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200 Jahre Barmherzige Schwestern von Zams – Ursprung, Auftrag und Verantwortung

von TOFI
25. Februar 2026
in Österreich, Welt
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Über Zams hinaus erstrecken sich Einrichtungen von Tirol nach Vorarlberg, Kärnten, Südtirol bis nach Peru. Bildnachweis: Kongregation Barm. Schw. Zams/Christoph Nösig

Über Zams hinaus erstrecken sich Einrichtungen von Tirol nach Vorarlberg, Kärnten, Südtirol bis nach Peru. Bildnachweis: Kongregation Barm. Schw. Zams/Christoph Nösig

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Die Kongregation der Barmherzigen Schwestern des heiligen Vinzenz von Paul in Zams feiert im Jahr 2026 ihr 200-jähriges Bestehen. Anlass ist die staatliche und kirchliche Genehmigung des Ordens im Jahr 1826. Noch im selben Jahr legten mehrere Schwestern in der Pfarrkirche von Zams ihre erste Profess ab. Der Ursprung der Gemeinschaft zeichnete sich bereits Jahre davor im Dienst an kranken und notleidenden Menschen ab.

Das Krankenhaus St. Vinzenz als Herzstück

Das Krankenhaus St. Vinzenz in Zams bildet das Herzstück und die erste große Wirkungsstätte, aus der heraus sich der Orden der Barmherzigen Schwestern von Zams formte. Initiiert und maßgeblich geprägt wurde dieses Werk von Dekan Nikolaus Tolentin Schuler, der mit Weitblick und sozialer Verantwortung den Grundstein für eine organisierte Krankenversorgung in der Region legte. Aus diesem konkreten karitativen Handeln entwickelte sich eine geistliche Gemeinschaft, deren Identität bis heute eng mit dem Krankenhaus und dem engagierten und fürsorglichen Einsatz für das Wohl von Menschen in unterschiedlichen Lebenssituationen verbunden ist. 200 Jahre später ist das Krankenhaus Zams ein innovatives Gesundheitszentrum und ein zentraler Pfeiler der regionalen Gesundheitsversorgung sowie Ausdruck des ursprünglichen Ordensauftrags.

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eneraloberin Sr. MMag.a Dr.in Barbara Flad. Bildnachweis: Kongregation Barm. Schw. Zams/Christoph Nösig

Wissen und Bildung von Anfang an

Nahezu zeitgleich mit dem Aufbau des Krankenhauses St. Vinzenz entwickelte sich auch ein strukturierter Bildungs- und Ausbildungsauftrag. Die Pflege kranker und notleidender Menschen machte früh deutlich, dass qualifiziertes Handeln Wissen, Schulung und Weitergabe von Erfahrung erforderte. Schon in den ersten Jahren der Ordenstätigkeit wurden junge Frauen im praktischen Dienst angeleitet, unterrichtet und in pflegerische, hauswirtschaftliche und betreuende Aufgaben eingeführt. Bereits 1836 begannen die Schwestern in Zams mit der Ausbildung von Lehrerinnen – ein mutiger und wegweisender Schritt in einer Zeit, in der Bildung für Mädchen keineswegs selbstverständlich war. In den folgenden Jahrzehnten entstanden zahlreiche Schulfilialen in Tirol, Kärnten, Vorarlberg, Liechtenstein und darüber hinaus.

Damit festigte sich bereits in der Gründungsphase eine enge Verbindung von Versorgung und Bildung: Lernen geschah im Tun, Verantwortung wurde schrittweise übertragen, fachliche Kompetenz bewusst aufgebaut. Diese ersten Ausbildungsformen legten den Grundstein für die weitreichende Bildungsarbeit der Kongregation, aus der sich im Laufe der Jahrzehnte Schulen, ein Internat und spezialisierte Ausbildungsstätten entwickelten. Bildung bzw. breiten Zugang zu Wissen zu schaffen – war somit von Beginn an ein integraler Bestandteil des Ordensauftrags.

Breites Engagement

Aus den Anfängen der Krankenpflege heraus wuchs ein aktiver und offener Orden, der seinen Einsatz auf weitere soziale, pflegerische und bildungsbezogene Aufgaben sowie geografisch weitreichend ausdehnte. Die Schwestern stellten sich zunehmend gesellschaftlich relevanten Herausforderungen – auch jenen, die sonst niemand übernehmen wollte. Als zentrale charismatische Persönlichkeit der Ordensgeschichte gilt Katharina Lins, die als Sr. Josefa Nikolina die erste Barmherzige Schwester in Zams war. Ihre Haltung und ihre Tatkraft prägten die frühe Entwicklung des Ordens nachhaltig. Über Generationen hinweg trugen zahlreiche Schwestern Verantwortung – unterstützt von Generaloberinnen, die besonnen durch gesellschaftliche, kirchliche und strukturelle Veränderungen führten, mit hohen wirtschaftlichen und sozialen Kompetenzen agierten und den ursprünglichen Auftrag immer wieder in die Gegenwart übersetzten. Geprägt von der Spiritualität Louise de Marillacs und Vinzenz von Pauls richtete die Kongregation ihr Handeln von Anfang auf Nächstenliebe, Verantwortung und professionelles Engagement für Menschen in Not aus.

Unternehmensbereiche und aktuelle Standorte

Heute agieren die Barmherzigen Schwestern von Zams als moderne Trägerorganisation mit einem breit gefächerten Netzwerk in den Bereichen Gesundheit, Pflege, Soziales, Bildung sowie Gastronomie. Neben dem Krankenhaus St. Vinzenz Zams zählen dazu auch die Sozialen Einrichtungen mit Betreuungs- und Wohnheimen für Ältere sowie Menschen mit Behinderung. In Tirol, Vorarlberg und Kärnten sind dies das Netzwerk St. Josef in Mils, das Jesuheim in Lochau sowie der Marienhof in Mariasaal. Im Bildungsbereich verantworten die Schwestern unter anderem die Katharina Lins Schulen mit Internat und das St. Vinzenz Bildungszentrum für Gesundheitsberufe in Zams. Das pädagogische Angebot ergänzen ein Hort sowie Betriebskindergärten. Orte der Begegnung, Bildung und Erholung sind das Seminarhaus Elbigenalp und das Klostergut Kronburg mit Gasthof, Galerie und Geistlichem Zentrum. Weitreichend ziehen sich die Aufgaben bis hin zu internationalen Standorten und Projekten in Südtirol und Peru. Insgesamt sind rund 1.900 Mitarbeiter*innen im Unternehmen der Barmherzigen Schwestern von Zams tätig. Das Mutterhaus in Zams bildet dabei das spirituelle und organisatorische Zentrum – aber auch die Heimat, der Schwestern auf Lebenszeit. Die Gemeinschaft besteht insgesamt derzeit aus 88 Schwestern im Alter von 37 bis 99 Jahre, davon leben 43 Schwestern im Alter von 48 bis 97 Jahren im Mutterhaus in Zams.

Bildrechte: Archiv der Kongregation der Barm. Schw. Zams

Verantwortung in der Gegenwart

Seit Jänner 2025 steht Sr. MMag.a Dr.in Barbara Flad als Generaloberin der Gemeinschaft vor. Zuvor prägte Sr. Mag.a Dr.in Maria Gerlinde Kätzler in dieser Funktion die Entwicklungsgeschichte maßgeblich über 27 Jahre hindurch. An der Spitze des Ordens gilt es, seine 200-jährige Tradition und die Gründungswerte mit den Anforderungen einer modernen Gesundheits-, Sozial- und Bildungsarbeit unter Berücksichtigung sämtlicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Aspekte zu verbinden und in die Zukunft zu führen.

Festlicher Rückblick

Die zentralen Feierlichkeiten zum Jubiläum finden am 24. April 2026 in Zams statt. Den Auftakt bildet ein Festgottesdienst mit Bischof Hermann Glettler, gefolgt von einem Festakt im Mutterhaus der Barmherzigen Schwestern von Zams. Weiters wird eine kleine Ausstellung eröffnet, die ausgewählte Persönlichkeiten aus der 200-jährigen Geschichte der Kongregation würdigt und eine Festschrift präsentiert. Das Jubiläum versteht sich als bewusster Moment der Dankbarkeit und der Erinnerung – an den Ursprung rund um die Entstehung des Krankenhauses Zams, an 200 Jahre gelebte Verantwortung im Miteinander. Aus dem Gründungsauftrag und der Verbindung starker, mutiger und widerstandsfähiger Frauen ist ein tragfähiges Netzwerk der Menschlichkeit entstanden – ein lebendiges Vermächtnis, das bis heute Orientierung, Zusammenhalt und Inspiration schenkt.

Tags: GeschichteGlaubenKulturSpiritualitätTirolTradition
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