Tenet

Tenet
 

Von Thomas Bertram

Christopher Nolan hat wieder zugeschlagen. Der bekannte Blockbusterregisseur (Batman-Trilogie / Inception und viele mehr) wagt sich an ein neues Thema, Zeitreisen.

Worum geht es denn tatsächlich? Vor dem Kinostart wurde nur extrem wenig preisgegeben, die Neugier so außerordentlich angestachelt. Was man wusste: Irgendwas mit Zeitreisen und Verhinderung des 3. Weltkrieges. Naja, und genau darum geht es jetzt zwei und eine halbe Stunde lang. Der namenlose Protagonist (John David Washington) wird mit „invertierter“ Munition konfrontiert, Munition, die in der Zeit rückwärts läuft. Er zielt mit einem leeren Magazin auf eine Betonplatte voller Einschusslöcher, drückt ab, es knallt (!) und es gibt ein Loch weniger (!) in der Platte und eine Kugel im Magazin. Das Verschwinden des Loches wird in Zeitlupe gezeigt, der umgekehrte („invertierte“) Einschuss. Und dann geht es hin und her, müßig viel mehr darüber zu erklären. Über Indien nach London, nach Oslo, Tallinn usw. Ein russischer Oligarch (Kenneth Branagh) besitzt ein „Drehkreuz“ mit dem er seine Dinge aus der Zukunft erhalten kann und selbst in der Zeit reisen kann. Er soll im Auftrag der zukünftigen Menschen die jetzige Menschheit auslöschen, doch dazu benötigt er Teile einer Maschine aus der Zukunft, die invertiert heute gelagert wurde.

Klingt nicht so ganz logisch, ist es auch nicht. ABER! Aber wie man von Christopher Nolan erwarten kann, ist dieser Film bildgewaltig. Er punktet (100 von 100) mit grandiosen zeitinvertierten Szenen. Das sich rückwärts durch die stürmische Nordsee kämpfende Schiff, der Tritt in eine Pfütze, dessen Spritzer sich um den Schuh schließen sind nur wenige der absolut tollen Bilder, die man zu sehen bekommt. Auch in der Realzeit ist der Film bildgewaltig. Es wird ein realer Jumbojet in ein Flughafengebäude gecrasht, kein CGI, ein echtes Flugzeug!  4 große LKW, die einen Transporter in die Enge nehmen, seine hier auch noch erwähnt. Im Entscheidungskampf, als Team blau (invertiert) mit Team rot (Normalzeit) zusammen einen Stützpunkt einnimmt, der seinerseits von realen und invertierten Kämpfern verteidigt wird, ist ein optischer Genuss. Von hier stammt auch der Titel, denn sie haben genau 10 Minuten Zeit. 10 = TEN / rückwärts: NET ergibt TENET, denn in der Mitte laufen sie ja beide wieder am selben Zeitpunkt auf.

Also, wer sein Gehirn extrem verbiegen kann, kommt sogar intellektuell auf seine Kosten, aber wem es reicht, auf der großen Leinwand mit bestem Sound absolute einmalige Bilder zu sehen, der ist gut beraten, ins Kino zu gehen. Ich empfehle je nach Kino in der Nähe die 4K-Vorführung bzw. IMAX – wenn schon denn schon!

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