Luna, Dead Ants und 13 Sins – Spiel des Todes

Luna, Dead Ants und 13 Sins – Spiel des Todes
 

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Von Thomas Bertram

Es handelt sich um „Luna“, um „Dead Ants“ und um „13 Sins – Spiel des Todes“. Auch das sind drei sehr verschiedene Filme mit sehr verschiedenen Qualitäten.

Platz drei nehmen die toten Ameisen ein, „nur“ Platz 3 für die „Dead Ants“, die ausgesprochen wie dead end(s) also Sackgassen klingen. Ein absolut gerechtfertigtes Wortspiel. Wären der blöde, überflüssige Anfang und der sinnentleerte Schluss nicht, wäre das mein Favorit. Aber so …

Kurzinhalt: Eine Heavy-Metal-Band, die ihre besten Tage (ein Hit!) hinter sich hat, will einen Neuanfang wagen, ihr übermotivierter Manager und ein Groupie füllen das Wohnmobil der Band mehr als aus. Eine besondere Droge soll ihnen eine neue Inspiration bringen, aber natürlich beachten sie die Warnung des alten Indianers nicht und sind plötzlich von großen Ameisen umzingelt. Klingt total bekloppt, klingt nach SchleFaz, ist aber so herrlich schräg in Szene gesetzt, dass man einfach nur ablachen kann. Der Cast ist völlig nebensächlich, der Film ist weit über eine Stunde lang einfach nur auf gute Weise bescheuert. Wäre nicht am Anfang diese junge Frau, die kreischend vor einer Monsterameise wegrennt und sich dabei vollkommen auszieht, um mit ihren knappen Bekleidungstsücken nach dem Monster zu werfen. Na und den Schluss verrate ich natürlich nicht, der ist leider auch doof, aber wenigstens konsequent in der Story des Filmes.

Platz 1 teilen sich Luna und die 13 Sins mit minimalen Vorteilen für Luna.

Deshalb kommen jetzt zuerst die 13 Sins – Spiel des Todes, Platz 1b. Wer „The Game“ mit Michael Douglas gesehen hat, wird das Grundmotiv wiedererkennen. Ein Mensch wird immer tiefer in eine Sache hineingezogen, aus der es scheinbar keinen Ausweg gibt. Das wird in diesem Streifen konsequent weiter entwickelt, es gibt wirklich keinen Ausweg, außer das Opfer spielt bis zum Ende, begeht also 13 Sünden. Eine schlimmer als die andere. Dafür winken dem „Sieger“ am Ende Millionen. Und unser Mitspieler hat sehr wenig Geld, eine Hochzeit vor sich, eine schwangere Verlobte, einen behinderten Bruder und wird arbeitslos. Also lässt er sich auf das Spiel ein, das auch unangenehm aber doch harmlos beginnt: 1000 Dollar für das Erschlagen einer Fliege, danach 3600, wenn er sie aufisst. Doch die Sünden steigern sich genauso wie der Gewinn. Spannend, manchmal fast lustig und der Zuschauer fiebert mit dem Spieler mit. Kann er das durchhalten? Mark Webber spielt den Elliot, den harmlosen, der sich nicht wehrt und das dann aber auf die ganz harte Tour lernt. Devon Gray als sein Bruder Michael liefert eine hervorragende Darstellung des geistig behinderten Bruders ab. Auch Tom Bower als ihr Vater ist ein überzeugendes Ekel. Ron Perlman, das einzig wirklich international bekannte Gesicht als Detective Chilcoat spielt diesen genauso undurchsichtig, wie es die Rolle verlangt. Mehr darf nicht verraten werden. FSK 16 muss sein.

Und damit sind wir bei Luna angekommen. Kurzinhalt: Luna wird Zeuge, wie während eines Urlaubs ihre Familie ermordet wird und kann nur knapp entkommen. Ein rätselhafter Fremder tritt auf den Plan und vereitelt den nächsten Mordanschlag auf sie. Zusammen graben sie eine unglaubliche Geschichte aus: ihr Vater war tatsächlich ein Agent des russischen Geheimdienstes, der die Seiten gewechselt hat. Dafür musste er sterben und alle, die dabei waren. Wird es den beiden gelingen, genug Material zu sichern, um selbst geschützt zu werden? Lisa Vicari spielt die Luna und entwickelt sich vom panisch flüchtenden Mädchen zu einer toughen Frau (Sara Connor lässt grüßen). Carlo Ljubek als Hamid hilft ihr aus Verpflichtung gegenüber ihrem Vater, er kennt den Feind, da er selbst für ihn arbeitet, bzw. gearbeitet hat. Branko Tomovic ist der große Gegenspieler Victor, der Lunas Vater gar nicht mal so unähnlich ist. Platz 1a deshalb, weil ich immer noch vollkommen erstaunt bin, dass Deutschland richtig Hollywood kann. Von Anfang an, über alle Sequenzen hindurch könnte das auch ein Streifen aus Hollywood sein. Plot, Stunts, Wendungen, Tempo, Dramatik: alles drin! FSK 12 ist knapp bemessen, in Nordamerika würde da bestimmt „pg“ dabeistehen: parents guided – also nur in Begleitung der Eltern. Meiner 12-jährigen Tochter (die ich nicht habe) würde ich den Film nicht zeigen.

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