10 °c
Bregenz
9 ° Di.
9 ° Mi.
8 ° Do.
8 ° Fr.
8 ° Sa.
gsi.news
kein Ergebnis
Alles anzeigen
  • Vorarlberg
  • LIECHTENSTEIN
  • Welt
  • Politik
  • WIRTSCHAFT/RECHT
  • Kultur
  • Sport
  • Gsiberger
  • gsi.verein
  • gsi.service
    • Eventkalender
    • gsi.event
    • gsi.job
    • gsi.reisen
    • gsi.spiele
    • gsi.trends
    • gsi.wohnen
  • Meinung
    • gsi.kolumne
  • gsi.podcast
  • Vorarlberg
  • LIECHTENSTEIN
  • Welt
  • Politik
  • WIRTSCHAFT/RECHT
  • Kultur
  • Sport
  • Gsiberger
  • gsi.verein
  • gsi.service
    • Eventkalender
    • gsi.event
    • gsi.job
    • gsi.reisen
    • gsi.spiele
    • gsi.trends
    • gsi.wohnen
  • Meinung
    • gsi.kolumne
  • gsi.podcast
kein Ergebnis
Alles anzeigen
gsi.news
Start gsi.podcast

Chrisi Kindle: Die Stimme, die Generationen von Fussballfans begleitet hat

von BAKI
7. Juli 2026
in gsi.podcast, Gsiberger, Liechtenstein
A A
Chrisi Kindle im Gespräch. Foto: Bandi Koeck

Chrisi Kindle im Gespräch. Foto: Bandi Koeck

Share on FacebookShare on Twitter

Chrisi Kindle prägte über vier Jahrzehnte den Sportjournalismus in Liechtenstein

Wer in Liechtenstein Fussball liebte, kannte seine Stimme. Ob packende Cup-Nächte des FC Vaduz, Länderspiele der Nationalmannschaft oder grosse Ski-Erfolge – Chrisi Kindle war über Jahrzehnte der Mann hinter dem Mikrofon. Mit rund 600 kommentierten Spielen, davon etwa 500 Begegnungen des FC Vaduz und rund 100 Länderspielen, gehört er zu den prägendsten Sportjournalisten des Landes. Seine Karriere führte ihn von der Schreibmaschine über Telex und Telefax bis ins digitale Zeitalter – und immer stand eines im Mittelpunkt: die Leidenschaft für den Sport.

Den ganzen Podcast mit Chrisi Kindle auf Spotify anhören!

Nach dem Ende von Radio Liechtenstein Anfang 2025 ist es ruhiger um den langjährigen Sportreporter geworden. Doch wer ihm zuhört, merkt schnell: Die Begeisterung für den Fussball ist ungebrochen. Ebenso wie die Erinnerungen an eine Zeit, in der Sportjournalismus oft Improvisation, Abenteuer und Herzblut bedeutete.

WERBUNG

Ein Bub mit einem grossen Traum

Schon als kleiner Junge wusste Chrisi Kindle, wohin sein Weg führen sollte. Während andere Kinder einfach Fussball schauten, kommentierte er die Spiele zu Hause gleich selbst.

Dass daraus tatsächlich ein Beruf werden könnte, glaubte allerdings kaum jemand.

«Diesen Beruf gibt es gar nicht», bekam er damals von Berufsberatern immer wieder zu hören. Man riet ihm zu einer «richtigen» Ausbildung.

Kindle liess sich davon nicht beirren.

Beim Liechtensteiner Volksblatt absolvierte er zunächst eine kaufmännische Lehre. Parallel durfte er erste Erfahrungen in der Sportredaktion sammeln. Dort wurde sein Talent rasch erkannt. Sein damaliger Lehrmeister Herbert Thöny übertrug ihm immer mehr Verantwortung – und warf den 19-Jährigen bereits 1978 bei der Ski-Weltmeisterschaft in Garmisch-Partenkirchen ins kalte Wasser.

«Mach einfach», hiess es damals.

Für Kindle wurde diese erste Weltmeisterschaft zum Start einer aussergewöhnlichen Laufbahn.

Vom Volksblatt zum Radio

Zwanzig Jahre arbeitete Chrisi Kindle beim Liechtensteiner Volksblatt. Ende der 1990er-Jahre suchte er eine neue Herausforderung.

Sie hiess Radio.

1998 wechselte er zu Radio Liechtenstein und fand dort seine eigentliche Bühne. Seine markante Stimme wurde für Generationen von Sportfans zum festen Begleiter an den Wochenenden.

Bis zum Sendeschluss des Radios im Jahr 2025 berichtete er praktisch ohne Unterbruch über das Sportgeschehen im Land.

Als Journalismus noch echtes Handwerk war

Wer heute einen Bericht schreibt, braucht Laptop, Smartphone und Internet.

Damals war alles anders.

Bei seiner ersten Ski-WM schrieb Kindle seine Texte noch auf einer Schreibmaschine. Anschliessend mussten sie auf einer Telex-Station übertragen werden. Jede Zeile bedeutete zusätzliche Arbeit, jede Übermittlung kostete Zeit.

Noch schwieriger hatten es die Fotografen.

Mit seinem langjährigen Kollegen Edi Rich war Kindle bei unzähligen Grossanlässen unterwegs. Während Kindle schrieb, verwandelte Rich Hotelbadezimmer in improvisierte Dunkelkammern.

Anschliessend begann der eigentliche Kraftakt.

Ein einziges Foto benötigte rund sechs Minuten, bis es über eine Telefonleitung in der Redaktion ankam.

Heute dauert derselbe Vorgang wenige Sekunden.

Die legendäre Telefonkabine von Kitzbühel

Eine seiner liebsten Erinnerungen stammt vom berühmten Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel.

Im Hotel gab es lediglich eine Telefonkabine.

Während Fotograf Edi Rich den Telefonhörer auseinanderbaute und sein Übertragungsgerät anschloss, musste Kindle den Hotelangestellten beschäftigen.

«Er braucht einfach noch etwas», erklärte er immer wieder.

Während draussen Gäste ungeduldig auf die Telefonleitung warteten, wurden drinnen Bild für Bild Richtung Liechtenstein geschickt.

Improvisation gehörte damals zum Berufsalltag.

Mit der Schreibmaschine im Flugzeug

Nicht weniger filmreif verlief eine Reise nach Nordirland.

1994 bestritt Liechtenstein in Belfast sein erstes Pflichtspiel überhaupt in einer EM-Qualifikation.

Den Spielbericht schrieb Kindle auf dem Rückflug – mit der Schreibmaschine auf den Knien.

Neben ihm sass Nationaltorhüter Martin Öhri.

Als dieser bemerkte, dass seine Mitschuld an einem Gegentor im Bericht erwähnt wurde, fragte er schmunzelnd, ob man diese Passage nicht weglassen könne.

Kindle musste ablehnen.

Journalismus blieb Journalismus.

Verfolgungsjagd auf der Autobahn

Nach der Landung in Zürich folgte die nächste Herausforderung.

Der Bericht musste dringend per Telefax an die Redaktion geschickt werden.

Während Kindle noch ein Faxgerät suchte, fuhr der Mannschaftsbus Richtung Liechtenstein bereits davon.

Kurzerhand sprang er in ein Taxi.

Der Fahrer nahm tatsächlich die Verfolgung auf.

Auf der Autobahn fuhr das Taxi neben den Mannschaftsbus, Kindle winkte aus dem Fenster – und der Bus hielt an.

Selbst Nationaltrainer Dietrich Weise sprach ihn Jahre später noch auf diese spektakuläre Aktion an.

Über 30 Trainer erlebt

In seiner Laufbahn begleitete Kindle mehr als 30 Trainer des FC Vaduz.

Er kommentierte sämtliche grossen Kapitel der Vereinsgeschichte – vom Aufstieg in den Profifussball bis zu den legendären Super-League-Aufstiegen.

Gerade diese Momente seien es gewesen, die den Beruf so einzigartig machten.

Bierduschen? Lieber nicht.

Die Aufstiegsfeiern des FC Vaduz bleiben unvergessen.

2008 in Chiasso.

2014 mit einer riesigen Bierdusche.

2020 nach dem Barrage-Erfolg gegen Thun.

Während Spieler und Funktionäre ausgelassen feierten, versuchte Kindle stets, trocken zu bleiben.

Nicht aus Eitelkeit.

Er musste nach dem Spiel noch zurück ins Studio, Interviews schneiden und Berichte produzieren.

Mit biergetränkten Kleidern wäre das eher unangenehm geworden.

Wenn Jürgen Klopp nach dem Liechtensteiner ruft

Auch internationale Grössen lernte Kindle kennen.

Bei einem Trainingslager von Borussia Dortmund in Bad Ragaz wollte er eigentlich nur höflich nach einem Interview mit Jürgen Klopp fragen.

Kurze Zeit später hallte plötzlich eine Stimme über den Trainingsplatz:

«Wo ist denn der Kollege aus Liechtenstein?»

Klopp hatte ausdrücklich nach ihm verlangt.

Es entstand ein entspanntes Gespräch, das Kindle bis heute in bester Erinnerung geblieben ist.

Ähnlich positiv verlief auch ein Treffen mit Ottmar Hitzfeld. Nach einer Pressekonferenz gelang es dem Liechtensteiner, den damaligen Schweizer Nationaltrainer exklusiv für ein kurzes Interview zu gewinnen – sehr zur Überraschung der anwesenden Schweizer Medien.

Der FC Vaduz bleibt seine grosse Liebe

Obwohl er über nahezu jede Sportart berichtete, zog sich der FC Vaduz wie ein roter Faden durch seine Karriere.

Mit dem Aufstieg in den Profifussball gewann auch seine Berichterstattung immer mehr Bedeutung.

Besonders schmerzt ihn heute, dass es nach dem Ende von Radio Liechtenstein keine regelmässigen Live-Übertragungen mehr gibt.

Die Nähe zwischen Verein und Bevölkerung sei dadurch ein Stück verloren gegangen.

WM 2026: Mit etwas mehr Gelassenheit

Die laufende Weltmeisterschaft in Kanada, den USA und Mexiko verfolgt Kindle heute entspannter als früher.

Während seiner aktiven Zeit gehörte jede Partie praktisch zur Arbeit.

Heute erlaubt er sich auch einmal, nur eine Halbzeit oder einzelne Spielabschnitte anzuschauen.

Seine erste bewusst erlebte Weltmeisterschaft war übrigens Mexiko 1970.

Damals kaufte seine Familie eigens einen Farbfernseher – ein Luxus jener Zeit.

Seither schlägt sein Herz für England.

Sein Lieblingsverein ist der FC Liverpool.

Vor Beginn der aktuellen WM sah er Frankreich und Argentinien als die grössten Titelanwärter. Frankreich verfüge über einen aussergewöhnlich starken Kader, Argentinien besitze trotz des Generationswechsels weiterhin enorme Qualität. Gleichzeitig traut er auch Spanien oder Brasilien jederzeit den grossen Wurf zu. Dass England inzwischen den Viertelfinal erreicht hat, dürfte den langjährigen Three-Lions-Anhänger zusätzlich freuen.

Ein erfüllter Traum

Heute verbringt Chrisi Kindle seine Pension vor allem mit seinem Hund Tobi.

Den Sport verfolgt er weiterhin mit grossem Interesse.

Nur eines wünscht er sich noch.

Eine Schlagzeile, die es bislang nie gegeben hat:

«Liechtenstein qualifiziert sich für eine Fussball-Weltmeisterschaft.»

Er selbst weiss zwar, wie schwierig dieses Ziel ist.

Aber Träume waren schon immer der Anfang seiner Geschichte.

Factbox

Name: Chrisi Kindle

Beruf: Sportjournalist und langjähriger Sportreporter

Karrierebeginn: Ende der 1970er-Jahre beim Liechtensteiner Volksblatt

Beim Volksblatt: rund 20 Jahre

Bei Radio Liechtenstein: 1998 bis zur Einstellung des Sendebetriebs 2025

Kommentierte Spiele: rund 600

Davon FC Vaduz: rund 500

Länderspiele: rund 100

Erlebte FCV-Trainer: mehr als 30

Lieblingsverein: FC Liverpool

Lieblingsnationalmannschaft: England

Erste bewusst erlebte WM: Mexiko 1970

WM-Favoriten 2026: Frankreich und Argentinien

Persönlicher Wunsch: «Liechtenstein qualifiziert sich für eine Weltmeisterschaft.»

Tags: FußballGsibergerJournalismusLiechtensteinPersonPodcastPortraitSportVaduzWM
teilenTweetteilensendensendenteilen
WERBUNG
vorheriger Artikel

Sommer in Feldkirch: Ferien voller Erlebnisse

weitere interessante Artikel

Landesrat Christian Gantner, Vorarlberg, Regierungsrätin Susanne Hartmann, St. Gallen, Regierungschefin-Stellvertreterin Sabine Monauni, Liechtenstein, Regierungsrätin Carmelia Maissen, Graubünden (v. l.).  Bildrechte: Fürstentum Liechtenstein. Fotograf: IRKA, F. Sams
Liechtenstein

Liechtenstein übergibt Vorsitz der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein an Vorarlberg

7. Juli 2026
Bildungsminister Daniel Oehry besuchte die Schülerinnen und Schüler, die ihre Wirtschaftswoche bei der INFICON AG absolvieren durften. Bilder: IKR/Michael Zanghellini
Liechtenstein

Bildungsminister Daniel Oehry und LIHK-Geschäftsführer Maximilian Rüdisser besuchen Wirtschaftswoche 2026 bei der INFICON AG

6. Juli 2026
gsi.musik

Das war das FL1.LIFE in Schaan voller Emotionen, Gänsehaut und ausgelassene Festivalstimmung

6. Juli 2026
Oliver Sprenger im Männercafe in Schaan. Fotos: Bandi Koeck
gsi.podcast

Oliver Sprenger: Ein Mann, der zuhört – und Räume für Gespräche schafft

3. Juli 2026

Schreibe einen Kommentar Antwort abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Heute beliebt

  • Die Show der Erwachsenen sorgte für staunende Gesichter. Foto: Fotoclub Kontakt Feldkirch

    50 Jahre gelebte Karate-Leidenschaft: Jubiläumsfeier des Shotokan Karate Club Feldkirch

    0 shares
    teilen 0 Tweet 0
  • Tödlicher Badeunfall in Bludenz: 10- und 22-Jähriger ertrunken

    0 shares
    teilen 0 Tweet 0
  • Nach 35 Jahren geht es anders weiter: Drumo schließt

    0 shares
    teilen 0 Tweet 0
  • Neuer Verein will Bildungssystem in Liechtenstein hinterfragen und praxisnah weiterentwickeln

    0 shares
    teilen 0 Tweet 0
  • Oliver Sprenger: Ein Mann, der zuhört – und Räume für Gespräche schafft

    0 shares
    teilen 0 Tweet 0
WERBUNG

Kommentare

Wasserfall. Bild: Albert Wittwer

Alberts Notion: Zwei Welten

von ALWI
1. Juli 2026
0

Dr. Albert Wittwer

Alberts Notion: Bürokratieabbau: Kampf gegen Windmühlen

von ALWI
11. Juni 2026
0

Bandi Koeck schaut gerne mal genauer hin. Foto: Richard Mayer

Bandis Koecktail: Radarland Vorarlberg – Sicherheit oder Schilderdschungel?

von BK
5. Juni 2026
0

Fußball – der ANDERE Blick! –  SCR Altach : Ried 2:0 – Fazit – Rückblick – Ausblick!

von GEEN
17. Mai 2026
0

Eventkalender

Bevorstehende Veranstaltungen

gsi.news unterstützen

mit einem Einkauf über einen unserer
Partner-Links:
ebay
amazon.de
Facebook Twitter Instagram Youtube LinkedIn
  • Datenschutz
  • Impressum

© 2022 GSI.NEWS GMBH & KOECKTAIL MEDIA

kein Ergebnis
Alles anzeigen
  • Vorarlberg
  • LIECHTENSTEIN
  • Welt
  • Politik
  • WIRTSCHAFT/RECHT
  • Kultur
  • Sport
  • Gsiberger
  • gsi.verein
  • gsi.service
    • Eventkalender
    • gsi.event
    • gsi.job
    • gsi.reisen
    • gsi.spiele
    • gsi.trends
    • gsi.wohnen
  • Meinung
    • gsi.kolumne
  • gsi.podcast

© 2022 GSI.NEWS GMBH & KOECKTAIL MEDIA

Welcome Back!

Login to your account below

Forgotten Password?

Retrieve your password

Please enter your username or email address to reset your password.

Log In

Add New Playlist