Mythos Motivation

Hatten Sie nicht auch schon das eine oder andere Ziel im Visier, doch passiert ist leider gar nichts? Oder Sie sind gestartet, doch schon nach wenigen Tagen oder Wochen hat Ihr Schweinehund Sie gnadenlos ausgebremst? Waren Sie zu wenig motiviert? Und warum ist Motivation überhaupt wichtig? 

Von Andreas Bösch

Motivation bestimmt unser Verhalten! Es bringt uns ins Handeln und ins Tun. Immer wenn wir was erreichen wollen, brauchen wir diesen wichtigen Handlungsimpuls. Fast täglich kontaktieren mich Menschen mit dem Anliegen, dass sie nicht motiviert seien. Das dahinterliegende Problem ist fast ausschließlich das fehlende klare und zugleich attraktive Ziel.

Motivation beinhaltet „Motiv“

Je klarer Ihr Motiv ist, desto größer Ihr Antrieb, den Weg dorthin zu beschreiten. Ohne klare Ziele keine Motivation. Aus diesem Grund ist es essentiell, dass Sie Ihr Ziel genau kennen und vor allem, was Sie beim erreichen Ihres Wunsches Positives dabei erwartet! Wer nicht weiss, was die Veränderung seines bisherigen Verhaltens bringen soll, wird in seiner „Komfortzone“ des Altbekannten verharren.

Es gibt grundlegend zwei unterschiedliche Antriebe in der Motivation:

Extrinsische und intrinsische Motivation

Die am häufigsten angewandten Motivationsmethoden sind „KITA“ und „KAROTTE“.

KITA bedeutet so viel wie „Kick in the ass“ – der berühmte Arschtritt.

Die Karotten-Motivation zielt auf Belohnung ab. Beide Antriebsfedern beruhen auf externen Einflüssen, nämlich der Belohnung oder Strafe. Umgangssprachlich wird das System auch „Zuckerbrot und Peitsche“ genannt.

Diese beiden Motivationsmethoden werden weltweit täglich praktiziert. Ob im Job, mit den Kindern, oder in der Beziehung – jeder von uns kennt diesen „Kuhhandel“. Das Problem an dieser Motivations-Strategie ist, dass Ihre Antriebskraft verschwunden ist, sobald der externe Faktor (Belohnung oder Strafe) wegfällt.

Erstrebenswert ist die Tätigkeitsmotivation. Das bedeutet, dass Sie Spaß an der Tätigkeit selbst haben. Es ist ein großer Unterschied, ob Sie nur des Geldes wegen arbeiten oder die Arbeit machen, weil sie Ihnen Spaß bereitet. Und glauben Sie mir: Ihre Kunden werden den Unterschied spüren! Das Schöne daran ist, wenn Sie Ihr berufliches Spielfeld gefunden haben, sind Sie begeistert und liefern Spitzenleistung. Und diese Spitzenleistung bringt Ihnen auch finanziellen Erfolg.

Die Frage ist nun, wie kommst ich zur Tätigkeitsmotivation?

1. Das Thema muss Sie interessieren. Natürlich gibt es jetzt viele Menschen, die schlank und fit sein wollen. Doch der Weg dorthin interessiert viele nicht. Sport und gesunder Ernährung können viele Menschen nichts abgewinnen. Ein Motivationswerkzeug zur Interessensteigerung an einem Thema ist beispielsweise die „fachliche Anreicherung“.

Was bedeutet das? Ich befasse mich mit dem Thema, ich tauche in diese Welt ein, lese Bücher, schaue Sendungen dazu an usw. Ich kenne das im Zusammenhang mit Urlaubsländern. Erst wenn ich mich mit den Eigenheiten der Kultur und der Menschen befasse, verspüre ich verstärktes Interesse an diesem besonderen Urlaubsdomiziel.

2. Die Tätigkeit muss Sie herausfordern. Diese Erfahrung kenne ich vom Tennisspielen. Angenommen, ich habe einen Gegner vom Format eines Profis. Weder sein Aufschlag, noch seine Vorhand oder Rückhand kann ich retournieren. Die anfängliche Illusion und Hoffnung auf einen Punkt, weicht dann sehr schnell der Frustration. Doch auch ein Gegenüber, der keinen einzigen Schlag zurück übers Netz spielt, wird mich in kürzester Zeit demotivieren – es wird langweilig. Das heißt, wir brauchen ein Tätigkeit, die uns fordert aber nicht über- oder unterfordert. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass erfolgsmotivierte Menschen Aufgaben mit einer 70–80 % Erfolgswahrscheinlichkeit bevorzugen.

3. Wir müssen den Sinn in dieser Tätigkeit erkennen. Angenommen, jemand bittet Sie, in der Wüste mit einer Schaufel Sandsäcke zu füllen. Da könnte sich leicht die Sinnfrage aufdrängen und Ihre Motivationskraft zum Tiefpunkt bewegen. Wenn Sie allerdings inmitten eines Hochwassergebiets stehst, wird Ihnen die Sinnhaftigkeit derselben Tätigkeit sehr schnell klar und Sie werden Kräfte mobilisieren, von denen Sie bisher vielleicht gar nichts gewusst haben.

Am besten ist, Sie bedienen sich beider Motivationssysteme: intrinsisch und extrinsisch. Was bedeutet das konkret? Gerne vergleiche ich das mit Entwicklungshilfe. Menschen in sehr armen Regionen benötigen langfristig Hilfe zu Selbsthilfe, aber auch Sofort-Hilfe. Was nützen neue Schulen den Kindern, die bereits morgen verhungern?! Diese Bedürftigen brauchen sofort etwas zu essen! Natürlich muss gleichzeitig die Voraussetzung geschaffen werden, dass die Lebensbedingungen nachhaltig menschenwürdig werden. Übertragen auf dieses Beispiel wäre die extrinsische Motivation die Sofort-Hilfe von außen in Form von Nahrung.
Die intrinsische Motivation würde bedeuten, dass die Menschen Know-how vermittelt bekommen, um sich langfristig selbst zu helfen und motiviert sind, Ihren Lebensstandard zu steigern.

Extrinsische Motivation sind auch sogenannte „periphere Stimuli“. Das können Bilder, Zitate, Gegenstände, oder auch z. B. YouTube-Videos sein. Speziell diese kurzen Clips können mich während eines Trainings sehr motivieren. Doch schon kurz nach Ende dieses Movies spüre ich die nachlassende Motivationskraft – extrinsische Motivationskraft ist eben nicht nachhaltig.

Somit benötigen Sie langfristige Werkzeuge, um Ihre intrinsische Motivation zu stärken.

Ein Beispiel intrinsischer Motivation ist Tiger Woods. Der vielfache Golfchampion hat alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt. Er hat Ruhm, Anerkennung und Geld – sehr viel Geld. Längst könnte er sich – wie viele andere Top-Sportler – zur Ruhe setzen. Warum bleiben diese Athleten trotzdem aktiv, trainieren unzählige Stunden und nehmen Entbehrungen in Kauf? Weil sie lieben, was sie tun. Wahre intrinsische Motivation werden Sie erfahren, wenn Sie Ihre Mission leben. Sie werden „brennen“ und über sich hinauswachsen!

Niemand kann Dich stoppen,
außer Du selbst.

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