Mit Ton gegen den Leerstand: Pop-up-Keramikatelier belebt Feldkircher Innenstadt

Die studierte Architektin Franziska Möhrle und die Grafikdesignerin Verena Thaller betreiben das Tonatelier am Goaßzipfel in Feldkirch. Fotos: Bandi Koeck/Gsi.News

Zwei Kreative, ein leerstehendes Geschäftslokal und jede Menge Ton: Mit dem „Tonsalon“ ist am Goaßzipfel in der Feldkircher Neustadt ein Ort entstanden, der Handwerk, Begegnung und Kreativität verbindet. Das temporäre Pop-up-Keramikatelier von Verena Thaller und Franziska Möhrle entwickelt sich seit seiner Eröffnung am 15. Juli zu einem Publikumsmagneten – und könnte länger bleiben als ursprünglich geplant.

Wo bald ein Concept Store (ab Oktober 2026) einziehen soll, wird derzeit geknetet, gedreht, bemalt und gebrannt. Bis zum 14. August haben Verena Thaller und Franziska Möhrle das Geschäftslokal in der Neustadt 45 in ein offenes Keramikatelier verwandelt. Die beiden Gründerinnen – Thaller ist Grafikdesignerin, Möhrle Architektin – teilen seit Jahren ihre Leidenschaft für Keramik und betreiben gemeinsam ein Atelier. Mit dem Tonsalon wollten sie bewusst einen Ort schaffen, an dem Menschen zusammenkommen, kreativ arbeiten und sich austauschen können.

Die Idee dahinter war ebenso einfach wie wirkungsvoll: Leerstand für einige Wochen mit Leben füllen und gleichzeitig ein niederschwelliges Angebot schaffen, das Menschen jeden Alters anspricht. Dieses Konzept geht auf. Familien, Kinder, Hobbykeramiker und Neugierige nutzen das Atelier als Treffpunkt und kreativen Freiraum. Der große Zuspruch hat die Initiatorinnen selbst überrascht.

Deshalb soll der Tonsalon nach Möglichkeit auch über den 14. August hinaus bestehen bleiben. Zwar zieht im Oktober ein neuer Concept Store in das derzeitige Geschäftslokal ein, doch Thaller und Möhrle suchen bereits nach einer dauerhaften Bleibe – möglicherweise wieder in der Feldkircher Neustadt. Parallel dazu wird das Kursangebot ab Herbst ausgebaut. Neue Workshops können bereits über tonsalon.cc gebucht werden; der endgültige Standort wird noch bekanntgegeben.

Der Tonsalon versteht sich nicht nur als Werkstatt, sondern als Atelier, Treffpunkt und kleiner Shop zugleich. Anfänger können Keramikrohlinge bemalen, Fortgeschrittene arbeiten selbstständig an eigenen Projekten oder besuchen mehrteilige Kurse an der Drehscheibe. Besonders beliebt ist die offene Werkstatt, in der bereits erfahrene Keramikbegeisterte gemeinsam arbeiten und ihre Stücke anschließend glasieren und brennen lassen können.

Im Mittelpunkt steht dabei weniger das fertige Produkt als der kreative Prozess. Ton verlangt Geduld, Konzentration und handwerkliches Arbeiten – Eigenschaften, die in einer zunehmend digitalen Welt wieder an Bedeutung gewinnen. Gerade deshalb entwickelt sich der Tonsalon zu einem Ort der Entschleunigung und der Begegnung.

Factbox

Tonsalon – Pop-up-Keramikatelier

Ort: Neustadt 45 (Goaßzipfel), 6800 Feldkirch

Zeitraum: 15. Juli bis 14. August 2026

Initiatorinnen: Verena Thaller (Grafikdesignerin) und Franziska Möhrle (Architektin)

Angebot:

Öffnungszeiten:

Kosten offene Werkstatt laut Website:

Kontakt:
E-Mail: info@tonsalon.cc

Weitere Informationen und Kursbuchungen (ab Herbst):
https://www.tonsalon.cc

Die mobile Version verlassen