Die Entscheidung der Stadt Feldkirch, die administrative Unterstützung für etablierte Kulturvereine neu zu organisieren, mag auf den ersten Blick wie ein nüchterner Schritt im Sinne effizienter Haushaltsführung erscheinen. Doch ein genauerer Blick zeigt: Hier droht mehr verloren zu gehen als nur ein Verwaltungsmodell. Und es stellt sich die legitime Frage: Ist dies den Verantwortungsträgern in der ganzen Tragweite überhaupt bewusst?
Mit dem absehbaren Ende des Kunstraums Johanniterkirche steht nicht irgendeine Einrichtung zur Disposition, sondern ein über Jahrzehnte gewachsener Ort zeitgenössischer Kunst. Seit den 1990er-Jahren hat sich hier eine Plattform etabliert, die weit über die Region hinausstrahlt – niederschwellig, international vernetzt und künstlerisch relevant. Ähnliches gilt für andere betroffene Vereinigungen, die das kulturelle Gefüge der Region nachhaltig geprägt haben. Dieser Umstand betrifft u.a. auch den Verein Kunst Palais Liechtenstein, die Rheticus-Gesellschaft und den Musikverein „Musik in der Pforte“ und „Gesellschaft der Musikfreunde“. Laut Stadt Feldkirch sei es seit den 1970er-Jahren Praxis, ausgewählte Kulturvereine nicht nur direkt finanziell, sondern auch organisatorisch zu unterstützen.
Gerade deshalb wirkt es befremdlich, wenn eine sich selbstbewusst als „Kultur- und Sportstadt“ positionierende Kommune ausgerechnet an jenen Strukturen spart, die diese Identität tragen.
Administrative Unterstützung ist kein Luxus, sondern oft die unsichtbare Grundlage dafür, dass ehrenamtlich getragene Vereine überhaupt professionell arbeiten können. Wird diese Basis entzogen, verschiebt sich die Last auf wenige Schultern – mit absehbaren Konsequenzen für Qualität und Kontinuität.
Es geht hier nicht um die grundsätzliche Frage nach Effizienz oder Eigenverantwortung. Es geht um Verhältnismäßigkeit und um das Bewusstsein, dass kulturelle Infrastruktur nicht kurzfristig ersetzbar ist. Was über drei Jahrzehnte gewachsen ist, lässt sich nicht einfach „neu organisieren“, ohne Substanz zu verlieren.
Besorgniserregend ist dabei weniger die Diskussion an sich als vielmehr die Richtung, die sie nimmt. Wenn etablierte, bewährte Strukturen unter dem Titel der Optimierung aufgelöst werden, stellt sich die Frage, ob hier nicht an der falschen Stelle gespart wird.
Ein Appell an die Verantwortlichen in Feldkirch:
Kultur ist kein Kostenfaktor, den man beliebig verschieben kann, sondern ein langfristiges Versprechen an die Gesellschaft. Wer dieses Versprechen ernst nimmt, sollte die gewachsenen Vereine nicht schwächen, sondern als das begreifen, was sie sind – tragende Säulen eines lebendigen kulturellen Raums.












