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Carl Batliner und sein Gelobtes Land: Der Mann, der Ideen baut

von BAKI
9. Juli 2026
in gsi.podcast, Gsiberger, Liechtenstein
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Carl Batliner auf dem Aussichtsboot mit Blick auf die Überreste seines

Carl Batliner auf dem Aussichtsboot mit Blick auf die Überreste seines "Gelobten Landes". Foto: Bandi Koeck

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Zwischen Erfindergeist, Fernweh und dem Ende eines Traums

Auf einem kleinen Hügel in Eschen bietet sich ein ungewöhnlicher Anblick. Alte Container, ein Holzboot mit Aussicht auf die Drei Schwestern, dazwischen Baucontainer und Maschinen. Was hier bis vor kurzem entstand, verschwindet bereits wieder. Es ist das Ende eines Projekts, das sein Schöpfer schlicht das «Gelobte Land» nennt.

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Carl Batliner nimmt es mit bemerkenswerter Gelassenheit. Schlechte Laune habe er grundsätzlich nie, sagt der 46-Jährige. «Ausser wenn ich mit dem Staat interagiere.» Der Satz fällt mit einem Lächeln – und beschreibt doch ziemlich genau, weshalb sein jüngstes Vorhaben nun Geschichte ist.

Batliner ist kein gewöhnlicher Tüftler. Der Eschner ist Erfinder, Unternehmer, Weltreisender und Ideensammler. Wer mit ihm spricht, merkt schnell: Bei ihm entsteht kaum eine Idee am Schreibtisch. Inspiration findet er unterwegs – auf Reisen, in Gesprächen oder beim zufälligen Fund eines ausrangierten Containers.

Ein Dorf für Menschen auf Zeit

Die Vision des «Gelobten Landes» wuchs über mehrere Jahre. Aus gebrauchten Wohncontainern, Tiny Houses und einfachen Bauten sollte eine kleine Gemeinschaft entstehen. Menschen in schwierigen Lebenssituationen, Reisende oder Freiwillige hätten hier wohnen, arbeiten und sich gegenseitig unterstützen können – ohne grossen finanziellen Aufwand, dafür mit Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn.

Die Idee entstand nicht zufällig. Nach einem Hausbrand im Jahr 2017 restaurierte Batliner sein eigenes Haus während fünf Jahren. Immer wieder halfen ihm Freunde oder Menschen, die selbst eine Auszeit brauchten. Daraus entwickelte sich der Wunsch, einen Ort zu schaffen, an dem gegenseitige Hilfe zum Alltag gehört.

Den Namen fand das Projekt nach Reisen durch Israel und Palästina. Zwar sollte kein religiöser Ort entstehen, wohl aber ein Platz, an dem Menschen unabhängig von Herkunft oder Überzeugung gemeinsam leben und arbeiten können. Moderne Elemente wie ein Blockchain-basiertes Beitragssystem sollten dabei sichtbar machen, wer sich wie stark in die Gemeinschaft einbringt.

Doch bevor das Projekt überhaupt richtig starten konnte, griffen die Behörden ein. Nach baupolizeilichen Verfahren und einem langwierigen Rechtsstreit wurde der Abbruch verfügt. Die Container verschwinden, das Gelände wird wieder eingeebnet. Für Batliner endet damit ein Projekt, in das er Monate intensiver Arbeit investiert hatte, noch bevor der erste Gast dort übernachten konnte.

In dieser alten Straßentram befinden sich hunderte von Kostümen, die Batliner von einem Kostümverleih erwarb. Und darüber das „Aussichtsboot“

Ideen statt Stillstand

Aufgeben gehört allerdings nicht zu seinem Wesen. Seit über fünfzehn Jahren entwickelt Batliner Produkte, Geschäftsmodelle und technische Lösungen. Er bezeichnet sich selbst als «Inventerpreneur» – eine Mischung aus Inventor und Entrepreneur.

Zu seinen bekanntesten Entwicklungen zählt Joint Magic, ein patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen vorgedrehter Cannabis-Hülsen. Die internationale Patentanmeldung lief parallel zum Aufbau des «Gelobten Landes». Durch den juristischen Streit um das Bauprojekt fehlte schliesslich die Zeit, das Patent rechtzeitig auf weitere Länder auszuweiten – ein weiterer Rückschlag.

Daneben entwickelte Batliner unter anderem ein Schaukelbett namens Sweetspot, mit dem er sogar bei der Schweizer Ausgabe der Fernsehsendung «Die Höhle der Löwen» auftrat. Hinzu kommen Brettspiele, verschiedene Alltagsprodukte und zahlreiche weitere Ideen, von denen viele nie den Sprung in die Serienproduktion schafften.

Für Batliner gehört das zum kreativen Prozess. Nicht jede Erfindung müsse wirtschaftlich erfolgreich sein. Entscheidend sei, Neues auszuprobieren und dabei ständig dazuzulernen.

Die Welt als Ideenschmiede

Sein eigentliches Zuhause ist für Batliner jedoch weniger eine Werkstatt als die Welt.

Er studierte unter anderem in Melbourne, Puebla in Mexiko und Kapstadt, baute eine Firma in Taiwan auf und bereiste bereits weit über hundert Länder. Noch immer verfolgt er das Ziel, eines Tages jedes Land der Erde zu besuchen.

Nach dem Ende des «Gelobten Landes» zieht es ihn erneut hinaus. Wohin genau, weiss er noch nicht. Indien reizt ihn ebenso wie Südamerika oder unbekannte Regionen Asiens. Am liebsten lässt er sich treiben und entscheidet spontan, wohin ihn Begegnungen unterwegs führen.

Reisen bedeuten für ihn weit mehr als Ferien. Sie sind Inspirationsquelle, Ideenschmiede und Lebensschule zugleich.

Zwischen Optimismus und Skepsis

Batliner blickt mit einer gewissen Skepsis auf gesellschaftliche Entwicklungen der vergangenen Jahre. Dennoch verliert er seinen Optimismus nicht. Gerade auf Reisen erlebe er immer wieder, dass die meisten Menschen hilfsbereit und offen seien.

Vielleicht ist genau das sein grösster Antrieb: die Überzeugung, dass aus Begegnungen neue Ideen entstehen können.

Das «Gelobte Land» verschwindet zwar aus der Landschaft von Eschen. Die nächste Erfindung dürfte jedoch bereits irgendwo unterwegs sein.

Factbox

Name: Carl Batliner

Wohnort: Eschen (Liechtenstein)

Beruf: Erfinder, Unternehmer und Weltreisender

Studium: Entrepreneurship (Master)

Bekannte Erfindungen:

  • Joint Magic (patentiertes Gerät zum Mahlen und Befüllen von Cones)
  • Sweetspot (Schaukelbett)
  • MapDart (Brettspiel mit Dartprinzip)
  • weitere Produkt- und Geschäftsideen

Fernsehauftritt: Teilnehmer bei der Schweizer Ausgabe von Die Höhle der Löwen

International unterwegs: Studienaufenthalte in Australien, Mexiko und Südafrika; Unternehmensaufbau in Taiwan; Reisen durch mehr als 100 Länder

Projekt «Gelobtes Land»:

  • Tiny-House- und Gemeinschaftsprojekt in Eschen
  • Konzept für gegenseitige Hilfe, Wohnen auf Zeit und nachhaltiges Zusammenleben
  • Vor Umsetzung aufgrund eines behördlich angeordneten Abbruchs beendet

Motto: Ideen entstehen unterwegs – nicht am Schreibtisch.

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Das AMS Bludenz wurde kürzlich erneut als beste Geschäftsstelle Vorarlbergs ausgezeichnet und die Idee des Jahres des AMS Österreich stammt ebenfalls aus Vorarlberg.

Das AMS Bludenz erhielt bei der österreichweiten Bewertung der Geschäftsstellen im Rahmen einer Preisverleihung in Ybbs an der Donau, die Auszeichnung für herausragende Leistungen in den Bereichen arbeitsmarktpolitische Zielerreichung, Service Qualität, Vermittlungseffizienz und Kundenzufriedenheit. „Durch das hohe Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre konsequente Kundinnen- und Kundenorientierung gelingt es, sowohl Arbeitssuchende als auch Betriebe wirkungsvoll zu unterstützen und nachhaltige Lösungen zu schaffen. Das sind wesentliche Erfolgsschlüssel für eine erfolgreiche Arbeit“, ist der AMS-Landesgeschäftsführer Bernhard Bereuter überzeugt und gratuliert den Teams des AMS Bludenz mit Geschäftsstellenleiter Sandro Sonderegger zur Auszeichnung. Der Arbeitsmarkt im Bezirk Bludenz zeigt sich seit Jahren stabil: Die Arbeitslosenquote im Jahresschnitt 2025 lag bei 4,9 Prozent und damit deutlich unter dem Vorarlberger Durchschnitt mit rund 6 Prozent. 

Idee des Jahres stammt ebenfalls aus Vorarlberg
Zusätzlich wurde die österreichweit prämierte Idee des Jahres 2025 aus Vorarlberg ausgezeichnet: Die „EXE Berechnung“, eingereicht von Michael Pergovnik, Alexander Piffer (beide AMS Vorarlberg) und Andrea Willnauer, ermöglicht eine einheitliche und nachvollziehbare Berechnung von Exekutionen.

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