„Hans Fischer: Pitschi, das Kätzchen, das immer etwas anderes wollte. Eine traurige Geschichte, die aber gut aufhört“ – Eine ausführliche Buchrezension
„Pitschi“ ist ein klassischer Bilderbuchtitel des Schweizer Autors und Illustrators Hans Fischer, der seit seiner Ersterscheinung Mitte des 20. Jahrhunderts Generationen von jungen Leserinnen und Lesern begleitet. Der NordSüd Verlag Zürich zählt den Titel zu seinen langjährigen Klassikern im Bilderbuchprogramm und führt ihn auch heute noch in aktuellen Auflagen.
Die Geschichte dreht sich um Pitschi, das kleinste und feinste von fünf Kätzchen, das bei der alten Lisette auf einem Bauernhof lebt. Pitschi ist unzufrieden mit seinem Leben als Katze und möchte lieber ein anderes Tier sein – zuerst ein Hahn, dann eine Ziege, eine Ente und schließlich ein Hase. Auf seiner Suche nach Identität läuft Pitschi davon und gerät in gefährliche Situationen, bis es schließlich im dunklen Kaninchenstall Todesangst erlebt, als Uhu und Fuchs bedrohlich nahe kommen.
Erst in größter Not wird Pitschi von Lisette gefunden und zurück nach Hause gebracht. Dort wird es von seinen Mitbewohnern liebevoll gepflegt und verwöhnt. Bald kann Pitschi wieder mit den anderen Tieren ein fröhliches Fest feiern und erkennt, dass es doch gut und richtig ist, ein Kätzchen zu sein. Diese einfache, aber eindringliche Wendung verleiht der Erzählung ihren emotionalen Kern und macht sie zu einer zeitlosen Parabel über Selbstakzeptanz und Zuhause.
Die Erzählung ist in einer klaren, verständlichen Sprache gehalten, die auch jungen Lesern leicht zugänglich ist. Die ganzseitigen farbigen Illustrationen begleiten den Text durchgehend und verleihen dem Geschehen Wärme und Lebendigkeit. Hans Fischers Illustrationsstil unterstreicht die emotionalen Momente der Geschichte, vom fröhlichen Spiel über die abenteuerliche Flucht bis hin zur sicheren Rückkehr.
Der Verlag weist den Titel als Bilderbuch für Kinder ab etwa 4 Jahren aus, was sich aufgrund der einfachen Sprache und der liebevollen Darstellung gut erklärt. Die Thematik von Identität, Mut und Zugehörigkeit wird kindgerecht vermittelt, ohne zu belehren – sie lädt zum Mitfühlen, Mitdenken und Wiedererzählen ein.
Ein interessanter Aspekt der Verlags- und Rezeptionsgeschichte von „Pitschi“ ist seine internationale Verbreitung: Die Geschichte ist nicht nur im deutschsprachigen Raum erschienen, sondern wurde auch ins Englische übersetzt und unter dem Titel “Pitschi: The Kitten Who Always Wanted to Be Something Else. A Sad Story That Ends Well“ veröffentlicht. Damit gehört das Buch zu den Kinderklassikern, die über Sprachgrenzen hinweg bekannt sind und auch im englischsprachigen Raum Leser finden.
Fazit
„Pitschi“ ist ein liebevoll erzählter Bilderbuchklassiker, der in seiner klaren Sprache und den stimmungsvollen Illustrationen zeitlos relevant bleibt. Die Geschichte von Pitschi bietet jungen Leserinnen und Lesern eine einfühlsame Reflexion über Anderssein, Selbstentdeckung und die Bedeutung von Zuhause. Durch seine internationale Übersetzung zeigt der Titel, dass seine Botschaft universell ist. Für Familien, Kindergärten und Vorleserunden ist dieses Buch eine wertvolle Ergänzung – ein Klassiker, der auch nach Jahrzehnten seine Anziehungskraft nicht verloren hat.
Factbox
Titel: Pitschi, das Kätzchen, das immer etwas anderes wollte. Eine traurige Geschichte, die aber gut aufhört
Autor/Illustrator: Hans Fischer
Verlag: NordSüd Verlag AG, Zürich
Auflage: z. B. 27. Auflage (2025) / 26. Auflage 2011
Seiten: 32 (aktueller Hardcover‑Bilderbuchausgabe)
Format: Hardcover, farbig illustriert
Altersempfehlung: ab ca. 4 Jahren
Sprache: Deutsch (auch in Englisch veröffentlicht als Pitschi: The Kitten Who Always Wanted to Be Something Else…)
ISBN‑13: 978‑3‑314‑01739‑1











