Wie muss eine Schule aussehen, die auch den Anforderungen von morgen gerecht wird? Diese Frage wird bei der Planung von Schulgebäuden immer wichtiger. Pädagogische Konzepte verändern sich, die Bedürfnisse der Kinder werden vielfältiger und auch die Entwicklung der Schülerzahlen lässt sich langfristig nur schwer vorhersagen. Feldkirch setzt deshalb auf flexible Lernräume, die sich an unterschiedliche Anforderungen anpassen lassen.
Moderne Schulen werden nicht mehr ausschließlich als Abfolge klassischer Klassenzimmer gedacht. Offene Lernbereiche, Räume für Kleingruppen und Rückzugsmöglichkeiten ergänzen den Unterrichtsraum und ermöglichen unterschiedliche Formen des Lernens. Ein Beispiel dafür ist die Volksschule Altenstadt, bei deren Planung bereits auf flexibel nutzbare Lernräume und unterschiedliche Formen des Lernens Wert gelegt wurde. Dieses Prinzip wird auch bei der erweiterten und umgebauten Volksschule Tosters verfolgt, die im September ihren Betrieb aufnimmt. „Wenn wir in gute Lernräume investieren, investieren wir in die Zukunft unserer Stadt. Entscheidend ist, Schulen so zu planen, dass wir flexibel bleiben und auf unterschiedliche pädagogische und gesellschaftliche Entwicklungen reagieren können“, betont Bürgermeister Manfred Rädler.
Flexibel bleiben
Auch die Rahmenbedingungen verändern sich laufend. Geburtenentwicklung, Zuwanderung und Wohnbautätigkeit beeinflussen die Schulen. Gleichzeitig gewinnen Inklusion, individuelle Förderung und kleinere, intensiv begleitete Lerngruppen an Bedeutung. Gerade Kinder, die mit den vielen Eindrücken in einer großen Klasse Schwierigkeiten haben, können von Rückzugsmöglichkeiten und einer intensiveren Begleitung profitieren. Entscheidend ist deshalb, Räume nicht auf eine einzige Nutzung festzulegen. Ein Klassenraum kann künftig ebenso für Kleingruppen oder als Förderbereich dienen. „Ich stehe selbst regelmäßig in der Klasse und erlebe, wie verschieden Kinder lernen. Räume, die mitdenken, geben uns die Freiheit, jedes Kind so zu begleiten, wie es das gerade braucht“, erklärt Bildungsstadträtin Andrea Zelzer.
Räume mitdenken
Wer heute eine Schule plant, muss daher Entwicklungen berücksichtigen, die sich noch nicht im Detail absehen lassen. Statt Gebäude für ein starres pädagogisches Konzept zu errichten, setzt die Stadt verstärkt auf anpassungsfähige Strukturen. Die Volksschule Altenstadt zeigt bereits, wie solche Lernräume im Schulalltag funktionieren können. Dieses Prinzip soll auch bei künftigen Schulprojekten eine wichtige Rolle spielen. So entstehen Schulen, die nicht nur heutige Anforderungen erfüllen, sondern sich gemeinsam mit Unterricht und Gesellschaft weiterentwickeln können.
