Oper am Werdenbergersee: Verdis «Un ballo in maschera» wird 2026 zum Freiluft-Erlebnis

Foto: Werdenberger Schlossfestspiele

Die Werdenberger Schloss-Festspiele bringen im August 2026 Giuseppe Verdis Opernklassiker «Un ballo in maschera» auf die Seebühne in Werdenberg. Mit einer modernen Inszenierung, international besetzten Solistenrollen und einer spektakulären Kulisse wollen die Organisatoren Oper für ein breites Publikum erlebbar machen.

Vom 7. bis 22. August 2026 verwandelt sich der Werdenbergersee erneut in eine grosse Freiluftbühne. Die Werdenberger Schloss-Festspiele präsentieren mit Giuseppe Verdis «Un ballo in maschera» eine der bedeutendsten Opern des italienischen Komponisten und setzen dabei auf eine Verbindung von musikalischer Qualität, regionaler Geschichte und innovativer Inszenierung.

Die historische Kulisse von Schloss, See und Städtli wird dabei nicht nur Hintergrund sein, sondern aktiv in das Bühnengeschehen einbezogen. Regisseurin Raphaela Wagner verfolgt einen zeitgemässen Ansatz: Emotionen und Beziehungen sollen nicht allein durch den Gesang, sondern auch durch Raum, Bewegung und Licht sichtbar werden. Ziel sei es, sowohl eingefleischte Opernliebhaber als auch Menschen anzusprechen, die bislang wenig Berührung mit dieser Kunstform hatten.

Zwischen Maske und Wahrheit

Im Mittelpunkt der Oper steht das Motiv der Maske. Die Figuren bewegen sich zwischen gesellschaftlicher Rolle und persönlicher Wahrheit und zeigen ihr wahres Gesicht oft erst in Momenten der Krise. Die Festivalleitung sieht darin ein Thema, das auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat.

Für die Werdenberger Inszenierung wurde die Handlung zudem regional verankert. Aus dem Gouverneur von Boston wird ein Graf von Werdenberg, historische Elemente der Region fliessen in Dramaturgie und Bühnenbild ein. Selbst die Architektur des Städtchens soll Teil der Erzählung werden.

Über 200 Mitwirkende

Hinter der Produktion steht ein grosses Team. Mehr als 200 Personen wirken vor und hinter den Kulissen mit. Neben einem Chor mit über 50 Sängerinnen und Sängern stehen zehn internationale Solisten auf der Bühne. Die musikalische Leitung übernimmt der Bündner Dirigent Gion Gieri Tuor.

Für die Regie verantwortlich zeichnet Raphaela Wagner aus Trübbach, die nach ihrem Filmstudium in Grossbritannien mit preisgekrönten Kurzfilmen und internationalen Produktionen auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Choreografie stammt von Alessio Ruaro, das Bühnen- und Lichtdesign von Michael Wagner.

Zu den Solisten gehören unter anderem der italienische Tenor Francesco Congiu als Riccardo, die Werdenberger Sopranistin Judith Dürr als Amelia, Daniela Ruth Stoll als Oscar, Mirjam Fässler als Ulrica sowie der georgische Bariton Zurab Nakeuri in der Rolle des Renato.

Modernste Technik auf der Seebühne

Besonderen Wert legen die Organisatoren auf die technische Umsetzung. Ein modernes Soundsystem soll Stimmen und Orchester präzise im Raum positionieren und so ein intensives Klangerlebnis schaffen. Licht, Nebel und Raumgestaltung werden gezielt eingesetzt, um die Aufführung zu einem immersiven Gesamterlebnis zu machen.

Die italienische Oper wurde 2023 von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt. Mit «Un ballo in maschera» wollen die Werdenberger Schloss-Festspiele dieses Kulturerbe in einer aussergewöhnlichen Freiluftkulisse einem breiten Publikum näherbringen.

Die Produktion umfasst insgesamt zehn Aufführungen und dauert rund zweieinhalb Stunden plus Pause. Für die Verantwortlichen ist sie die bislang ambitionierteste Produktion in der Geschichte der Werdenberger Schloss-Festspiele.

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