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Serie: In 18 Bildern durch das Schattenburgmuseum: Teil 5

von Red
24. April 2020
in Gsiberg, Kultur
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© Schattenburg Feldkirch

© Schattenburg Feldkirch

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Im heutigen vierten Teil unserer Serie, das beliebte Feldkircher Schattenburgmuseum aufgrund der Coronakrise zumindest virtuell besichtigen zu können, widmen wir uns der alten Burgkapelle:

Kaum ein Raum in der Burg wirft so viele Fragen auf wie jener der Alten Burgkapelle, der heute vom großartigen Fresko „Der Frauen List und Macht“ aus der Malschule von Hans Huber, dem Vater des weltbekannten Wolf Huber, dem Schöpfer des berühmten Altars im Feldkircher Dom, beherrscht wird.

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Das Fresko konnte erst in den Gründungsjahren des Schattenburgmuseums durch Florus Scheel d. Ä. (1834 – 1936) freigelegt werden. Heute sehen wir im Wesentlichen nur mehr die rötlichenbraunen direkt an der Wand angebrachten Vorzeichnungen, die sogenannten Sinopien, und können ihre ehemalige Farbigkeit nur mehr an einigen wenigen noch vorhandenen Farbresten erahnen. Da die Putzschicht der Segmentbogennische direkt über den Türbalken gezogen wurde, kann man durch die Dendrodaten (Baumringdatierung) des Türstockbalkens, der im Frühjahr 1507 gefällt wurde, die Malerei ungefähr ins frühe 16. Jahrhundert ansetzen. Dieser Raum diente – gemeinsam mit einem Teil (?) des heutigen Gräfinnenzimmer – seit dem frühen 16. Jahrhunderts bis 1614 als eigentliche Burgkapelle. Im Burginventar von 1620 heißt es dazu „Fräwlis Kammer, da die Kapelle gewest“. Im gleichen Inventar wird die nunmehrige Kapelle vor der Küche, Pfisterei (Bäckerei) und dem Keller angeführt, so dass vermutliche diese in den Jahren 1614/15 in das Erdgeschoß verlegt wurde.

Die heute in der alten Kapelle im 1. Obergeschoß zu sehende Balkendecke stammt im Übrigen aus dem ehemaligen Haus der Familie Adolf Näff aus Ruggell (FL) und wurde im Auftrag von Pfarrer Wendelin Gunz, über dem wir in einem späteren Raum noch hören werden, nach der Rheinüberschwemmung Liechtensteins von 1927 nach Nofels geflößt. Die Balken zeigen ein halbkreisförmiges Profil, das an den Enden durch Herzform zur rechteckigen Balkenform überleitet. Ähnliche Deckenbalken findet man auf Burg Glopper (Burg Neu Ems), im Gasthaus Rankweiler Hof ebenso wie im 1. Stock des Liechtensteinischen Landesmuseums.

Spätgotische Fresken, nach 1507

Die spätgotischen Fresken der breiten Segmentbogennische zeigen „Der Frauen List und Macht“ und gehört zur literarischen Kategorie der „Minnesklaven“. Figuren wie Aristoteles, Salomon, David usw. werden in dieser Tradition als Männer gesehen, die von der Macht der Liebe bzw. der Frauen dazu verleitet werden auf Vernunft zu verzichten. Im unteren Teil sehen wir Szenen in der biblischen Überlieferung wie z.B. Adam und Eva am Baum der Erkenntnis, Simson und Dalila oder die Darstellung von Salomons Abgötterei. Die Vielfalt der dargestellten Personen und Szenen sowie versteckte Hinweise können anhand der im Raum ausgestellten Tafel gesucht – und selbstverständlich auch gefunden werden.

Weitere Schaustücke ergänzen den Raum wie Holzbildhauereien – Christus mit den Wundmalen als Auferstandener – ein Opferstock und das Glockenjoch aus dem Kirchturm der Domkirche St. Nikolaus, geschnitzte Maskarons, die Sänfte des ersten Weihbischofs von Feldkirch, Bernhard Galura (1764 – 1856) oder auch ein Ölgemälde mit der Darstellung des Fidelis von Sigmaringen, dem „inoffiziellen“ Stadtpatron von Feldkirch, gemalt von Florus Scheel d. Ä. im Jahr 1914.

Tags: Coronavirus in VorarlbergFeldkirchSchattenburg
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