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Bandis Koecktail: Die Wurzeln von Heil und Servus

von BAKI
11. Mai 2023
in gsi.kolumne
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Bandi Koeck

Bandi Koeck

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Was eingeborenen Gsibergern weniger, hingegen Zugerasten oder Touristen meist auf den ersten Blick auffällt, sind unsere Grußformeln. Ist es in Deutschland undenkbar, sich mit einem ungenierten „Heil“ zu begrüßen, so geschieht dies hierzulande doch ständig.

Die Grußformel „Heil“ geht auf das lateinische „Salve“ zurück, das übersetzt so viel wie „Hallo“ bedeutet. Ursprünglich war es als positiv besetzter Segenswunsch vorgesehen. Eine negative Bedeutungsschwere gewann das Wort durch die Verwendung im politischen Kontext im Nationalsozialismus (ich möchte hier nicht weiter ins Detail gehen!).

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Beim Wort „Servus“, das im Dialekt auch mal ein „Sewas“ oder „Seas“ wird, ist die Wurzel ebenfalls Latein: Servus steht im Lateinischen für „der Sklave“ oder „der Knecht“ und bedeutet in Kurzform „Ich bin Dein Diener“ oder „zu Diensten“. Servus kann als Begrüßung ebenso wie zur Verabschiedung verwendet werden. Der aus Koblach stammende Bischof Erwin Kräutler hat sich den bischöflichen Wahlspruch „Servus Christi Jesu“ (Diener Jesu Christi) auserwählt. Es mag nun für Menschen aus anderen Landesteilen fast schon schmeichelhaft anmuten, wenn ein Gsiberger (diese sind übrigens vom Aussterben betroffen – dazu aber mehr in Bälde!) ihnen bereits beim Willkommensgruß „seine Dienste“ anbietet respektive sich mit „ich bin dein Diener“ kleiner macht als sein Gegenüber.

Immer weniger hört man in Vorarlberg die Grußformel „Grüß Gott“ (vereinzelt habe ich auch schon „Grüß Göttin“ gehört), was wohl damit im Zusammenhang steht, dass die Konnotation religiös ist.

Unsere Liechtensteiner Nachbarn haben da ganz andere Gepflogenheiten und grüßen einfach jeden – ganz gleich ob sie mit ihm per Sie oder Du sind – mit einem schlichten „Hoi“. Die Schweizer verwenden dies auch, aber dort gibt es noch eine höfliche Steigerung mit dem „Grüezi“. Für was steht das jetzt wieder? Ganz einfach: Ich grüße Sie! 

Tags: Bandi KoeckGeschichteKolumneKommentar
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