Der Koblacher Künstler Karl Pont ist für die Sixth International Print Biennale, Yerevan 2027 ausgewählt worden. Sein mehrfarbiger Druck „Cold Light“ wird im kommenden Jahr in Armenien gezeigt. Insgesamt wurden 251 Künstlerinnen und Künstler aus 50 Ländern mit 455 Arbeiten für die Biennale ausgewählt.
Österreich ist mit lediglich vier Künstlern vertreten. Neben Karl Pont wurden Prof. Michael W. Schneider, Christian Wirth und Christine Kertz ausgewählt. Schneider ist Professor für Druckgrafik an der Tokyo University of the Arts in Japan. Christian Wirth aus Oberösterreich beschäftigt sich seit 1979 intensiv mit Druckgrafik und arbeitete unter anderem an der Internationalen Sommerakademie Salzburg bei Jim Dine und Gunter Damisch. Christine Kertz aus der Steiermark ist Präsidentin von XYLON Österreich und international als Druckgrafikerin tätig.

Pont nimmt mit „Cold Light“, einem mehrfarbigen Druck auf Hahnemühle-Papier im Format 42 × 56 Zentimeter, teil.
Inhaltlich führt „Cold Light“ zu einem weiteren Teil von Ponts künstlerischer Arbeit: zur Literatur. Der Druck gehört zur selben Gedankenwelt wie seine Kurzgeschichte „Paolo“.
Erzählung und Kunstwerk führen in denselben rätselhaften Zwischenraum – an einen Ort, der sich weder geografisch noch zeitlich bestimmen lässt. Zwei Menschen sitzen in einem Raum. Vor ihnen befindet sich eine Glaswand, dahinter Dunkelheit. Das Licht ist kalt, gleichmäßig und ohne erkennbare Quelle. Paolo wartet. Sein Telefon hält er mit beiden Händen fest, als wäre es seine letzte Verbindung nach draußen. Er denkt an seine Frau, die nicht weiß, wo er ist. Hinter der Glasscheibe glaubt er Schatten zu erkennen.
Dann öffnet sich ein Durchgang. Paolo steht auf, geht hindurch und verschwindet. Der Erzähler bleibt zurück. Erst jetzt sieht auch er, was Paolo zuvor gesehen hatte:
„Ich bin allein.
Und jetzt sehe ich sie.
Die Schatten.
Da drüben.
Die Schatten dort drüben.
Und ich hier.“
– aus „Paolo“ von Karl Pont
„Cold Light“ ist keine Illustration der Kurzgeschichte. Bild und Text gehören zur selben Geschichte. Was dieser Ort ist und was sich auf der anderen Seite befindet, bleibt offen.

Pont beschreibt seinen künstlerischen Ansatz mit einem einfachen Satz:
„Ich arbeite nicht in verschiedenen Medien. Ich erzähle Geschichten in der Form, die sie brauchen.“
Ein Motiv kann deshalb später in einer ganz anderen Form wiederkehren. Entscheidend ist für Pont nicht das Medium, sondern die Geschichte dahinter.
Die Auswahl für Yerevan fällt in eine international intensive Phase. Aktuell ist Pont bei der Geumgang Nature Art Biennale 2026 in Südkorea vertreten. Im Rahmen der Nature Art Cube Exhibition „12×12×12+Nature“ wird dort seine Arbeit „Let the Sunlight In“ gezeigt.
Auch in Österreich kam zuletzt eine dauerhafte museale Aufnahme hinzu: Eine Druckgrafik, die Pont im Rahmen der internationalen Ausstellung „Miniprint. Demokratie unter Druck?“ im Stadtmuseum Hall in Tirol zeigte, wurde anschließend in die Sammlung des Stadtmuseums aufgenommen.
Im Februar 2027 folgt Japan. Pont wird erneut als Kapitän das österreichische Team beim International Snow Sculpture Contest im Rahmen des Sapporo Snow Festival anführen. Bereits 2026 hatte er Österreich dort als Teamkapitän vertreten.
Mit Yerevan kommt nun eine weitere internationale Station hinzu. „Cold Light“ führt an einen stillen, rätselhaften Ort. Was sich dort tatsächlich ereignet, bleibt offen.
2027 wird das Werk in Yerevan gemeinsam mit 454 weiteren Arbeiten aus 50 Ländern zu sehen sein.












