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Briefe von Gerd: Liebes Aufschieben, Liebes Später!

von GEEN
4. Februar 2021
in gsi.kolumne
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Gestern hatte ich einen ganz aktiven Tag – jetzt genieße ich noch eine Tasse Kaffee und lasse den Tag mit „schreiben“ beginnen. Das mag ich – und in diesen komischen Corona Zeiten haben eigentlich die meisten von uns mehr Zeit, als ihnen lieb ist. Fühle mich gut, weil ich ganz viele Dinge erledigen konnte, die ich mir vorgenommen habe. Ganz anders ist mein Gefühl, wenn  die „Aufschieberitis“ mich befällt – wenn ich nichts erledige und Dinge einfach vor mir her schiebe.

Wer kennt das nicht…
– wenn ich erst in Rente bin, dann…., wenn wir das Haus abbezahlt haben, dann…, wenn ich wieder so richtig gesund bin, dann…, wenn die Kinder aus dem Haus sind, dann… wenn ich endlich den „Schatz“ meines Lebens gefunden habe, dann…

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… dann kümmere ich mich um die Dinge, die mir wichtig sind! So hat wohl jeder von uns schon einmal gedacht.  Aber diese Art der Lebensplanung ist leider gar nicht  gut dazu geeignet, ein erfülltes und reiches Leben zu führen.

Erst die Arbeit – dann das Spiel. So wurden wir erzogen – oder erst die Pflicht und dann die Kür – nach diesem Motto leben viele von uns. Irgendwann mal, wenn die Zeit reif ist, DANN erfülle ich mir meinen Traum, dann gehe ich meinen Wünschen und Sehnsüchten nach, dann fliege ich nach New York.

Irgendwann … – NUR dieses „irgendwann“ bedeutet oft “niemals”. Unsere Lebensflamme brennt nun mal nicht ewig. Das Leben ist kurz und wir kommen unserem Ende auf dieser Welt jeden Tag um genau einen Tag näher. Und schon morgen kann das irdische Leben vorbei sein.

Deswegen gibt es nur einen guten Zeitpunkt, um sich um das zu kümmern, was uns wirklich am Herzen liegt. Dieser Zeitpunkt ist jetzt, heute, sofort und auf der Stelle. Jeder von uns steckt in irgendwelchen Sachzwängen drinn und ja – wir haben Verantwortung übernommen. Ich meine nicht, diese Verantwortung hinzuschmeißen und alle rund um einen im Stich zu lassen – gar nicht.

Ich meine aber, dass das eine, das andere nicht ausschliesst. MAN kann seiner Verantwortung gerecht werden und sich gleichzeitig um die Dinge kümmern, die WIRKLICH wichtig für einen selbst sind.
Aufschieben macht nicht glücklich, sondern unzufrieden. UND es setzt unter Druck. Natürlich gibt es auch den Umstand, dass sich durch aufschieben einige Dinge von selber erledigen, aber in der Regel ist es anders. Aufschieben untergräbt auch unser Selbstbewusstsein.

Besser finde ich, dass man der Verwirklichung seiner Ziele und Träume so viel Zeit wie möglich widmet. 


Stellt euch immer wieder die Frage, ob das, was ihr gerade tut, euch eurem Ziel wirklich näher bringt. Falls nicht, sucht einen neuen, anderen Weg. Sein Leben so erfüllt und befriedigend wie möglich zu leben, bedeutet, jeden Tag so zu leben, als wäre er der letzte. Die Wahrheit ist nämlich: Wir alle haben nur diesen einen Tag.

Die Vergangenheit, das Gestern, ist für jeden von uns vorbei. Die Zukunft, das Morgen, ist für jeden von uns nur ein Versprechen. Alles, was wir haben, ist das Heute, dieser Augenblick. Wenn wir diesen Tag verschenken, dann ist er verloren.

Wir haben über den gestrigen Tag keine Macht mehr. Wir können nur heute die Auswirkungen des gestrigen Tages ändern und heute beginnen, unserem Leben eine neue positive Richtung zu geben. Diese Chance biete sich uns in jedem Augenblick unseres Lebens.

https://www.youtube.com/watch?v=uqB0DU5naoU


Zum Abschluss lass ich noch den berühmten argentinischen Schriftsteller  Jorge Luis Borges sprechen – er schrieb das im Alter von 85!! Jahren

Wenn ich mein Leben
noch einmal leben könnte, im nächsten Leben,
würde ich versuchen, mehr Fehler zu machen.
Ich würde nicht so perfekt sein wollen, ich würde mich mehr entspannen.

Ich wäre ein bisschen verrückter als ich gewesen bin,
ich würde viel weniger Dinge so ernst nehmen.
Ich würde nicht so gesund leben.

Ich würde mehr riskieren, würde mehr reisen,
Sonnenuntergänge betrachten,
mehr bergsteigen, mehr in Flüssen schwimmen.

Ich war einer dieser klugen Menschen,
die jede Minute ihres Lebens fruchtbar verbrachten;
freilich hatte ich auch Momente der Freude,
aber wenn ich noch einmal anfangen könnte,
würde ich versuchen, nur mehr gute Augenblicke zu haben.

Falls Du es noch nicht weißt,
aus diesen besteht nämlich das Leben;
nur aus Augenblicken, vergiss nicht den jetzigen!

Wenn ich noch einmal leben könnte,
würde ich von Frühlingsbeginn an bis in den Spätherbst hinein barfuß gehen.
Und ich würde mehr mit Kindern spielen,
wenn ich das Leben noch vor mir hätte.
Aber sehen Sie… ich bin 85 Jahre alt und weiß,
dass ich bald sterben werde.

Die meisten von euch sind noch nicht 85 – aber trotzdem sind wir alle dem Ende näher als wir denken…


In Gedanken – euer G.Ender – (Briefeschreiber) I write not only for your smile

Tags: AltachGerd Ender
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