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Bandis Koecktail: 35 Jahre nach Tschernobyl – was hat die Welt von der Katstrophe gelernt?

von BK
25. April 2021
in gsi.kolumne
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Schlechte Kindheitserinnerungen an eine Zeit, in der Spielen im Sandkasten und Kopfsalat zum Tabu wurden

Das Unglück ereignete sich am 26. April 1986 – ich war gerade mal fünf Jahre alt und durfte von heute auf morgen nicht mehr in den Sandkasten zum Spielen. Auch der Garten mit dem so geliebten Kopfsalat, den Radieschen und Karotten fiel für jenen unvergesslichen Sommer völlig aus.

Von Bandi Koeck

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Was die damalige UdSSR zu vertuschen versuchte, gelang zwei Tage später, am 28. 04. durch Medienberichte ans Tageslicht und auch wenn noch keine bis kaum Bilder von der Nuklearkatastrophe vorliegend waren, so ließen sich die schlimmen Auswirkungen nur erahnen. Im Reaktor-Block 4 des Kernkraftwerks Tschernobyl nahe der 1970 gegründeten ukrainischen Stadt Prypjat passierte etwas, was Wissenschaftler und Politiker immer als „unmöglich“ propagierten, nämlich, dass eine „Explosion“ schier ausgeschlossen sei. Ursache für den bis dahin größten Unfall in der Geschichte der Kernkraft waren gravierende Mängel in der Bauweise des sowjetischen Reaktortyps RBMK und eklatante Defizite in der Sicherheitskultur – sprich menschliches Versagen.

Bis heute behaupten Russland sowie die Ukraine unisono, dass bei dem Unglück lediglich 43 Personen zu Tode gekommen wären. Man braucht kein Wissenschaftler sein, um zu wissen, dass diese Zahl schlichtweg nicht stimmen kann. Insgesamt wurden 330.000 Bewohner der näheren Umgebung evakuiert – das wäre fast zehnmal alle Einwohner unseres benachbarten Fürstentums.

Tschernobyl ist bis heute unbewohnbar, allerdings hat sich in den vergangenen Jahren eine Art „dark tourism“ entwickelt: Ab 80 Euro werden Tagestouren nach Prypjat sowie in die Todeszone angeboten. Es sei was anderes wie in die Geisterstadt Famagusta nach Zypern oder nach Pompeji zu reisen. Was hat die Menschheit 35 Jahre nach dieser Katastrophe für die Zukunft gelernt? Nun ja: In Indien soll das größte Kernkraftwerk der Welt gebaut werden – das plant zumindest der französische Kraftwerksbetreiber Electricité de France. Offenbar gibt es jetzt ein verbindliches Angebot zum Bau von sechs Druckwasserreaktoren an der indischen Westküste. Na bravo!

Um mit den Worten von Albert Einstein zu schließen:

Tags: RusslandUkraine
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