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Der entschlossene Mahner: Wenzel Michalski und der Kampf gegen Antisemitismus

von BAKI
23. Oktober 2026
in gsi.podcast, Gsiberger
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Wenzel Michalski diese Woche bei seiner Präsentation auf dem Campus von Yad Vashem in Jerusalem. Foto: Bandi Koeck

Wenzel Michalski diese Woche bei seiner Präsentation auf dem Campus von Yad Vashem in Jerusalem. Foto: Bandi Koeck

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Wenzel Michalski: Wenn Erinnerung zur Verantwortung wird

Ein Porträt über einen Holocaustüberlebenden, seinen Sohn und den Kampf gegen das Vergessen – aufgenommen in Jerusalem für die 101. Folge von «derpodcaster.com».

Text, Bilder und Podcast: Bandi Koeck

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Jerusalem. Eine Stadt, in der Geschichte allgegenwärtig ist. Eine Stadt, in der sich die Vergangenheit nicht einfach ablegen lässt und in der die Gegenwart immer wieder Fragen aufwirft, die weit über die Grenzen Israels hinausreichen. Hier treffe ich Wenzel Michalski. Ein Mann, dessen persönliche Geschichte untrennbar mit der Shoah verbunden ist und dessen berufliches und gesellschaftliches Engagement heute eine besondere Bedeutung hat.

Den ganzen Podcast mit Wenzel Michalski auf Spotify anhören!

Den ganzen Podcast mit Wenzel Michalski in YouTube anhören!

Wenzel Michalski wurde 1962 in Hamburg geboren. Er studierte Geschichte und Politikwissenschaft in Heidelberg und Hamburg, arbeitete rund zwei Jahrzehnte in leitenden Positionen bei ARD, Sat.1 und N24 und war als Moderator und Korrespondent in London tätig. Von 2010 bis 2024 leitete er das deutsche Büro von Human Rights Watch. Heute ist er Geschäftsführer des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland.

Doch hinter dieser beeindruckenden beruflichen Laufbahn steht eine Familiengeschichte, die von Verfolgung, Angst, Überleben und der schwierigen Aufgabe erzählt, das Unsagbare in Worte zu fassen.

Ein zehnter Geburtstag, der alles veränderte

Wenzel Michalskis Vater, Franz Michalski, war Holocaustüberlebender. Ein Zeitzeuge, der über Jahrzehnte hinweg an Schulen von der Verfolgung der Juden während der nationalsozialistischen Herrschaft berichtete. Für seinen Sohn begann die bewusste Auseinandersetzung mit dieser Geschichte an einem ganz besonderen Tag: seinem eigenen zehnten Geburtstag.

Sein Vater setzte sich damals mit ihm zusammen und begann zu erzählen. Er wollte seinem Sohn erklären, wie es gewesen war, als er selbst zehn Jahre alt wurde. Denn genau an diesem Geburtstag musste Franz Michalski mit seinem Bruder und dessen Familie vollständig in den Untergrund gehen.

Das Verstecken, das Untertauchen, die Flucht vor den nationalsozialistischen Verfolgern – all das war für den jungen Franz Michalski keine abstrakte Geschichte aus einem Geschichtsbuch. Es war seine Kindheit. Und es war der Weg, auf dem er überleben konnte.

Über die Jahre hinweg erzählte der Vater seinem Sohn immer wieder davon. Zunächst altersgerecht und in kleinen Schritten, später mit immer mehr Einzelheiten. Innerhalb der Familie wurde über die Vergangenheit gesprochen. Nach außen jedoch blieb sie lange verborgen.

«Er hat immer gesagt, erzähle es niemandem, sag niemandem, dass wir Juden sind. Das wollen die nicht», erinnert sich Wenzel Michalski.

Es war die Angst eines Überlebenden, der wusste, dass das Ende des nationalsozialistischen Terrors keineswegs das Ende des Antisemitismus bedeutete.

Die Geschichte einer Familie – und die Geschichte des Schweigens

Als Jugendlicher begann Wenzel Michalski, sich intensiver mit seiner Herkunft auseinanderzusetzen. Mit 15 oder 16 Jahren wollte er die jüdische Geschichte seiner Familie nicht länger verschweigen. Er entschied sich für ein Geschichtsstudium und setzte einen Schwerpunkt auf jüdische Geschichte.

Dabei erlebte er bereits in den 1980er-Jahren selbst Antisemitismus. Besonders irritierend waren für ihn bestimmte politische Zuschreibungen gegenüber Israel. Die Behauptung, Israel sei lediglich eine Marionette der Vereinigten Staaten, ein kapitalistischer Außenposten oder ein kolonialistisches Projekt, begegnete ihm damals vor allem aus linken politischen Milieus.

Michalski sieht darin eine Entwicklung, die sich über Jahrzehnte hinweg aufgebaut hat. Er verweist auf antisemitische und antiisraelische Propaganda aus der Sowjetunion und der DDR, deren Deutungsmuster bis in die Gegenwart nachwirkten.

Was früher häufig hinter vorgehaltener Hand geäußert wurde, werde heute immer öfter öffentlich und laut ausgesprochen.

Die Erinnerung an die Shoah, so wird im Gespräch deutlich, ist für Michalski deshalb nicht nur eine historische Aufgabe. Sie ist auch eine Auseinandersetzung mit der Gegenwart. Denn Antisemitismus verschwindet nicht automatisch, nur weil die Verbrechen der Vergangenheit bekannt sind.

Besonders eindrücklich ist dabei die Geschichte seines Großvaters.

Dieser hatte lange Zeit überhaupt nicht über die Verfolgung, die Flucht und das Untertauchen gesprochen. Nicht einmal innerhalb der Familie. Das Schweigen führte zu einem schwierigen Verhältnis zwischen ihm und seinem Sohn Franz.

Erst Wenzel Michalski gelang es, seinen Großvater dazu zu bewegen, über die Vergangenheit zu sprechen. Zunächst zögerlich, dann immer ausführlicher. Während der Großvater erzählte, kehrten offenbar immer mehr Erinnerungen zurück.

Wenzel holte seinen Vater hinzu. Und plötzlich saßen Großvater und Vater zusammen und sprachen ein ganzes Wochenende lang – Tag und Nacht.

Franz Michalski begann, die Gespräche mit einem Diktiergerät aufzunehmen. Es folgten weitere Besuche, weitere Gespräche und eigene Recherchen. Er fuhr in die Gebiete, aus denen die Familie stammte, recherchierte in Breslau und im heutigen Polen.

Aus diesen Gesprächen und Nachforschungen entstand eine Familienchronik.

Eine Geschichte, die zunächst nur innerhalb der Familie weitergegeben wurde, sollte später auch für andere Menschen von Bedeutung werden.

Vom Überlebenden zum Zeitzeugen

Franz Michalski hatte nach dem Krieg nicht nur die nationalsozialistische Verfolgung überlebt. Er musste auch erfahren, dass der Antisemitismus in Deutschland nicht einfach verschwunden war.

Bei einer Historikerkonferenz in Berlin, Ende der 1980er- oder Anfang der 1990er-Jahre, berichtete ein anderer Überlebender von antisemitischen Erfahrungen nach 1945. Im Publikum herrschte offenbar Erstaunen.

Franz Michalski stand auf und widersprach. Auch er hatte nach dem Ende des Nationalsozialismus in Westberlin Antisemitismus erlebt. Er musste sogar die Schule wechseln.

Diese Offenheit führte dazu, dass Historiker auf ihn aufmerksam wurden. Es entstanden Kontakte zur Gedenkstätte Stille Helden, die sich den Menschen widmet, die während der nationalsozialistischen Herrschaft Juden geholfen hatten, sich zu verstecken.

Es waren Menschen, die unter Lebensgefahr Lebensmittel beschafften, Schutz gewährten oder auf andere Weise Unterstützung leisteten. Menschen, die sich trotz der Gefahr für das eigene Leben entschieden, nicht wegzusehen.

Franz Michalski wurde schließlich selbst zu einem dieser wichtigen Vermittler der Geschichte.

Er begann, Schulen zu besuchen und von seinen Erfahrungen zu berichten. Aus einzelnen Begegnungen wurde eine jahrzehntelange Tätigkeit als Zeitzeuge. Die Termine seiner Eltern wurden immer zahlreicher. Wenzel Michalski beschreibt die Kalender seiner Eltern in den letzten zwanzig Jahren beinahe wie jene eines internationalen Konzernchefs.

Franz Michalski erzählte. Er erklärte. Er erinnerte.

Und er machte deutlich, dass hinter den historischen Zahlen Menschen stehen, deren Leben durch den nationalsozialistischen Terror zerstört oder für immer verändert wurde.

Wenn die Stimme verstummt, muss die Erinnerung weitergehen

Etwa zehn Jahre vor dem Tod seines Vaters erlitt Franz Michalski einen Schlaganfall. Körperlich hatte dieser ihn glücklicherweise nicht besonders stark beeinträchtigt. Doch das Sprachzentrum war betroffen.

Der Mann, der jahrzehntelang von der Shoah erzählt hatte, konnte plötzlich nur noch eingeschränkt sprechen.

Nun übernahm seine Frau diese Aufgabe.

Wenzels Mutter kannte die Geschichte ihres Mannes in- und auswendig. Sie hatte über Jahrzehnte hinweg an den Gesprächen innerhalb der Familie teilgenommen. Sie wusste, was geschehen war, und konnte seine Geschichte weitergeben.

Franz Michalski begleitete sie weiterhin in die Schulen. Auch wenn er nur noch wenige Worte sprechen konnte, blieb er präsent. Er konnte zustimmen, ergänzen, auf wichtige Stellen hinweisen.

Die Erinnerung wurde zu einer gemeinsamen Aufgabe.

Doch auch Wenzels Mutter hatte eine außergewöhnliche Lebensgeschichte. Sie war die Tochter einer Frau mit indigener, guaranischer Herkunft und eines italienischen Vaters. Als junges Mädchen wurde sie von einer österreichisch-deutschen jüdischen Familie in Buenos Aires adoptiert.

In den 1920er-Jahren kehrte diese Familie nach Europa zurück. Wenzels Mutter kam mit und geriet in eine gefährliche Situation.

Ihr Adoptivvater wurde bereits 1936, lange vor der Pogromnacht, verhaftet und gefoltert. Die Familie floh daraufhin nach Brüssel. Der Adoptivvater starb ein Jahr später an den Folgen der Folter.

Auch diese Geschichte gehört zur Erinnerung an die Shoah. Sie zeigt, wie unterschiedlich die Lebenswege der Menschen waren, die durch die nationalsozialistische Verfolgung bedroht wurden.

Franz Michalski starb vor einigen Jahren. Seine Frau erzählt seine Geschichte bis heute weiter.

Yad Vashem: Die Wahrheit bewahren

Wenzel Michalski hat aus der Familiengeschichte einen persönlichen Auftrag gemacht. Heute engagiert er sich als Geschäftsführer des Freundeskreises Yad Vashem in Deutschland.

Die Aufgabe des Freundeskreises besteht darin, die Arbeit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte finanziell zu unterstützen und ihre Bedeutung in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Yad Vashem ist eine der wichtigsten Institutionen weltweit, wenn es um die wissenschaftliche Erforschung und Dokumentation der Shoah geht. Das Archiv, die Forschung und die systematische Sammlung von Zeugnissen bilden eine Grundlage, auf der historische Wahrheit bewahrt werden kann.

Doch Michalski sieht die Erinnerungsarbeit vor neuen Herausforderungen.

Die Zahl der Überlebenden nimmt stetig ab. Damit verschwindet auch die Möglichkeit, Menschen persönlich zu begegnen, die die Shoah selbst erlebt haben.

Eine Begegnung mit einem Zeitzeugen kann etwas bewirken, das kein Geschichtsbuch allein leisten kann: Sie schafft Nähe. Sie erzeugt Empathie. Sie macht aus historischen Ereignissen menschliche Erfahrungen.

Deshalb sind auch schriftliche Zeugnisse von besonderer Bedeutung.

Gemeinsam mit dem Herder Verlag hat der Freundeskreis Yad Vashem eine deutsche Ausgabe einer Anthologie veröffentlicht, die erste Briefe von Holocaustüberlebenden nach der Befreiung versammelt.

Diese Briefe sind unmittelbar. Sie erzählen davon, wer noch lebt, wer vermisst wird und wie ein Leben nach dem Holocaust überhaupt weitergehen kann.

Es sind Zeugnisse aus einer Zeit, in der die Überlebenden das Erlebte noch nicht vollständig reflektieren konnten. Gerade deshalb vermitteln sie eine besondere Authentizität.

Sie zeigen Menschen, die nach dem größten Menschheitsverbrechen des 20. Jahrhunderts versuchen, wieder einen Anfang zu finden.

Antisemitismus ist keine Vergangenheit

Im Gespräch in Jerusalem wird deutlich, dass Wenzel Michalski die Erinnerungsarbeit nicht als abgeschlossene historische Aufgabe versteht.

Er sieht einen Antisemitismus, der weltweit wieder an Sichtbarkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz gewinnt. Einen Antisemitismus, der sich nicht mehr nur in versteckten Andeutungen äußert, sondern zunehmend offen auftritt.

Seit dem 7. Oktober 2023 habe sich die Situation für Juden in Deutschland weiter verschärft. Michalski beschreibt eine Entwicklung, in der jüdisches Leben weiterhin unter besonderem Schutz stehen muss und in der die Gefahr von Angriffen im Alltag gewachsen ist.

Synagogen, jüdische Schulen und Gemeindehäuser werden bewacht. Veranstaltungen müssen unter Sicherheitsvorkehrungen stattfinden. Menschen, die durch eine Kippa oder einen Davidstern als Juden erkennbar sind, können sich auf der Straße nicht mehr selbstverständlich sicher fühlen.

Für Michalski ist das kein neues Phänomen. Er selbst und seine Kinder sind mit Sicherheitsmaßnahmen aufgewachsen.

Neu sei jedoch die zunehmende Massivität des alltäglichen Antisemitismus.

Besonders kritisch äußert er sich über die politische Instrumentalisierung der Shoah. Von unterschiedlichen Seiten würden historische Ereignisse verfälscht, relativiert oder für aktuelle politische Auseinandersetzungen umgedeutet.

Er nennt Beispiele, in denen Anne Frank mit einem Palästinensertuch dargestellt wird oder der Holocaust mit heutigen Konflikten gleichgesetzt wird.

Solche Darstellungen sind für Michalski keine harmlose politische Meinungsäußerung. Sie sind Formen der Holocaustverzerrung, die das historische Verbrechen relativieren und seine Opfer für politische Zwecke vereinnahmen.

Die Shoah darf nicht zum beliebigen Vergleich werden. Sie darf nicht ihrer historischen Einzigartigkeit beraubt werden. Und sie darf nicht als Argument dienen, um antisemitische Ressentiments zu legitimieren.

Gerade deshalb müsse Yad Vashem unabhängig von politischen Parteien bleiben und gleichzeitig dort deutlich Stellung beziehen, wo die Geschichte verfälscht wird.

Erinnerung braucht Fakten – und Menschen, die sie verteidigen

Die historische Forschung steht vor einer besonderen Herausforderung. Je weniger Überlebende persönlich berichten können, desto wichtiger wird die systematische Sicherung ihrer Zeugnisse.

Yad Vashem hat Millionen von Holocaustopfern dokumentiert. Die Forschung geht weiter. Neue Quellen werden erschlossen, Zusammenhänge entdeckt und historische Erkenntnisse überprüft.

Auch künstliche Intelligenz kann dabei helfen, große Datenmengen auszuwerten und bislang unbekannte Verbindungen sichtbar zu machen.

Doch dieselbe Technologie kann für die Verbreitung von Fälschungen genutzt werden. Bilder, Videos und historische Szenarien lassen sich heute in Sekundenschnelle manipulieren oder künstlich erzeugen.

Michalski sieht darin eine zusätzliche Gefahr für die Erinnerungskultur.

Die historische Wahrheit muss nicht nur erforscht und bewahrt werden. Sie muss auch gegen ihre bewusste Verfälschung verteidigt werden.

Und diese Aufgabe betrifft nicht nur Historiker, Gedenkstätten oder jüdische Organisationen. Sie betrifft die gesamte Gesellschaft.

Warum Yad Vashem nach Deutschland kommt

In München entsteht das erste Bildungszentrum von Yad Vashem außerhalb Israels. Weitere Standorte sind in Leipzig vorgesehen.

Für Michalski ist diese Entwicklung kein Widerspruch, sondern eine Konsequenz der gegenwärtigen Situation.

Gerade in einer Zeit, in der die Erinnerung an die Shoah zunehmend angegriffen wird, braucht es mehr historische Bildung, mehr Forschung und mehr öffentliche Auseinandersetzung.

Die Frage, warum Yad Vashem nach Deutschland kommt, beantwortet Michalski deshalb mit einem klaren Hinweis auf die Gegenwart: Weil die Wahrheit über die Shoah bewahrt werden muss. Weil historische Fakten nicht zur Disposition stehen dürfen. Und weil Antisemitismus nicht durch Schweigen verschwindet.

Es geht um die Verantwortung eines Landes, in dem die nationalsozialistischen Verbrechen ihren Ursprung hatten. Es geht aber auch um eine Verantwortung, die über Deutschland hinausreicht.

Die Erinnerung an die Shoah ist eine universelle Aufgabe.

Sie bedeutet, sich mit den Tätern auseinanderzusetzen, die Opfer nicht zu vergessen und jene Menschen zu würdigen, die unter Lebensgefahr geholfen haben.

Sie bedeutet aber auch, den Antisemitismus der Gegenwart klar zu erkennen und zu benennen.

Ein Gespräch, das über Jerusalem hinausreicht

Das Gespräch mit Wenzel Michalski in Jerusalem ist eine Begegnung mit einem Mann, dessen Familiengeschichte ihn geprägt hat und dessen Arbeit heute weit über diese persönliche Erfahrung hinausreicht.

Sein Vater Franz Michalski hat die Shoah überlebt und jahrzehntelang als Zeitzeuge davon erzählt. Seine Mutter hat diese Geschichte nach seinem Tod weitergetragen. Wenzel Michalski selbst engagiert sich dafür, dass die Erinnerung nicht verstummt.

Dabei geht es nicht nur um die Vergangenheit.

Es geht um die Frage, wie wir heute mit jüdischem Leben umgehen. Wie wir Antisemitismus erkennen. Wie wir historische Fakten verteidigen. Und wie wir verhindern, dass sich die Geschichte in neuen Formen wiederholt.

Die 101. Folge von der podcaster ist deshalb mehr als ein Gespräch über Gedenkarbeit.

Sie ist eine Begegnung mit einer Familiengeschichte, die zeigt, was Erinnerung bewirken kann. Sie ist ein Plädoyer für historische Wahrheit und für die Verantwortung, die aus der Geschichte erwächst.

Denn wenn die letzten Zeitzeugen verstummen, darf die Erinnerung nicht enden.

Sie muss weitergegeben werden.

Und sie muss verteidigt werden.

Der Podcaster Bandi Koeck (links) mit dem Geschäftsführer von Yad Vashem Deutschland e.V. Wenzel Michalski (rechts)

Factbox: Wenzel Michalski

Geboren: 1962 in Hamburg, Deutschland

Ausbildung: Studium der Geschichte und Politikwissenschaft in Heidelberg und Hamburg

Beruflicher Werdegang:

  • Rund 20 Jahre in leitenden Positionen bei ARD, Sat.1 und N24
  • Tätigkeit als Moderator und Korrespondent in London
  • Von 2010 bis 2024 Direktor des deutschen Büros von Human Rights Watch
  • Heute Geschäftsführer des Freundeskreises Yad Vashem e.V. in Deutschland

Familiärer Hintergrund: Sohn des Holocaustüberlebenden und Zeitzeugen Franz Michalski. Seine Mutter führte nach dem Schlaganfall und dem Tod ihres Mannes dessen Erinnerungsarbeit weiter.

Schwerpunkte seines Engagements: Holocaust-Gedenkarbeit, historische Aufklärung, Unterstützung der Forschung und Bildungsarbeit von Yad Vashem sowie der Kampf gegen Antisemitismus und Holocaustverzerrung.

Besonderer Bezug zu Yad Vashem: Michalski engagiert sich für die finanzielle Unterstützung und öffentliche Sichtbarkeit der israelischen Holocaust-Gedenkstätte.

Tags: BerlinDeutschlandErinnerungsarbeitGeschichteGsibergerIsraelJerusalemJudentumKulturPodcastShoahYad Vashem
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