Noah Lokaj wirkt auf den ersten Blick wie viele andere junge Erwachsene: offen, direkt und voller Energie. Doch hinter der freundlichen, unkomplizierten Art steckt eine bemerkenswerte Entwicklung – vom suchenden Schulabgänger zum zielstrebigen Berufsmann mit klaren Zukunftsplänen.
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Der 19-Jährige aus Eschen hat kürzlich seine dreijährige Lehre als Anlagenführer erfolgreich abgeschlossen und bereits eine Festanstellung gefunden. Ein geradliniger Weg war das allerdings nicht. Ursprünglich wollte Noah in die Informatik einsteigen. Nach 13 Absagen hätte manch anderer aufgegeben – nicht so er. Hartnäckigkeit und die Bereitschaft, neue Wege auszuprobieren, führten ihn schliesslich in die Welt der Produktion.
Heute arbeitet Noah in einem modernen Industriebetrieb, in dem dentaltechnische Produkte hergestellt werden. Seine Aufgaben sind vielseitiger, als es die Berufsbezeichnung vermuten lässt: Maschinen überwachen, Prozesse steuern, Störungen beheben und dafür sorgen, dass alles reibungslos läuft. Die Anlagen sind hochgradig technisch, teilweise automatisiert – und verlangen dennoch menschliches Gespür. Gerade diese Mischung fasziniert ihn: „Man lernt jeden Tag etwas Neues“, sagt er. Fehler werden zu Herausforderungen, Routine gibt es kaum.
Auch die Berufsschulzeit in Chur war prägend. Der Unterricht im Blocksystem, neue Menschen und anspruchsvollere Prüfungen forderten ihn – und stärkten gleichzeitig sein Selbstvertrauen. Rückblickend beschreibt Noah diese Jahre als Phase persönlicher Reifung: „Ich bin viel stabiler und selbstbewusster geworden.“
Wer ihn kennt, weiss: Disziplin und Ehrgeiz zeigt Noah nicht nur im Beruf. Schon in der Schulzeit machte er mit einem aussergewöhnlichen Projekt auf sich aufmerksam – eine Fitnessarbeit, die er eindrucksvoll vor grossem Publikum präsentierte. Der Moment, als er symbolisch sein T-Shirt zerriss, blieb vielen in Erinnerung. Der Spitzname „Hulk von Eschen“ war geboren.
Sport spielt bis heute eine zentrale Rolle in seinem Leben. Neben Fitness engagiert sich Noah im Fussballverein, früher kamen auch Tennis und Unihockey dazu. Bewegung ist für ihn Ausgleich und Antrieb zugleich.
Trotz der Zufriedenheit im aktuellen Beruf denkt Noah bereits weiter. Sein Ziel ist klar: der Polizeidienst. Dafür plant er den nächsten Schritt – die Matura. Der Weg dorthin ist anspruchsvoll, mit Aufnahmeverfahren und Ausbildung verbunden. Doch gerade die sportlichen Anforderungen bereiten ihm keine Sorgen. Vielmehr zeigt sich erneut seine realistische Einschätzung der eigenen Stärken und Herausforderungen.
Was ihn auszeichnet, ist nicht nur Zielstrebigkeit, sondern auch eine reflektierte Haltung. Jungen Menschen rät er, sich Zeit zu nehmen, verschiedene Berufe auszuprobieren und vor allem: dranzubleiben. Seine eigene Geschichte ist der beste Beweis dafür, dass Umwege oft zu den richtigen Zielen führen.
Noah Lokaj steht am Anfang seines beruflichen Weges – und hat doch bereits vieles erreicht. Mit seiner Mischung aus Bodenständigkeit, Ehrgeiz und Offenheit bringt er beste Voraussetzungen für die Zukunft mit. Vielleicht begegnet man ihm tatsächlich eines Tages in Uniform auf den Strassen Liechtensteins.

Factbox: Noah Lokaj
- Name: Noah Lokaj
- Alter: 19 Jahre
- Wohnort: Eschen (Liechtenstein)
- Beruf: Anlagenführer (abgeschlossene Lehre, Festanstellung)
- Lehrdauer: 3 Jahre
- Arbeitsbereich: Produktion von dentaltechnischen Produkten
- Stärken: Durchhaltevermögen, Lernbereitschaft, Teamfähigkeit
- Sport: Fitness, Fussball (aktiv im Verein), früher Tennis und Unihockey
- Besonderheit: Auffällige Fitness-Projektarbeit in der Schulzeit („Hulk von Eschen“)
- Zukunftspläne: Matura absolvieren, anschliessend Ausbildung zum Polizisten
- Wurzeln: Tschechische Herkunft
- Lebensmotto: Dranbleiben und verschiedene Wege ausprobieren












