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Vorarlberger Kunst- und Kulturszene sieht sich von Politik im Stich gelassen

von BK
18. Mai 2020
in Gsiberg, Kultur, Politik
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Der Re-Start der Vorarlberger Wirtschaft soll mit Grenzöffnungen unterstützt werden während man Kunst und Kultur schrittweise aushungern lässt. Die IG Kultur Vorarlberg fordert von der Landespolitik sofortige, nennenswerte Maßnahmen und eine langfristige Unterstützung für die Kulturszene.

200.000 Euro stellte das Land Vorarlberg in einem Covid-19-Maßnahmenpaket der Kunst und Kultur bisher zur Verfügung. Circa 200 Künstlerinnen und Künstler des Landes könnten damit einmalig rund 1.000 Euro erhalten – sofern sie eine Förderzusage bekommen. Bislang wurden allerdings auch schon Absagen ausgesprochen.

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„Bedenkt man, dass Kunst- und Kulturschaffende ihre Engagements zum Großteil sogar bis Ende des Jahres verloren haben und in all dem Verordnungs- und Lockerungsdurcheinander noch immer keine Auftrittsmöglichkeiten in Aussicht sind, klingt die Einmalzahlung wie ein schlechter Scherz“, so Mirjam Steinbock, Geschäftsführerin der IG Kultur Vorarlberg.

„Wirklich existenzerhaltend ist eine Zahlung dann, wenn sie über einen längeren Zeitraum angesetzt wird und sich an den Lebenshaltungskosten in Vorarlberg orientiert“, bekräftigt der Vorstand der IG Kultur Vorarlberg. „1.700 Euro monatlich über einen Zeitraum von mindestens einem halben Jahr und das für alle professionellen Kunst- und Kulturschaffenden auf und hinter der Bühne wäre ein realistischer Betrag. Alles andere ist nicht ernst zu nehmen.“

Lage könnte sich nochmals verschärfen

In Vorarlberg könnte sich die prekäre Lage für Kunst- und Kulturschaffende sogar nochmals verschärfen: „Wenn COVID-19-bedingte Förderanträge nicht in der richtigen Reihenfolge eingereicht werden und im Widerspruch zu anderen Fonds und deren Richtlinien stehen, könnten Ansuchende am Ende viel weniger erhalten als ihnen eigentlich zustünde“, kritisiert die IG Kultur Vorarlberg die kaum durchdachten Maßnahmen und mangelnde rechtsverbindliche Informationen seitens Landesregierung. Inzwischen böten Land und Bund laut IG Kultur Vorarlberg eine zu hohe Anzahl von Fördermaßnahmen, die sich teilweise gegenseitig aushebeln und die Arbeitsrealitäten im Kulturbereich gänzlich verkennen.

Leere Versprechungen

Nach wie vor unbeantwortet blieb bis dato auch die Anfrage der IG Kultur Vorarlberg nach einem runden Tisch zugunsten konstruktiver Lösungen für den Kulturbereich. Obwohl die Kulturverantwortlichen aller Parteien diesem zustimmten, schiebt Landesstatthalterin Barbara Schöbi-Fink ein Treffen weiterhin auf. „Mit diesem Verhalten werden Kunst- und Kulturschaffende und auch Kultureinrichtungen vollkommen im Stich gelassen, obwohl von Barbara Schöbi-Fink und mittlerweile auch Landeshauptmann Markus Wallner konsequent das Gegenteil behauptet wird“, stellt Mirjam Steinbock fest.

Ob die heutige Landtagssitzung Neues bringt, bleibt laut IG Kultur Vorarlberg abzuwarten. Bereits Anfang April wurde einstimmig von allen Parteien ein 100 Millionen Euro starker COVID-19-Maßnahmentopf beschlossen. Ob und wie dieser der Bevölkerung, Einrichtungen und Branchen ausgezahlt wird, ist nicht klar. Töpfe zu füllen, ohne deren Inhalt zur Verfügung zu stellen, macht jeden noch so guten Topf allerdings vollkommen wertlos.

Tags: KulturKunstVorarlberg
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