Noch nie haben so viele Kinder in Feldkirch die städtische Nachmittagsbetreuung besucht: Im laufenden Schuljahr sind es 1.117 Schülerinnen und Schüler. 2009 waren es 351. Innerhalb von rund eineinhalb Jahrzehnten ist die Nachfrage damit auf mehr als das Dreifache gestiegen.
Vor allem seit 2022 hat sich das Wachstum beschleunigt: Damals wurden 818 Kinder betreut, heute sind es über 1.100. Die Entwicklung zeigt, wie sehr Feldkircher Familien auf eine verlässliche Betreuung angewiesen sind.
Mittagessen, Lernzeit, Freizeit
Wer die Nachmittagsbetreuung an einer Feldkircher Volks- oder Mittelschule besucht, wird nicht bloß beaufsichtigt. Ein warmes Mittagessen, Begleitung bei den Hausaufgaben und ein vielfältiges Freizeitprogramm sind fixe Bestandteile des pädagogischen Konzepts. Zusätzlich bieten alle städtischen Schulen seit zwei Jahren eine Frühbetreuung vor Unterrichtsbeginn an. Sie entlastet die Familien und gibt den Kindern einen geregelten Start in den Schultag. „Die Schulkindbetreuung ist somit nicht nur ein wichtiges familienunterstützendes Angebot, sondern auch eine Ergänzung zum Unterricht, die Kindern zusätzliche Bildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet“, betont Bürgermeister Manfred Rädler. „Der Erfolg dieser Betreuung spiegelt sich nicht nur in den Zahlen wider, sondern auch in der hohen Akzeptanz bei Eltern, Schulen und Pädagog:innen.“
Die Entwicklung im Überblick
- 2009: 351 Kinder
- 2014: 595 Kinder
- 2019: 844 Kinder
- 2022: 818 Kinder
- 2023: 941 Kinder
- 2024: 1.042 Kinder
- 2025: 1.071 Kinder
- 2026: 1.117 Kinder
Die Zahlen zeigen, welche Rolle die außerschulische Betreuung in Feldkirch heute spielt und wie konsequent die Stadt das Angebot ausgebaut und weiterentwickelt hat. Für Bürgermeister Rädler hat es strategisches Gewicht: „Die außerschulische Tagesbetreuung ist längst mehr als eine ergänzende Maßnahme – sie ist eine tragende Säule unserer städtischen Bildungslandschaft. Der enorme Zuwachs zeigt, wie sehr dieses Angebot gebraucht und geschätzt wird. Mit gezielten Schulerweiterungen sorgen wir dafür, dass jedes Kind einen geeigneten Platz bekommt. Denn Bildung braucht nicht nur gute Konzepte, sondern auch Platz zum Entfalten.“
Mehr Kinder, mehr Planungsaufwand
Je mehr Anmeldungen eingehen, desto anspruchsvoller wird die Organisation. Vor allem die Vergabe der Plätze verlangt eine vorausschauende und flexible Planung. „Nur wenn An- und Ummeldungen frühzeitig erfolgen, können Gruppen bedarfsgerecht gebildet und personelle Ressourcen sinnvoll eingesetzt werden“, so die zuständige Abteilungsleiterin Sandra Miller-Marte. Parallel dazu steigt der Bedarf an passenden Räumlichkeiten. Gute Ganztagsbetreuung braucht nicht nur Klassenzimmer, sondern auch Orte zum Zurückziehen, zum Bewegen und Spielen sowie genug Raum für kreatives Arbeiten. Bildungsstadträtin Andrea Zelzer fasst es so zusammen: „Ein Kind, das von 7:00 bis 17:30 Uhr in der Schule verbringt, braucht mehr als nur einen Stuhl im Klassenzimmer.“ Die Stadt reagiert darauf mit gezielten Investitionen. Mit den Schulerweiterungen in Altenstadt, Nofels und Tosters ist zusätzlicher Platz für Betreuung, Freizeit und Förderung entstanden. Damit ist das Fundament für ein Betreuungssystem gelegt, das auch dem künftigen Bedarf gerecht wird.
Inklusion als Qualitätsanspruch
Alle Kinder sollen gleichberechtigt teilhaben können, unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen. Dieser Anspruch zeigt Wirkung: Immer mehr Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nutzen die Freizeitbetreuung der Stadt, derzeit so viele wie nie zuvor. Für die Stadt ist das ein deutliches Zeichen, dass Inklusion im Alltag gelingt. „Die außerschulische Betreuung leistet einen entscheidenden Beitrag für mehr Bildungsgerechtigkeit. Es ist ein starkes Signal, dass auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen immer selbstverständlicher an diesen Angeboten teilhaben. Das ist der richtige Weg für die Kinder, für ihre Familien und für unsere gesamte Schulgemeinschaft“, betont Andrea Zelzer.
Individuelle Begleitung, pädagogische Konzepte, die Vielfalt in den Mittelpunkt stellen, und geeignete Räume sorgen dafür, dass auch Kinder mit besonderen Bedürfnissen von den Bildungs- und Freizeitangeboten profitieren. Feldkirch setzt damit ein klares Zeichen für Chancengleichheit und soziale Teilhabe.
