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Internationale Bodensee-Hochschule feiert Rekordjahr

von TOFI
21. Mai 2022
in Liechtenstein, Welt
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Das Institut für Innovation, Design und Engineering am Standort St.Gallen der OST.
Foto: IBH/Hannes Thalmann

Das Institut für Innovation, Design und Engineering am Standort St.Gallen der OST. Foto: IBH/Hannes Thalmann

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Kooperationspartner formieren sich zum „Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee“

Mit 47 geförderten Projekten an 21 Universitäten und Hochschulen stärkte die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) auch im zweiten Jahr der Pandemie die praxisnahe Forschung in der Vierländerregion. Dabei konnte die Beteiligung verdoppelt werden, wie der Jahresbericht 2021 belegt: 858 Praxispartner und 234 Veranstaltungen mit 4.613 Besucher unterstreichen den wachsenden Wert der interregionalen Zusammenarbeit. Ab dem kommenden Jahr wird die IBH als eigenständige Rechtspersönlichkeit zum „Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee“. Das ermöglicht eine intensivere Kooperation und schafft die Grundlagen für die Einwerbung zusätzlicher Budgets.

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Die vergangene Leistungsperiode 2018 bis 2021 beendete die Internationale Bodensee-Hochschule (IBH) mit Erfolg – und einem Rekordjahr: In vier Jahren wurden insgesamt 56 Projekte unterstützt, davon 47 allein im Jahr 2021. 413 Forschende aus 21 Hochschulen waren im Vorjahr daran beteiligt. Sie arbeiteten mit 858 Praxispartnern aus Wirtschaft, Bildung, Kultur, Sozialbereich und Zivilgesellschaft zusammen – ein neuer Höchstwert.

Auch bei Veranstaltungen, Vorträgen und Präsentationen verzeichnete die IBH Rekordzahlen, die für den Leiter der IBH-Geschäftsstelle, Prof. Dr. Markus Rhomberg, die „steigende gesellschaftliche Bedeutung des Hochschulverbandes“ deutlich belegen. „Wir intensivieren bei unseren Projekten Jahr für Jahr die Zusammenarbeit mit externen Partnern, binden Wirtschaft und Zivilgesellschaft ein und schaffen durch vernetztes Handeln unmittelbare Mehrwerte für die ansässige Wirtschaft und Bevölkerung“, ergänzt Rhomberg. Rund zwei Drittel der Projekte 2021 wurden direkt mit der Praxis umgesetzt.

,,LDer RUNWAY-Startup-Inkubator an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW.

Leuchtturmprojekte mit grenzüberschreitendem Nutzen
26 von 27 Mitgliedshochschulen nutzten in den Jahren 2018 bis 2021 in 56 Projekten die Förder- und Kooperationsmöglichkeiten der IBH. In den meisten Projekten engagierten sich die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften und die Fachhochschule Vorarlberg (jeweils 19), die HTWG Konstanz (15), die Universität St.Gallen, die OST – Ostschweizer Fachhochschule (13) und die Universität Konstanz (10).

Wie können Wissenschaft und ihre Ergebnisse verständlich kommuniziert werden? Das Projekt „Virtual U“ hat dafür neue digitale Formate entwickelt. Beteiligt waren neben der Universität Konstanz die Universität Zürich sowie außerhalb der IBH die Universität Basel. Partizipation und Bildung in der Schule standen beim Projekt „SchulPart“ von PH Vorarlberg, PH St. Gallen und Zeppelin Universität im Mittelpunkt. Bei der trinationalen Jugendstudie mit über 3.000 Befragten konnte nachgewiesen werden, dass Teilhabe an Schulen in der Region noch wenig ausgeprägt ist.

Im Projekt „DLIPchip“, das die Universität Konstanz, die ZHAW und das Zürcher Unternehmen Artificial Sensing Instruments ASI AG gemeinsam realisiert haben, wurde ein neuer Lösungsansatz für die Herstellung von Biochips entwickelt. „Biochips haben großes Potenzial für die Diagnostik. Wir konnten in enger Kooperation eine laserbasierte, kostengünstige Methode zur Materialbearbeitung von Wellenleitergittern entwickeln“, erklärt Kurt Tiefenthaler, Chef der ASI AG. Mit der Rolle regionaler Lebensmittel beschäftigten sich die OST und die Hochschule Albstadt Sigmaringen. Das Projekt „RegIdent“ lieferte über eine Befragung von 1.500 Teilnehmenden Impulse für eine stärkere Profilbildung, mehr Transparenz und Nachhaltigkeit in der regionalen Wertschöpfungskette.

Das Institut für Architektur- und Raumentwicklung an der Universität Liechtenstein.

Zukunft durch Innovationen
Mit Beginn des kommenden Jahres wird der Verbund als eigenständige Rechtsperson die gesellschaftliche Integration der Wissenschaft und die interne Zusammenarbeit – etwa in Form grenzüberschreitender Studiengänge und vernetzten Forschungseinrichtungen – noch stärker forcieren. Zudem können nun erstmals selbstständig Fördergelder der EU und sonstige Drittelmittel eingeworben werden.

„Forschungs- und Bildungseinrichtungen spielen als Innovationstreiber eine zentrale Rolle bei der Gestaltung unseres Lebens- und Arbeitsraums. Als Leitinstitutionen und Ideenlieferanten wirken sie zu einem erheblichen Teil in der Region. Sie fungieren als wirtschaftliche Innovatoren und Transformatoren für gesellschaftliche Veränderungen. Wir wollen sie noch sichtbarer machen, Kooperationen intensivieren und weitere Finanzierungsquellen erschließen. Als selbstständiger Wissenschaftsverbund schaffen wir auf verschiedenen Ebenen neue Handlungsspielräume“, betont Gernot Brauchle, Vorsitzender der IBH und Rektor der Pädagogischen Hochschule Vorarlberg.

Mobilität, Ernährung, Bildung
In den nächsten vier Jahren wollen die Partner des Wissenschaftsverbunds vor allem Projekte durchführen, welche die regionale Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit in den vier Bodenseeanrainern im Zuge des digitalen und ökologischen Strukturwandels steigern sollen. Dabei stehen Themen wie Mobilität, Ernährung, Talente, Kreislaufwirtschaft und sozialer Zusammenhalt ganz oben auf der Liste. Vertreter:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und der Zivilgesellschaft sollen dazu ihr Wissen bei Projekten und Veranstaltungen einbringen, um die Entwicklung der Region voranzutreiben.

„Der neue Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee entwickelt die erfolgreiche Arbeit der IBH weiter und wird künftig mit Sitz an der Universität Konstanz zukunftsweisende, grenzüberschreitende Akzente setzen. Von diesem Innovationsgeist werden nicht nur Wissenschaft und Wirtschaft, sondern die ganze Gesellschaft profitieren“, sagt Theresia Bauer, Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg.

Summerschool zur Energiewende an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Fact-Box:
Internationale Bodensee-Hochschule

  • 27 Hochschulen
  • 115.000 Studierende
  • 20.000 Forschende
  • 1 Million Euro Jahresbudget
  • Länder und Kantone, die die IBH fördern: Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Liechtenstein, Thurgau, St. Gallen, Schaffhausen, Appenzell Innerrhoden, Appenzell Ausserrhoden, Zürich

Die Hochschulen der Internationalen Bodensee-Hochschule

Deutschland
Duale Hochschule Baden-Württemberg DHBW Ravensburg / Friedrichshafen
Hochschule Albstadt-Sigmaringen
Hochschule Furtwangen
Hochschule Kempten
HTWG Konstanz
RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten University of Applied Sciences
Pädagogische Hochschule Weingarten
Staatliche Hochschule für Musik Trossingen
Universität Konstanz
Zeppelin Universität Friedrichshafen

Liechtenstein
Universität Liechtenstein

Österreich
Fachhochschule Vorarlberg GmbH
Pädagogische Hochschule Vorarlberg
Schloss Hofen
Vorarlberger Landeskonservatorium

Schweiz
HfH Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik
HWZ Hochschule für Wirtschaft Zürich
OST – Ostschweizer Fachhochschule
Pädagogische Hochschule St. Gallen
Pädagogische Hochschule Schaffhausen
Pädagogische Hochschule Thurgau
Pädagogische Hochschule Zürich
SHLR Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach
Universität St. Gallen
Universität Zürich
Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften ZHAW
Zürcher Hochschule der Künste ZHdK

Tags: AusbildungBildungDeutschlandLiechtensteinSchuleSchweizVorarlberg
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