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Serie: In 18 Bildern durch das Schattenburgmuseum: Teil 9

von Red
12. Mai 2020
in Gsiberg, Kultur
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Da die Museum aufgrund der Covid-19-Pandemie noch geschlossen haben müssen, laden wir die Gsi.News-Lesergemeinde zu einem virtuellen Rundgang in Anlehnung an Jules Vernes „In 80 Tagen um die Welt“ durch das Feldkircher Schattenburgmuseum. Heute begeben wir uns hoch hinauf in den Bergfried, genauer gesagt in die Aussichtsplattform, die uns einen tollen Ausblick über die Feldkircher Altstadt und den Ardetzenberg gibt.

Wer die Stufen bis zur obersten Ebene des Bergfrieds erklimmt, wird zu jeder Jahreszeit mit einem grandiosen Ausblick belohnt.

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Seien es die schneebedeckten Gipfel in der Schweiz, das erste Grün am Ardetzenberg oder bei Regenwetter die aus der Felsenau heraufwabernden Nebelschwaden, jede Jahreszeit oder Wetterlage hat ihren eigenen Reiz.

Schon in früheren Jahrzehnten gab es immer wieder Versuche, die Aussichtsplattform am Bergfried der Schattenburg für Museumsbesucher zu öffnen. Während des 2. Weltkrieges diente sie jedoch militärischen Zwecken und konnte danach wegen mangelnder Sicherheitsvorkehrungen nicht mehr begangen werden. Mit den 2009 erfolgten umfassenden Adaptierungen konnte die Aussichtsplattform wieder – oder endlich – der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Nun ist ein herrlicher Rundblick über die mittelalterliche Stadt bis weit in das vorarlbergische und schweizerische Rheintal möglich.

Die Schlacht um Feldkirch 1799

Beherrscht wird der beeindruckende Raum durch den enormen Dachstuhl mit dreifachem Hängewerk (1456) unter dessen mächtigen Balken das prächtige Diorama, das die Schlacht um Feldkirch in der Karwoche 1799 darstellt, seinen Platz gefunden hat. 18.000 Franzosen versuchten während des 2. Koalitionskrieges unter dem Oberbefehl von General Massena von Liechtenstein her die stark befestigten Stellungen um Feldkirch zu stürmen, jedoch vergeblich. Gut erkennbar sind die Angriffskeile der Franzosen, aber auch die Befestigungen und Sperren der Landesschützen und österreichischen Militärs in den Ortsteilen Tisis, Tosters, Nofels und Gisingen. Das Diorama wurde 1999 nach einer Idee von Oberst Prof. Erwin Fitz (Militärmuseum Bregenz) durch den Krippenbauverein Altenstadt in mehr als 14.000 Arbeitsstunden erstellt. Nachdem im Militärmuseum keine geeignete Präsentationsmöglichkeit vorhanden war, fand dieses wirklich hervorragende Meisterwerk der Krippenbauer auf der Aussichtsplattform einen würdigen Standort. Leuchtdioden in unterschiedlichen Farben veranschaulichen die einzelnen Angriffswellen jenes denkwürdigen Tages.

© Bandi Koeck

Frost und Feuer früher

Zurück zur Feldkircher Weinbautradition kommen wir hier nicht nur durch den Ausblick auf die Weingärten am Ardetzenberg, sondern auch durch die große Böllerkanone oder „Bumsa“ aus dem 19. Jh. Dieser Schalltrichter für Salutschüsse bzw. zur Warnung vor Gefahren wurde auch im Weinbau eingesetzt. Früher gab es noch keine winterharten Rebsorten, sodass bei Frostgefahr – und vor solcher warnte die Bumsa – bei den Torkelanlagen oder zwischen den Weinstöcken Feuer entzündet wurden. Im Gegensatz dazu erinnert die Wasserpumpe der Feldkircher Feuerwehr (19. Jh.) diagonal gegenüber der Böllerkanone an den immer wieder notwendigen Kampf gegen das Feuer in jeder, nicht nur mittelalterlichen Stadt. Ein

Mitglied der ehemaligen Feldkircher Glockengießerfamilie Graßmayer führte in Absam in Tirol die Tradition weiter, spezialisierte sich aber bald statt auf Glocken auf Feuerwehrspritzen.

Die zwölf schmiedeeisernen Kreuze an den zum Teil noch original verputzten mittelalterlichen Mauern, sind nicht nur eine Verbindung zur Schmiedekunst des 18. und 19. Jh., der im Bergfried ja auch ein eigener Raum gewidmet ist, sondern führen uns nochmals die Dramatik jedes Krieges vor Augen. Die Anregung zu dieser kleinen Sammlung geht auf den Dornbirner Fabrikanten Viktor Hämmerle zurück, der diese Zeugen kunstgewerblicher Tüchtigkeit für die Nachwelt erhalten wollte.

© Bandi Koeck
Tags: CoronavirusFeldkirchSchattenburgSchattenburgmuseum
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