie bereits zwölfmal dort.
Was Gerwin an Thailand besonders schätzt? Ganz einfach: das warme Klima, die Freundlichkeit der Menschen und die unkomplizierte Lebensart. Durch seinen Sohn und dessen thailändische Familie bekommen die beiden auch Einblicke in das Leben abseits der klassischen Touristenpfade. Sie kennen inzwischen viele besondere Lokale, Geschäfte und Plätze, die sie dank persönlicher Empfehlungen entdecken konnten. Neben Koh Samui stehen immer wieder Ausflüge in andere Regionen des Landes auf dem Programm. Thailand ist für Gerwin längst zu einem zweiten Zuhause auf Zeit geworden.
Und auch sportlich bleibt er seiner Vielseitigkeit treu. Wenn Schnee liegt und es die Zeit erlaubt, steht er gerne auf dem Snowboard. Fußball gehört ebenfalls zu seinen Interessen. International schlug sein Herz lange für Italien und den AC Milan. In Vorarlberg gilt seine Unterstützung dem SCR Altach, für den er eine Dauerkarte besitzt. Gemeinsam mit Freunden besucht er so viele Heimspiele wie möglich – auch wenn die sportlichen Zeiten des Vereins nicht immer einfach sind.

Was bei all diesen Aktivitäten auffällt: Gerwin ist kein Mensch, der sich auf ein einziges Hobby festlegen möchte. Er probiert aus, organisiert, baut, trainiert, gestaltet und bringt Menschen zusammen. Seine Pension ist für ihn keineswegs der Beginn einer ruhigeren Lebensphase, sondern vielmehr eine Zeit mit neuen Möglichkeiten und zusätzlicher Freiheit. Die berufliche Tätigkeit als Lehrer ist zwar abgeschlossen, das Engagement für andere Menschen ist geblieben.
Gerwin Mayerhofer ist damit weit mehr als ein vielseitiger Hobbyist. Er ist Vereinsmensch, Handwerker, Kreativer, Tierfreund, Sportbegeisterter und Weltenbummler. Vor allem aber ist er jemand, der seine Interessen mit anderen teilt und aus eigenen Ideen gemeinschaftliche Erlebnisse macht. Oder anders gesagt: Bei Gerwin ist immer etwas los – und genau das scheint sein ganz persönliches Rezept für ein erfülltes Leben zu sein.

Factbox: Gerwin Mayerhofer
Gerwin Mayerhofer
Geboren 1963 · Wohnhaft in Muntlix, Gemeinde Zwischenwasser
Lehrer im Ruhestand und leidenschaftlicher Allrounder
Sport und Vereinsleben
- Mitbegründer und langjähriger Motor des Volleyballsports in Rankweil
- Gründung des Raiffeisen VWC Rankweil im Jahr 2002
- Trainer der Hobbygruppe und Betreuer von Mixed-Mannschaften
- Snowboarder und Fußballfan
- Unterstützt den SCR Altach mit einer Dauerkarte
Fasching
- Seit 1992 bei Faschingsumzügen aktiv
- Verantwortlich für Gestaltung und Dekoration des Vereinswagens
- Rund sechs bis sieben Umzüge pro Saison
- Bisherige Mottos unter anderem Lucky Looks, Aloha Hawaii und KISS
Kunsthandwerk
- Begeisterung für Holz seit Kindertagen
- Eigene Werkstatt und Kunsthandwerksgewerbe
- Selbstbedienungs-Hofladen in der Garage
- Öffnungszeiten: täglich von 9.30 bis 22 Uhr
Tierliebe
- 59 Schildkröten im eigenen Garten
- Ältestes Tier: 41 Jahre
- Jüngste Tiere: 3 Jahre
- Höchststand: rund 70 Schildkröten
- Teilweise eigene Nachzucht
Thailand
- Sohn lebt seit 2011 auf Koh Samui
- Jährlicher Aufenthalt mit Ehefrau Erika nach dem Fasching
- Rund sechs Wochen Auszeit in Thailand
- Bereits zwölf Aufenthalte auf der Insel
Familie und persönliche Interessen
- Verheiratet mit Erika
- Vater von zwei Söhnen
- Lieblingsverein international: AC Milan
- Lieblingsnationalmannschaft: Italien
- Liebt Geselligkeit, Handwerk, Sport und das Reisen












