„Denn was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne und nähme doch Schaden an seiner Seele? Matt. 16/26
Von Dr. Albert Wittwer
Eifrig zitieren die Nachrichtenportale den letzten Oxfam-Bericht, wieviel reicher die Milliardäre im Jahre 2025 geworden sind. Tatsächlich sind die Risiken, die vom Superreichtum für die Demokratien ausgehen, sehr groß. Die Gefahr der Bestechung von demokratisch gewählten Amtsträgern. Kleine Testfrage: bei welchem Milliardär ist unser fünft-letzter Bundeskanzler als „global strategist“, was immer das bedeuten soll, vielleicht noch immer angestellt? Aus Dankbarkeit?
Auch die Vorarlberger „Wirtschaft“, tatsächlich die Unternehmer, finanzierten durch die Hintertür die ihnen gewogene Landespartei. „Anfütterungsvorwüfe“ sind gerichtlich festgestellt. Emails dazu sind teilweise im offenbar neu geschaffenen „virtuellen Archiv“ abgelegt, daher „gesperrt“. Zwischen unserem Vorarlberger Selbstbild und der Realität gibt es einen erheblichen Abstand.
Zurück zum Reichtum. Der steht hauptsächlich auf dem virtuellen Aktienpapier oder – noch skurriler – im Bitcoin-Wallet. Letzteres ist eine echte Leernummer und die meisten von uns werden den Zusammenbruch des Pseudo-Krypto-Reichtums noch erleben. Es trifft zu, daß die Aktionäre von – sagen wir der OMV oder Bayer – Anteile an echten Unternehmen besitzen. Bei den Internet-Phantasie-Firmen ist das schon schwieriger. Wenn die Milliardäre ihre großen Anteile an der Börse verkaufen, bricht der Kurs sofort ein. Daher ist ein großer Teil des Reichtums nur eine Momentbewertung. Anders als beim Bergbauernhof.
Auch Literatur, Filme, Patente, Kompositionen sind real. Sie bilden sicher unseren geistigen Reichtum, zusätzlich zu Lebensmitteln und den unzähligen Handwerks- und Industrieprodukten.
Ich befürchte, daß uns der KI-Hype teuer zu stehen kommt. Die Serverfarmen verbrauchen riesige Mengen an Energie und erhitzen zusätzlich die Atmosphäre, beeinflussen das Wetter. Derweil regnet es teils in Sintflutmengen – oder es herrscht monatelange Trockenheit.
Was das persönliche Leben der Milliardäre betrifft, gibt es für die meisten unserer Landsleute keinen Grund, neidisch zu sein. Diese leben in einer Blase, abgeschirmt, in einer Phantasiewelt. Und wie ehrlich haben Sie ihren Reichtum erworben? Wie stark können sie mit sich im reinen sein? „Was hülfe es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewönne …“ Math. 16/26.
Anmerkungen:
Oxfam-Bericht: z.B.: https://orf.at/stories/3417544/
Energiebedarf KI: zB. https://science.orf.at/stories/3233837/
Der „Wert“ der 500 größten Unternehmen lt. S+P 500 hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt.
In dieser Kolumne verzichte ich, sh. o., auf die Kritik der „Ungleichheit“.









