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Briefe von Gerd: Lieber Emile Coué – Die Macht der Autosuggestion

von GEEN
4. Februar 2021
in gsi.kolumne
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Emile Coué (geb. 1857, gest. 1926) machte als kleiner französischer Apotheker in Nancy eine Entdecktung, die ihn weit über die Grenzen seines Landes hinaus berühmt machte. Er stellte fest, dass es einen großen Unterschied macht, mit welchen Worten er seinen Patienten die vom Arzt verschriebenen Medikamente überreichte! 

UND ICH SAGE EUCH – ES FUNKTIONIERT – ICH WENDE ES SEIT ÜBER ZEHN JAHREN JEDEN TAG AN.

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Gab er seinen Patienten ein Medikament mit den Worten „Da hat Ihnen Ihr Arzt aber ein ausgezeichnetes Mittel verschrieben. Sie werden sehen, dass es Ihnen bald sehr viel besser geht“, dann ging es vielen nach kurzer Zeit besser oder sie waren geheilt.

Gab er den Patienten das Medikament jedoch ohne solche die Wirksamkeit lobenden Worte, dann berichteten die Patienten viel seltener über eine Besserung ihrer Beschwerden.

Aus diesen Beobachtungen entwickelte Coué die Lehre der Autosuggestion. Nach dieser Lehre können wir alle unser seelisches und körperliches Befinden dadurch erheblich steigern, indem wir uns selbst bestimmte gesundmachende Autosuggestionen vorsagen. „Es gelang ihm, durch Aufdeckung der inneren Vorgänge Gesetze zu formulieren, welche Autosuggestion leicht lehrbar machen“ (Lambert, 1965)  

Ab 1912 bis in die 1920er Jahre reiste Coué durch die europäischen Großstädte und in die USA und füllte mit Vorträgen über seine Methode die Säle. Es war ihm wichtig, die Heilkräfte der Menschen zu stärken und möglichst vielen beizubringen, wie sie sich selber helfen konnten.

Die berühmt gewordene Autosuggestionsformel von Coue´lautet:  

„Es geht mir mit jedem Tag und in jeder Hinsicht immer besser und besser und immer besser.“  

Emile Coué

Große Erfolge kann man laut Coué mit der einfachen Übung erzielen, sich lebenslang täglich sofort nach dem Erwachen und unmittelbar vor dem Schlafen etwa 20 Mal halblaut diesen Satz vorzusprechen. Hierbei sei es gleichgültig, ob man daran glaube oder nicht, und was man bewusst dabei denke. Solange nur die Lippen den Satz laut genug formten, damit er über die Ohren wieder zurückwirken könne.

Coué – seine Kerngedanken  

Da pochen wir stolz auf unseren freien Willen und glauben Handlungsfreiheit zu haben in den Dingen, die wir tun, und sind in Wirklichkeit nur Marionetten in der Hand unserer Vorstellungskraft. Wir hören erst auf, Marionetten zu sein, wenn wir gelernt haben, unsere Vorstellungskraft zu meistern. Um die Vorstellungskraft zu lenken ist nur zweierlei nötig: Erstens muss man wissen (das wissen die wenigsten), dass so etwas möglich ist, und zweitens muss man die Mittel kennen, mit dem man dies zuwege bringt. Dieses Mittel ist die Autosuggestion. Coué behauptet, dass zahlreiche Menschen nur deshalb seelisch oder körperlich krank sind, weil sie sich vorstellen, körperlich oder seelisch krank zu sein.  

Coués Gesetze:  

1. Im Widerstreit zwischen Wille und Vorstellungskraft siegt ausnahmslos die Vorstellung

2. Die Vorstellung ist lenkbar – lenkbar durch Autosuggestion. Nicht der Wille ist somit der Antrieb unseres Handelns, sondern die Vorstellungskraft! Coué gibt ein Beispiel:

„Jeder kann über einen 30 cm breiten Balken laufen, wenn er am Boden liegt. Was aber, wenn der Balken in luftiger Höhe zwei Kirchtürme verbindet? Warum läuft da keiner mehr? Mann muss doch angeblich nur wollen! 

Jeder weiß ganz genau: Je mehr er das dort oben will, wo er es sich nicht vorstellen kann, umso eher stürzt er ab. Und das ist in allen anderen Fällen unseres Lebens genauso, nur wollen wir es nicht glauben und versuchen immer wieder noch einmal, „den Willen zu erziehen“ statt uns endlich um die Instanz zu kümmern, die den Fortgang des Geschehens entscheidet: die Vorstellungskraft.

Jede Vorstellung, die sich genügend stark eingeprägt hat, strebt danach, sich zu verwirklichen und verwirklicht sich, soweit ihr keine Naturgesetze entgegenstehen.

Hier für euch als Youtube-Video:

In Gedanken – euer G. Ender (Briefeschreiber)

Tags: Gerd Ender
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