Kürzlich hat der Finanz- und Wirtschaftsausschuss der Marktgemeinde Rankweil den Voranschlag für das Jahr 2026 beschlossen. Trotz einer konsequenten und zukunftsorientierten Finanzpolitik konnten die Ausgaben – angesichts der aktuellen wirtschaftlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen – nicht wie gewünscht reduziert werden. Das langfristige Ziel bleibt: Ein positives Nettoergebnis durch die laufenden Konsolidierungsmaßnahmen und strukturelle Anpassungen.
Der Voranschlag 2026 weist nach Rücklagenveränderungen ein deutlich negatives Nettoergebnis von minus 9,38 Mio. Euro aus (2025 waren es 6,8 Mio. Euro). Die Erträge steigen nur leicht um 2,95 % auf 48,19 Mio. Euro, während die Ausgaben um 6,17 Prozent auf 56,90 Mio. Euro anwachsen. Der Aufwandsdeckungsgrad sinkt um 2,65 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 84,7 Prozent. Die Einnahmenseite bleibt limitiert, da Transfererträge nahezu konstant bleiben und eigene Abgaben sowie Gebühren nur geringfügig steigen.
Steigende Ausgaben durch gesetzliche Verpflichtungen
Die Transferaufwendungen erhöhen sich auf 16,98 Mio. Euro – das sind 943.000 Euro mehr als 2025. Grund dafür sind gesetzlich vorgeschriebene Zahlungen wie die Abgangsdeckung an den Spitalsfonds, Beiträge zum Sozialfonds und weitere Transferleistungen an öffentliche Träger, auf die die Gemeinde keinen Einfluss hat. Der Sachaufwand steigt um rund 3,63 Mio. Euro (plus 19,6 Prozent), vor allem durch notwendige Instandhaltungen, höhere Reinigungskosten und inflationsbedingte Preissteigerungen. Der Personalaufwand sinkt leicht um 1,11 Mio. Euro, was vor allem auf den Personalwechsel zum neuen Bauamt Vorderland zurückzuführen ist.
Investitionen und Verschuldung – Wenig Spielraum für Neues
Die Investitionsauszahlungen gehen deutlich zurück und belaufen sich auf 6,78 Millionen Euro – das entspricht einem Minus von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zu den größten Posten zählen der Entlastungskanal in der Appenzellerstraße mit 1,68 Millionen Euro, der Kreisverkehr Nord sowie Straßeninstandsetzungen in Höhe von 880.000 Euro. Hinzu kommen der Umbau der Großküche im Haus Klosterreben für 500.000 Euro, notwendige Sanierungen für den Gutshof Maldina mit 580.000 Euro sowie Sanierungen in Gastra und an Schulen. Für die Planung des Jugendhauses sind 250.000 Euro vorgesehen. Trotz dieser Reduktion bleibt der Nettofinanzierungsbedarf mit minus 7,87 Millionen Euro hoch. Um die Deckung sicherzustellen, ist eine erhöhte Darlehensaufnahme von 9,77 Millionen Euro eingeplant. Die freie Finanzspitze bleibt negativ, was den Handlungsspielraum für neue Projekte weiter einschränkt. Die Pro-Kopf-Verschuldung steigt auf 2.883 Euro und liegt damit um 297 Euro höher als im Jahr 2025.
Haushaltskonsolidierung als klares Ziel
Das Nettoergebnis inklusive interner Vergütungen ergibt im Ergebnishaushalt ein Minus von 9,38 Mio. Euro, der Netto-Finanzierungshaushalt bleibt mit 31.700 Euro positiv. Die Finanzkraft der Marktgemeinde für das Jahr 2026 beträgt somit 27,75 Mio. Euro. Bürgermeisterin Katharina Wöß-Krall: „Wir stehen vor wirklich großen Herausforderungen. Jetzt geht es vor allem darum, die finanzielle Handlungsfähigkeit und Stabilität der Marktgemeinde zu sichern und gleichzeitig die Lebensqualität für alle Rankweilerinnen und Rankweiler möglichst zu erhalten.“












