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Wie das Virus auf die Volkshochschule wirkt

von Red
15. Mai 2020
in Gsiberg
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Es waren schwere Tage, als Mitte März die Auswirkungen der Corona-Krise mit voller Wucht auch den Kursbetrieb der Vorarlberger Volkshochschulen traf. Sämtliche Kurse, Seminare und Workshops mussten unterbrochen werden. Ein Teil der Kurse musste abgesagt und Mitarbeiterende in die Kursarbeit geschickt werden.

CORONA TRIFFT AUCH BILDUNG

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Von den Kursunterbrechungen an den Volkshochschulen bzw. -absagen sind rund 10.000 Teilnehmende und 400 Kursleitende betroffen. Die bisherigen Verluste werden auf mehrere Hunderttausend Euro an ausfallenden Kurseinnahmen und fehlenden Mieteinnahmen geschätzt. Nach 7 Wochen im Krisenmodus zieht die Volkshochschule Bilanz. Und dabei gibt es, neben den Herausforderungen, auch einiges an Positiven zu berichten.

Die Corona-Krise beim Bildungsnahversorger der Vorarlberger

An einen normalen Kursbetrieb ist an den Vorarlberger Volkshochschule noch länger nicht zu denken. Auch wenn sich das Leben durch die aktuellen Lockerungen wieder Schritt für Schritt öffnet – die Auswirkungen wird die Arbeit von Bildungsmanagern, Kursleitenden und

Teilnehmenden noch länger prägen. Abstand halten und strenge Hygiene-Vorschriften sind in vielen Kursen nur schwer umsetzbar. Mit rund 2.500 unterschiedlichen Kursangeboten pro Jahr in 7 Fachbereichen bieten die Vorarlberger Volkshochschulen eine große Vielfalt an Bildungsangeboten. Eine Vielfalt, die in Zeiten von Corona eine besondere Herausforderung darstellt. „In Sprachkursen haben wir andere Rahmenbedingungen als zum Beispiel in unseren vielen Bewegungs- und Gesundheitsangeboten. Zudem nutzen wir in über 60 Vorarlberger Gemeinden vorhandene Turnhallen, Räume und Schulklassen. Wir arbeiten mit Hochdruck an diesen individuellen Lösungen, zeichnet VHS Obmann Stefan Fischnaller die Situation der Volkshochschule. „Kurzarbeit, Homeoffice und eine Vielzahl neuer Herausforderungen fordert natürlich auch die Mitarbeiternden. „Sie machen derzeit einen wirklich außergewöhnlichen Job und leisten Großartiges. Viele Fragen, Ängste und Anliegen von Kunden und Kursleiterinnen und Kursleitern müssen abgeholt und beantwortet werden“.

Coronakrise hinterlässt Spuren: Im Bild die Kursräume an der VHS Götzis am Garnmarkt

Schnelle Initiativen und große Schritte in der Digitalisierung

Nur wenige Tage nach dem „shut down“ wurde mit den ersten Gegenmaßnahmen gestartet. Es wurde sofort mit den aktiven Kursleiterinnen und Kursleitern der Dialog gesucht und erhoben, wer Kurse auch online anbieten könnte. „Bei speziellen „Digitalen Fragerunden“ haben wir unsere Kursleitenden in die Strategiefindung eingebunden. Über 70 von ihnen folgten dem Aufruf. Mit einem 4-Einheiten-Basistraining konnten wir zudem rund 50 von ihnen beim Schritt in den digitalen Kursraum begleiten. Ein österreichweiter Technologie-Deal aller Volkshochschulen hat auch wichtige Rahmenbedingungen für den digitalen Start gegeben. Und der Erfolg kann sich sehen lassen. Rund 20 Kurse mit ca. 200 Teilnehmenden konnten online fortgeführt werden. Mit 20 neuen Kursen haben wir zudem unser Online-Angebot in Stadt und Land schon jetzt ausgebaut. Wenn es sein muss, werden wir auch Sommerkurse online anbieten.“ führt Fischnaller weiter aus.

Geschäftsführer Fischnaller: „Gemeinsam mit unseren Kursleitenden haben wir viel erreicht und gemeinsam einen großen Digitalisierungsschritt gemacht. Aber natürlich freuen wir uns sehr, dass seit Anfang dieser Woche wieder Betrieb in unseren Räumen herrscht, das VHS Haus wieder mit Menschen gefüllt ist und zum Ort der Begegnung werden kann, auch wenn wir weiterhin auf Distanz bleiben müssen. Wir machen die Erfahrung, dass Kursleitende und Teilnehmende sehr froh sind, dass sie diese Möglichkeit wieder haben.

Starkes Netzwerk der Volkshochschulen in Österreich

So unterschiedlich die Volkshochschulen in Österreich sein mögen, in der Krise greifen die Netzwerke gut ineinander. Nicht nur die gemeinsame Beschaffung von Software, sondern auch z.B. ein Ausbildungskonzept für Kursleitende wurde gemeinsam gestemmt. „Wir haben schon seit Jahren eine enge Zusammenarbeit mit Salzburg, Tirol und Südtirol im Bereich Website-Entwicklung oder der Umsetzung der Datenschutzbedingungen, das kommt uns gerade in der jetzigen Zeit zugute“, so Stefan Fischnaller.

Kursleiterweiterbildung im April an den Volkshochschulen

Fluch oder Chance: Ein vorsichtiger Blick nach vorne

Vieles ist derzeit noch unklar und nicht planbar, eines ist aber sicher: die Digitalisierung macht in diesen Monaten einen großen Schritt nach vorne. Unser Anteil an Online-

Angeboten wird sicher auch nach der Krise weiterwachsen. „Wir entwickeln jetzt auch bereits Mischformen, so genannte. Hybrid-Angebote, bei denen ein Teil der Teilnehmenden vor Ort und ein anderer Teil online beim Kurs dabei ist“. Das Team der Volkshochschulen nutzt so die Krise, um sich in Sachen Digitalisierung in großen Schritten weiterzuentwickeln.

Wie geht es nun konkret weiter?

Abschlussorientierte Kurse wurden Anfang Mai wieder aufgenommen, für den größten Teil unserer Tätigkeit dürfte aber erst ab Anfang Juni eine Fortsetzung der unterbrochenen Kurstätigkeit möglich sein. Es gibt derzeit nach wie vor keine konkreten schriftlichen Stellungnahmen bzw. Regelungen für den größten Teil der Erwachsenenbildung.

Jeder Kurs wird einzeln betrachtet und fortgeführt, wo es sinnvoll und möglich ist. Zudem wird es ab Juni und dann auch im Sommer ein erweitertes nach den neuen Bestimmungen ausgerichtetes Sommerprogramm geben für jene Personen, die gerne wieder einen Kurs besuchen würden.

Viele Projekte für den Herbst, die Kraft und Unterstützung brauchen

Auch die Programmplanung für den Herbst erfolgt derzeit mit maximaler Flexibilität. Dabei müssen schon jetzt unterschiedliche Szenarien berücksichtigt werden. „Ob kleine Gruppen, andere Raumkonzepte oder im Worstcase die Auswirkungen einer zweiten Welle. Wir versuchen uns, auf möglichst unterschiedliche Optionen im Herbst vorzubereiten, was sich auch auf das gedruckte Programm auswirken wird“. Es wird zwar weiterthin ein gedrucktes Programm geben, dieses wird aber anders aufgebaut sein.

Tags: BildungCoronakrise in VorarlbergGötzis
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