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Briefe von Gerd: Liebe Sehnsucht nach Normalität!

von GEEN
21. Dezember 2020
in gsi.kolumne
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Über wie viele Sehnsüchte habe ich schon geschrieben. Da gibt es die Sehnsucht nach Liebe, nach Anerkennung, nach dem Traumprinzen oder der Traumprinzessin, der Sehnsucht nach Erfolg, nach Gesundheit,  dem teuersten Auto oder dem soooo erstrebenswerten Job.

Heute schreibe ich von einer anderen Sehnsucht – von einer Sehnsucht nach etwas, was oft als abfällig, klein und nicht erstrebenswert empfunden wird – nach der Sehnsucht nach Normalität. 

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Corona lenkt meine Gedanken und die Gedanken von vielen Menschen in eine andere Richtung. Wenn ich so an MEIN Leben denke, so gab es NIE eine Zeit, in der sich ein ganzes Land, ein ganzer Kontinent, ach man kann sagen fast die ganze Welt nach Normalität, nach einer “Zeit danach” sehnte. Doch einzelne Menschen natürlich schon – eine Zeit nach einer Krankheit, nach einer Krise usw. Aber eine ganze Gesellschaft – nein DAS kenne ich nicht.

Meine Eltern, meine Großeltern, die kennen bzw. kannten eine solche Zeit – es war die Zeit des 2. Weltkrieges. Er dauerte 6 Jahre und forderte ca. 70 Millionen Menschen das Leben. Einer davon war mein Großvater, der mit 37 Jahren als Vater von 4 Kindern ein paar Monate vor Kriegsende an der Front gefallen ist. Es war eine so furchtbare Zeit,  in der Hände getan haben, was Hände nicht tun sollten und Augen Dinge sahen, die Augen nicht sehen sollten. 

DA gab es eine Sehnsucht nach Normalität, eine Sehnsucht nach einer “Zeit danach”.  Und die Millionen von Menschen damals, die brauchten viel Geduld und Ausdauer. Sechs schwere, lange Jahre mussten sie überstehen, um an den Beginn einer zerbombten, verletzten und  zerstörten Normalität zu kommen.

Und WIR – was lese und höre ich nicht alles nach nicht einmal EINEM Jahr mit Corona Einschränkungen – ich habe diese Jammerer und Nörgler sowas von satt. Ich habe einigen von ihnen schon geschrieben…”sucht euch doch ein anderes, ein besseres Land in dem ihr leben wollt”. ABER entweder haben sie nicht den Mut dazu, oder sie finden es tatsächlich nicht – jedenfalls bleiben sie alle hier und jammern und nörgeln weiter. DAS mag ich gar nicht.

Grad in meiner Wärmekabine ist mir in den Sinn gekommen – ich sollte unsere Bundeshymne einfach in ihrer 1. Zeile umschreiben und sie ihnen schicken, damit sie es jeden Abend singen können – statt Land der Berge, Land am Strome würde ich gern LAND DER NÖRGLER, LAND DER JAMMERER einsetzen.

Es ist keine einfache Zeit, es ist eine Zeit mit liebgewonnenen Entbehrungen, eine Zeit der Einsamkeit, ABER auch ein Zeit der Hoffnung – und die Zeit wird bald vorübergehen.

Wohl schon im Frühjahr wird es einen vielversprechenden Impfstoff geben und jeder kann und darf sich selber entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Schon das allein zeigt, in welcher wunderbaren Gesellschaftsform wir leben. Ich werde mich sofort impfen lassen – das ist aber meine persönliche Entscheidung. Ich hab als kleiner Junge in meiner Nachbarschaft erlebt, wie es ist, an Kinderlähmung zu erkranken. Eine einfache Impfung verschont mich und meine Kinder davon. Viele, vor allem der jungen Leser kennen Kinderlähmung wohl gar nicht mehr. Und DAS ist sehr gut so – aber ganz vergessen sollte man es trotzdem nicht. Und das ist nur EIN Beispiel.

Also NEGATIV bleiben und POSITIV denken – und nie aufgeben…das hilft – und wem vielleicht Musik hilft – auch gut – hier das passende Lied dazu.

Josh Groban – You Raise me up

Euer Gerd Ender (Briefeschreiber)

Tags: AltachGerd Ender
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