Zweiter MammAware-Aktionstag an der FHV stärkt Gesundheitskompetenz
Rund 100 Teilnehmende beschäftigten sich beim zweiten MammAware-Aktionstag an der FHV – Vorarlberg University of Applied Sciences mit Brustgesundheit, Vorsorge und Früherkennung. Workshops, Infostände und eine Keynote von Nadja Will vermittelten verständliches Wissen und praktische Anregungen für den Alltag. Im Mittelpunkt stand die Stärkung der Gesundheitskompetenz.
Key-Takeaways
- Rund 100 Teilnehmende informierten sich über Brustgesundheit und Früherkennung.
- Eine Keynote von Nadja Will, praktische Übungen und persönliche Einblicke stärkten den Zugang zum Thema.
- Das FHV-Forschungsprojekt MammAware machte Gesundheitswissen verständlich und erlebbar.
Der MammAware-Aktionstag an der FHV verband verständliche Aufklärung mit praktischen Erfahrungen. Von Achtsamkeit, Yoga und Bewegung über die Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten bis zur Selbstuntersuchung der Brust: Spannende Workshops boten vielfältige Möglichkeiten, Wissen zu vertiefen und konkrete Übungen zum Thema Brustgesundheit auszuprobieren. Auch ein Virtual-Reality-Training eröffnete einen interaktiven Zugang. „Gesundheitswissen entfaltet seine Wirkung, wenn Menschen es verstehen und im Alltag anwenden können. Mit MammAware machen wir Forschung erlebbar und schaffen Möglichkeiten, Fragen zu stellen und Neues auszuprobieren. So unterstützen wir Menschen dabei, ihre Brustgesundheit aktiv mitzugestalten. Unsere digitalen Tools wie Virtual Reality Anwendungen und taktile Untersuchungen zeigen, dass Vorsorge nicht nur eine persönliche Aufgabe ist, sondern uns alle verbindet“, erläutert Projektleiter Hubert Jocham.
Mut und Orientierung für den Alltag
In ihrer Keynote „Das wichtigste Fach, das niemand studiert – Deine (Brust-) Gesundheit“ verband Nadja Will medizinisches Wissen mit ihrer persönlichen Erfahrung einer Brustkrebserkrankung. Sie gab Impulse für einen bewussten Umgang mit der eigenen Gesundheit und plädierte dafür, das Wissen darüber nicht dem Zufall zu überlassen: „Gesundheitskompetenz ist für mich wie eine durchlaufende Mehrwertsteuer: Sie fällt nicht nur zu bestimmten Vorsorgeterminen an, sondern begleitet uns jeden einzelnen Tag. Deshalb gehört sie von Anfang an ins Bildungssystem, zum Beispiel fest verankert im Biologieunterricht. Die gesetzlichen und ergänzenden Früherkennungsangebote sind dann wichtige Meilensteine, aber wer gelernt hat, den eigenen Körper bewusst wahrzunehmen, geht aktiv und selbstbestimmt mit seiner Gesundheit um. Unterschätzt wird das Thema, weil wir uns oft erst dann mit Gesundheit beschäftigen, wenn sie fehlt. Gerade mit Blick auf die Onkologie – allein in Deutschland wird ein Anstieg auf rund 600.000 Krebsneuerkrankungen pro Jahr erwartet – können wir es uns nicht leisten, dieses Wissen dem Zufall zu überlassen.“ In Österreich erhalten Frauen ab 45 Jahren alle zwei Jahre eine Einladung zur Mammografie, laut Angaben des Sozialministeriums nutzen dieses Angebot aber nur rund 41 Prozent.
Sichtbares Zeichen für Brustgesundheit
Infostände und Gespräche mit Fachpersonen ergänzten das Programm und boten Raum für individuelle Fragen. Über den Aktionstag hinaus machte eine Installation aus rund 1.000 Büstenhaltern im Park der inatura in Dornbirn auf Brustgesundheit aufmerksam. Sie setzte ein Zeichen der Solidarität mit Betroffenen und ihren Angehörigen. Organisiert wurde der Aktionstag vom Konsortium des Interreg-Forschungsprojekts MammAware, das am Forschungszentrum Human-Centred Technologies der FHV verankert ist. Das Projekt entwickelt interaktive Zugänge, die Menschen motivieren, sich mit ihrer Brustgesundheit auseinanderzusetzen.










