Fast täglich wird in Österreich eine Person auf Österreichs Straßen durch einen Wildunfall verletzt. 2025 wurden in Vorarlberg 4 Personen verletzt. Auf den Vorarlberger Straßen wurden insgesamt 215 Wildtiere getötet, die meisten davon im Bezirk Bregenz, gefolgt von Bludenz und Feldkirch, zeigt die Fallwildstatistik für das Jagdjahr 2025/26. Alle 41 Stunden stirbt also in Vorarlberg ein Wildtier auf der Straße. Besonders an trüben Herbsttagen ist hier Vorsicht geboten und ein an die Witterungen angepasstes Tempo notwendig, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV). 38 Prozent aller Wildunfälle in Österreich ereignen sich nämlich aufgrund von nichtangepasster Geschwindigkeit und 54 Prozent aufgrund von Unachtsamkeit und Ablenkung.
322 Personen sind im Jahr 2025 bei Wildunfällen verletzt worden, zeigt die aktuelle Unfallstatistik der Statistik Austria, davon 4 Personen in Vorarlberg. Todesfälle gab es im Jahr 2025 keine, aber immer wieder kommt es zu schweren Unfällen.
Vorarlberg im Detail: 215 getötete Wildtiere auf den Straßen Vorarlbergs
65.036 Wildtiere wurden bei Wildunfällen in Österreich laut der aktuellen Fallwildstatistik als im Straßenverkehr getötet gemeldet (Saison 2025/2026), am häufigsten betroffen sind Rehwild (38.139), Hasen (15.417) und Fasane (4.142). Insgesamt 215 Wildtiere davon kamen auf den Straßen in Vorarlberg zu Tode. Am häufigsten kamen Wildtiere im Straßenverkehr im Bezirk Bregenz (85) ums Leben, gefolgt von Bludenz (56) und Feldkirch (50). In Feldkirch kamen 2 Personen im Vorjahr bei Wildunfällen zu Schaden, in Bludenz und Bregenz jeweils 1 Person. Unter den Bundesländern rangieren bei den getöteten Wildtieren Niederösterreich, gefolgt von Oberösterreich und der Steiermark an den vordersten Stellen. Vorarlberg belegt im Vergleich den letzten Platz. Es ist mit einer hohen Dunkelziffer zu rechnen, da fälschlicherweise nicht immer die Polizei und Jägerschaft zu einem Wildunfall hinzugezogen werden.
Stopp, nicht ausweichen!
Bei einer Kollision mit einem Hirsch oder Reh ist die Gefahr besonders groß, dass dabei auch Personen zu Schaden kommen. „Sobald ein Tier vor einem auftaucht, sollte man daher sofort abbremsen, abblenden und gegebenenfalls mehrmals hupen, um das Wild aufzuschrecken und zur Flucht zu veranlassen. Keinesfalls jedoch sollte man Ausweichmanöver einleiten, weil dies in Kollisionen mit dem Gegenverkehr oder mit Bäumen resultieren kann“ so Dr. Johanna Trauner-Karner, Geschäftsführerin des KFV. Weiters sind Wildtiere wie Reh- und Rotwild oft im Rudel unterwegs, weshalb man gleich mit mehreren Tieren rechnen muss, die zudem bei Wechsel des Untergrunds – etwa dem Betreten der Straße – oder dem Blenden mit Scheinwerfern zunächst instinktiv stehen bleiben. Besondere Vorsicht ist auch rund um „Achtung Wildwechsel“-Schildern geboten, die generell an Streckenabschnitten platziert wurden, an denen Jäger und Gemeinden von häufigem Wildwechsel berichten oder auch bereits Wildunfälle vorgefallen sind.
Bei Wildunfall immer die Polizei verständigen
Falls es trotz aller Vorsichtmaßnahmen zu einem Unfall mit einem Wildtier kommt, sollte man das Fahrzeug möglichst abseits der Fahrbahn abstellen und die Warnblinkanlage einschalten. Für bessere Sichtbarkeit sollte eine Warnweste übergezogen und das Pannendreieck aufgestellt werden. Wurden Personen verletzt, sollte die Rettungskette in Gang gesetzt und Erste Hilfe geleistet werden. Das verletzte Tier sollte nicht berührt oder bewegt werden. Der Wildunfall muss in jedem Fall der Polizei gemeldet werden – nämlich auch dann, wenn keine Personen verletzt wurden und das angefahrene Wild flüchtig ist. Fahrerflucht von der Wildunfallstelle kann rechtliche und versicherungstechnische Fragen nach sich ziehen. „Verständigen Sie im Fall des Falles Polizei und Rettung, ist viel geholfen. Sie retten damit möglicherweise auch Leben“, erklärt Dr. Trauner-Karner.
