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Start Meinung gsi.kolumne

Alberts Notion: Arbeit als Berufung – „Bescheidenheit schafft Gelingen“

von ALWI
16. August 2026
in gsi.kolumne, Politik, Wirtschaft und Recht
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Dr. Albert Wittwer

Dr. Albert Wittwer

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Künstliche Intelligenz und Robotik vernichten Arbeitsplätze, „betrügen die Gesellschaft um ihre Arbeit“. Damit werden angeblich „gerade Sozialstaaten bis ins Mark getroffen, weil das Steueraufkommen nur bei hoher Beschäftigung fließt. … Jobvernichtung kommt vor allem den KI-Oligarchen und ihrer Entourage zugute. “  Im Leitartikel einer bedeutenden Vorarlberger Tageszeitung werden damit Befürchtungen vieler Menschen beschrieben. *)

Von Dr. Albert Wittwer

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Richtig ist, die Produktion von Lebensmitteln, von Waren und die Dienstleistungen, die wir brauchen und an die wir uns gewöhnt haben, wird sich erheblich verändern. Das ist seit Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert nicht das erste Mal der Fall. Denken wir an die Dampfmaschine, das Automobil, die Flugzeuge, den elektrischen Strom, die Melkmaschine, den Traktor, das Telefon und die Funknetze, das Internet. Wer will darauf verzichten? Es ist vor allem Beschwerlichkeit, körperliche Anstrengung, Routine, Eintönigkeit die seltener werden, entfallen.

 – Eine demokratische, informierte, aufgeklärte menschliche Gemeinschaft, wie wir sie im friedlichen Europa seit vielen Jahrzehnten erleben dürfen, kann diese Veränderungen steuern – in eine noch bessere Zukunft für unsere Kinder und Enkel. –

Obgleich der Begriff Arbeit ins sogenannte Privatleben Einzug gehalten hat, denken wir an „Trauerarbeit, Beziehungsarbeit“, bleibt die klassische Einteilung in Erwerbsarbeit, gemeint in einem Dienstverhältnis oder als Selbständige, bezahlte Arbeit einerseits und „Freizeit“, die vor allem dem Konsum zu widmen ist, andererseits, dominant.  Aus dem „Wer nichts arbeitet, soll auch nichts essen“ ist im Sozialstaat ein „Wer nicht an der bezahlten Erwerbsarbeit teilnimmt, soll – außer dem Lebensnotwendigen – nichts konsumieren“ geworden. Der Konsum, etwa ein nobles Wohnhaus oder ein Oberklasseauto, die Designer-Handtasche und der All-inklusive-Urlaub auf den Malediven, zugleich ein Statussymbol, lässt er sich immer weiter steigern?

Schon älter ist das Modell des Aussteigers, des Einsiedlers, der Kommunarden. Einmal im Leben gehen auch brav Arbeitende ein Stück des Jakobsweges.

Meine Freunde folgen, statt den besser bezahlten Job anzunehmen, ihrer Berufung, wählen die Arbeit mit mehr Resonanz. Sie gestalten, konstruieren, bauen, unterrichten, installieren. Oft im Kreis von guten Kolleginnen, im Team. Sie genießen die Werkanschauung: „Was haben wir geschaffen!“. Dank Ihnen können wir an Körper und Seele heilen, müssen im Winter nicht frieren, besuchen die Galerien, hören Musik. Ihr Menschenbild ist der Homo faber.

Anmerkungen:

I Ging (Das Buch der Wandlungen): 17, Kien / Die Bescheidenheit: „Bescheidenheit schafft Gelingen. Der Edle bringt zu Ende.

*) Neue Vorarlberger Tageszeitung vom 12.8.2026, Leitartikel Seite 5;

Homo faber: der schaffende, die Welt auf positive Weise verändernde, auch heilende Mensch. Roman von Max Frisch

Tags: Albert WittwerDigitalisierungKIKolumnePolitikTechnikWirtschaft
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