Der diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Feldkirch am 8. Jänner im Montforthaus stellte das Thema Freiheit in den Mittelpunkt. Anlass dafür bot das 650-Jahr-Jubiläum des Feldkircher Freiheitsbriefs, der bis heute als identitätsstiftendes Fundament der Stadt gilt.
In seiner Festansprache spannte Bürgermeister Manfred Rädler den Bogen von der historischen Bedeutung des Freiheitsbriefs bis zu aktuellen politischen und finanziellen Herausforderungen. „Der Freiheitsbrief erinnert uns daran, dass Freiheit immer mit Verantwortung verbunden ist und er zeigt, dass sich eine Gemeinschaft weiterentwickeln kann“, betonte Rädler. Zugleich verwies das Stadtoberhaupt auf die schwierigen Rahmenbedingungen, unter denen kommunale Selbstbestimmung heute stattfindet. Budgetäre Einschränkungen durch hoheitliche Aufgaben und steigende Transferleistungen an Sozialfonds, Rettungsfonds und Spitäler begrenzen den Handlungsspielraum der Gemeinden erheblich.
Gerade vor dem Hintergrund der angespannten finanziellen Lage kündigte der Bürgermeister für 2026 einen Konsolidierungsplan an. Ziel sei es, Verantwortung für die Gegenwart und kommende Generationen zu übernehmen. „So wollen wir durch strukturelle Reformen und Digitalisierung spürbare Veränderungen für die Bürgerinnen und Bürger und damit auch wieder mehr städtische Freiheit in finanzieller Hinsicht erreichen“, zeigte sich Rädler überzeugt.

Neujahrsempfang 2026 © Stadt Feldkirch
Trotz der Herausforderungen blickt er optimistisch nach vorne und verwies auf die Stärke der Stadtgesellschaft. „Wir haben in Feldkirch eine starke Zivilgesellschaft, engagierte Vereine, verantwortungsbewusste Unternehmen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Stadtverwaltung, die Tag für Tag ihr Bestes geben. Der Freiheitsbrief erinnert uns daran, dass wir nicht Spielball der Umstände sind, sondern Gestalterinnen und Gestalter unserer Zukunft.“
Als Festrednerin begeisterte in diesem Jahr Ruth Swoboda, CEO und geschäftsführende Direktorin der inatura Dornbirn. Unter dem Titel „Wissen. Wandel. Freiheit. Zwischen Natur, Wissenschaft und Gesellschaft“ sprach sie über die Bedeutung wissenschaftlicher Freiheit damals und heute. „Wissenschaft und Freiheit sind ein untrennbares Paar“, erklärte die inatura-Direktorin und betonte die Bedeutung von Wissenschaft für die Gesellschaft. Ihr Vortrag war ein lebendiges Plädoyer für Neugier und Verantwortung und gegen Wissenschaftsskepsis. „Wissen beginnt immer mit Neugier und führt immer zur Freiheit“, so Swoboda. „Deshalb zahlt es sich aus, neugierig zu bleiben und Fragen zu stellen.“
Musikalisch gestaltet wurde der Abend von einem Percussion-Ensemble der Musikhochschule Stella, das für seine Darbietungen begeisterten Applaus erntete. Beim anschließenden Ausklang mit Most und Gesprächen nutzten zahlreiche Gäste die Gelegenheit zum Austausch.

Neujahrsempfang 2026 © Stadt Feldkirch











