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In Memoriam Marko Feingold: Alpine Peace Crossing: GELOBTES LAND – ERETZ AUSTRIA

von BAKI
17. Juni 2022
in gsi.event, Kultur
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© Gottfried Perz

© Gottfried Perz

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teatro caprile präsentiert heuer zum bereits siebten Mal die Krimmler Theaterwanderung in Erinnerung an Marko Feingold aus Salzburg in Kooperation mit Alpine Peace Crossing: Geschlossene Grenzen – Gefährliche Flucht. INS GELOBTE LAND – ERETZ AUSTRIA!

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges konnten oder wollten die meisten osteuropäischen Juden, die die Shoah überlebt hatten, nicht mehr in Europa leben, wo ihre kulturellen, sozialen und wirtschaftlichen Lebensgrundlagen zerstört worden waren. In den Jahren 1945 bis 1948 wurden etwa 250.000 Juden aus Osteuropa illegal in die westlichen Besatzungszonen geschleust. Hier lebten sie als „displaced persons“ in Lagern, wie etwa dem Lager Givat Avoda (hebräisch für „Hügel der Arbeit“) in Saalfelden, mit dem Ziel der Flucht nach Palästina – „Eretz Israel“.

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Das teatro caprile folgt auf einer Tageswanderung im Krimmler Achental dieser illegalen Auswanderung jüdischer displaced persons im Sommer 1947. Während die Briten als Mandatsmacht über Palästina und die Franzosen über Syrien und Libanon eine legale Ausreise der Juden aus den österreichischen Lagern und vor allem ihre Einwanderung nach Palästina verhindern wollten, tolerierten die amerikanischen Besatzungstruppen in Oberösterreich und Salzburg diese Bewegungen und wies das österreichische Innenministerium die Krimmler Gendarmerie explizit an, „nicht aus dem Fenster zu schauen“ und dadurch den beschwerlichen Exodus – schließlich ging es in Gruppen von bis zu 200 Personen zu Fuß über den 2.634 m hohen Krimmler Tauern – geschehen zu lassen, damit sich das Problem quasi von selbst löse.

In Szenen im freien Gelände auf dem Weg von Krimml (1.067 m Seehöhe) bis zur Windbachalm (1.880 m Seehöhe) wird nachgezeichnet, dass Palästina oder „Eretz Israel“ für die Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager sowie Juden aus Osteuropa, die in ihrer (ehemaligen) Heimat auch nach dem Holocaust antisemitische Ressentiments bis hin zu Pogromen erleben mussten, die einzige Hoffnung war. Im „Land der Väter“ wollten sie im Sinne Theodor Herzls einen jüdischen Staat gründen, der den Juden unter anderen Nationen eine friktionsfreie Zukunft als normale Nation ermöglichen sollte.

Organisiert waren diese Flüchtlingstrecks durch die hochalpine Landschaft damals von der jüdischen Fluchthilfeorganisation Bricha, die über ein engmaschiges Netz von Stützpunkten entlang der Fluchtrouten bis nach Süditalien verfügte. Hofrat Marko Feingold (*1913, +2021), KZ-Überlebender und ehem. Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Salzburgs, hatte gemeinsam mit dem legendären Bergführer Viktor Knopf, ebenfalls Überlebender mehrerer Konzentrationslager, den Weg über den Krimmler Tauern entdeckt, nachdem der Reschenpass und der Brenner (beide in der französischen Zone) für Flüchtlinge nicht mehr passierbar waren.

Wird der Krimmler Tauern eine Renaissance erleben, wenn der Brenner abermals mit Zäunen Flüchtlingen, Asylsuchenden den Übertritt verwehrt?

Details und Informationen unter: https://www.teatro-caprile.at/47-produktionen/produktionen-2022/85-an-die-grenze-2022

Termine 2022: 

Freitag 24. Juni
Samstag 25. Juni
Sonntag 26. Juni
Freitag 1. Juli
Samstag 2. Juli
(Mögliche Zusatztermine für Gruppen 28., 29. und 30. Juni auf Anfrage!)
Treffpunkt: 8:30 Tourismusverband Krimml
Start: Pünktlich um 9 Uhr Musikpavillon Krimml

Hinweis:
2. Juli 17 Uhr APC Friedensdialog
3. Juli APC-Friedenswanderung

Tags: EventsFreizeitGeschichteHolocaustKulturSalzburgShoahTheater
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